Hechingen

Kein Garten des Grauens in Hechingen – Staatsanwälte ermitteln im Grünen

28.04.2023

Von Michael Würz

Kein Garten des Grauens in Hechingen – Staatsanwälte ermitteln im Grünen

© Julia Siedler

Nur wer genau hinschaut, entdeckt bereits das eine oder andere zarte Pflänzlein an der Fürstin-Eugenie-Straße 3. Geplant ist aber noch viel mehr Grün.

Blumenwiese, Staudenbeet und Bäume kommen – und die Photovoltaikanlage auch: Marcus Wandel, Chef des Amts für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Tübingen, klärt auf. In der Sitzung des Hechinger Gemeinderats hatte es am Donnerstagabend Befürchtungen gegeben, rund um die neue Staatsanwaltschaft entstehe eine „Schotterwüste“.

Bekommt die Hechinger Staatsanwaltschaft eine „Schotterwüste“ um ihren Neubau? Einen Garten des Grauens? Stadtrat Dr. Alexander Vees (Freie Wählervereinigung) warf diese Frage in der Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend auf. Und auch „eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat man wohl vergessen“, merkte Vees an. In der Tat sehe das „scheußlich“ aus, was da ums ehemalige Vermessungsamt in der Fürstin-Eugenie-Straße herum geschehe, rumorte es dann auch im Gremium.

Die Grünplanung ist in mehrere Bereiche aufgeteilt

Der ZAK hat am Freitag nachgehakt, dort, wo man es wissen muss: beim Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Tübingen. Dessen Leiter, Marcus Wandel, klärt auf, zunächst zur befürchteten „Schotterwüste“: Die Grünplanung sei rund um das Gebäude in verschiedene Bereiche aufgeteilt. „Links neben dem Gebäude wurde eine bunte Blumenwiese ausgesät“, erklärt Wandel. An den Stirnseiten – etwa neben dem Eingang – werde ein Staudenbeet angelegt, und „zwischen den Stellplätzen hinter dem Haus werden ein paar Bäume gepflanzt und in dem leicht geböschten Streifen vor dem Gebäude wurde Efeu als Bodendecker gesetzt“.

Margret Simoneit liegt richtig: Es wurde bereits Efeu gepflanzt

Die Fläche dazwischen habe man – anstatt mit Rindenmulch – mit Jurasplit abgedeckt. Denn dieser Aufbau, erklärt Wandel, sorge dafür, „dass der Boden die Feuchtigkeit gut hält und die Wärme reguliert“. Der Amtsleiter führt weiter aus: „Da sich in diesem Grünstreifen auch zwei Anleiterflächen befinden, wurde hier auf die Anpflanzung von Büschen verzichtet. Ziel ist hier ein komplett mit Efeu als Bodendecker eingewachsener Grünstreifen zwischen Straße und Gebäude.“ Dieser Punkt geht an Stadträtin Margret Simoneit (SPD), die besagten Efeu bereits korrekt identifiziert hatte.

Wieso die Photovoltaikanlage noch nicht da ist

Und wieso ist bislang weit und breit nichts von einer Photovoltaikanlage zu sehen? Vergessen wurde diese keinesfalls, wie Marcus Wandel betont. Ganz im Gegenteil teilt er auf ZAK-Anfrage mit: „Eine PV-Anlage auf dem Dach der Staatsanwaltschaft war immer geplant und wird umgesetzt.“ Allerdings sagt Wandel auch: „Nachdem in den letzten Jahren, von der Baugenehmigung bis heute, die Forderungen nach Solaranlagen gestiegen ist (Verstärkung klimaschutzdienlicher Maßnahmen), und die Module leistungsstärker geworden sind, wird die nun beauftragte Anlage mit knapp 50 Kilowatt-Peak doppelt soviel Leistung bringen wie die ursprünglich geplante.“

Dass bisher noch nichts auf dem Dach zu sehen ist, habe im Wesentlichen damit zu tun, „dass wir auf unsere Ausschreibung bisher noch kein Ergebnis erhalten haben“, erklärt der Amtsleiter.

Der neue Standort der Hechinger Ermittler

Das ehemalige Vermessungsamt wurde für die Staatsanwaltschaft herausgeputzt. „Wir bringen das Gebäude auf den neuesten Stand in Sachen Sicherheit“, hieß es vor zwei Jahren dazu aus dem baden-württembergischen Finanzministerium. „Der energetische Zustand wird deutlich verbessert werden. Zudem schaffen wir mit einem neuen Aufzug einen barrierefreien Zugang“, sagte die damalige Finanzministerin Edith Sitzmann anlässlich des Baubeginns. Übrigens: Auch die technischen Anlagen im Gebäude wurden komplett erneuert. Das Dach wurde saniert und erhält, wie berichtet, eine Photovoltaikanlage.

Für die rund 1.200 Quadratmeter Nutzungsfläche investiert das Land Gesamtbaukosten in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro. „Der Justizstandort Hechingen wird mit der Sanierung des ehemaligen Vermessungsamtes nachhaltig gestärkt“, ist man im Finanzministerium sicher. Derzeit ist die Staatsanwaltschaft gemeinsam mit dem Polizeirevier in der Heilig-Kreuz-Straße 6 untergebracht. Der Umzug der Staatsanwaltschaft soll nach aktuellem Stand demnächst erfolgen, „im zweiten Quartal des Jahres“, wie kürzlich zu vernehmen war.

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