Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Balingen

Jubel wegen YouBL? Was die neue Jugend-App der Stadt Balingen kann

05.11.2019

Von Pascal Tonnemacher

Jubel wegen YouBL? Was die neue Jugend-App der Stadt Balingen kann

© Pascal Tonnemacher

Die Stadt Balingen hat die App YouBL veröffentlicht, mit der sich Jugendliche (und auch alle anderen Interessierten) zu Events, Locations oder Jugendarbeit informieren, aber auch bei Votings teilnehmen und mit Ideen einbringen können. Im Hintergrund ist die Baustelle des neuen Jugendhauses, bei dessen Planung bereits Jugendliche miteinbezogen worden sind.

„YouBL“ heißt die neue offizielle Jugend-App der Stadt Balingen. Wir haben getestet, was sie jungen Balingern bietet und ob sie ein Grund zu jubeln ist.

Modern, intuitiv, in knalligen Farben und voll mit Informationen, Angeboten – und Anglizismen: So könnte man die neue kostenlose Jugend-App der Stadt Balingen beschreiben. YouBL, wie die App für Android- und Apple-Geräte heißt, also „Du und Balingen“, wie man den Namen frei übersetzen könnte.

Kern und Ziel der App ist zum einen Jugendliche altersgerecht und modern über für sie interessante und relevante Themen, wie beispielsweise Locations („die wirklich angesagten und coolsten Adressen der Stadt!“), das Wetter oder den Neubau des Jugendhauses in Balingen zu informieren.

Was im aktuellen Jugendhaus Insel oder auch sonst für junge Balinger geboten ist, wird ebenso aufgelistet. Eine städtische Mitarbeiterin mit 25-Prozent-Stelle füllt die App mit Inhalten und Leben.

Informieren aber auch mitbestimmen lassen

Apropos Jugendhaus. Wesentlich ist zum anderen auch die Mitbestimmung, wie schon im mehrstufigen Jugendbeteiligungsprozess zum Jugendhausneubau: Was soll als nächstes im Jugendhaus Insel stattfinden? Stand Dienstag liegt ein Hip-Hop-Konzert weit vor Rock- oder Punk-Konzerten.


Bindend sind solche Umfrageergebnisse oder Ideen, die eingebracht und von allen anderen bewertet werden können, aber nicht, betont Rathaussprecher Jürgen Luppold.

Sie werden jedoch als Meinungsbild wahr- und ernstgenommen und Umfrageergebnisse nach Möglichkeit auch wunschgemäß angestrebt oder umgesetzt, heißt es.

Jeder kann die App nutzen

Konzipiert ist die App für Kinder, aber vor allem auch für Jugendliche, das spürt man. Offiziell ist sie Teil eines größeren Kinder- und Jugendbeteiligungsvorstoßes der Stadtverwaltung, zu dem sie laut Gemeindeordnung verpflichtet ist.

Herunterladen, mitmachen und nutzen kann jeder, denn für die App ist keine Registrierung, Login oder etwa Altersnachweis vonnöten. „Die App-Nutzer müssen keinerlei Daten wie Alter, Ortsteil oder E-Mail-Adresse von sich preisgeben“, sagt Luppold.

Echte Zielgruppe soll Dauernutzer werden

Ganz DSGVO-konform müsse man bei Kontaktanfragen lediglich ankreuzen, ob man 16 Jahre alt ist und damit selbständig handelt. Ansonsten braucht es eine Einverständniserklärung der Eltern, die die Weitergabe der Daten an die Stadt erlaubt. Andernfalls bleibt die Nachricht anonym.

Das Risiko, dass auch andere Nutzer, die nicht zur Zielgruppe gehören, mitwirken können, geht man ein. Die echte Zielgruppe soll aber als Dauernutzer auftauchen, das sei umso wichtiger.

Werbung startet erst noch

Das „aktive Promoten“ bei der Zielgruppe der 10- bis 27-Jährigen, wie Rathaussprecher Jürgen Luppold sagt, beginnt erst in den kommenden Tagen von Seiten der Stadtverwaltung. Mehr als 100 Downloads zählt die Verwaltung wenige Tage nach Veröffentlichung bereits jetzt.

Eine vierstellige Anzahl an jungen Balingern als Nutzer strebt die Verwaltung bis Jahresende an. In einer der nächsten Sitzungen des Verwaltungsausschusses soll die App auch den Stadträten näher vorgestellt werden.

App kostet die Stadt 15.000 Euro, die Nutzer nichts

Die, mit Verlaub, größtenteils Über-27-Jährigen im Ausschuss werden den Erläuterungen sicherlich interessiert folgen: Immerhin hat die Stadt 15.000 Euro für die Entwicklung und drei Jahre Laufzeit bezahlt, 6000 Euro davon sind durch ein Förderprogramm abgedeckt. In Zukunft könnte sie aber auch noch je nach Bedarf weiterentwickelt werden.

Umgesetzt hat die App die Internetagentur Hitcom aus Dunningen (Landkreis Rottweil), die nach eigenen Angaben bereits die Internetauftritte einiger kleinerer und größerer Kommunen im Südwesten modernisiert hat.

Diesen Artikel teilen: