Schömberg

Investor immer noch nicht auffindbar – Ostgiebel der Alten Schule in Schömberg wird gesichert

15.05.2024

Von Dennis Breisinger

Investor immer noch nicht auffindbar – Ostgiebel der Alten Schule in Schömberg wird gesichert

© Daniel Seeburger

Die Umrisse des abgerissenen Gebäudes sind am Giebel der Alten Schule deutlich zu erkennen.

Durch die Abbruchmaßnahme am benachbarten Gebäude Gaberstallgasse 1 liegt der Ostgiebel der sich im Eigentum der Stadt Schömberg befindlichen „Alten Schule“ in der Schulgasse 13 seit längerem frei. Jetzt will der Gemeinderat Nägel mit Köpfen machen und sanieren.

Die Frage nach der weiteren Nutzung des Geländes neben der Alten Schule in Schömberg ist eine „neverending story“, wie die Briten sagen, eine Geschichte, die zu keinem Ende findet. Noch vor wenigen Jahren wurden die Bauplätze neben der Alten Schule, auf denen sich gleich zwei Gebäude befunden hatten, von privater Seite an einen Investor verkauft. Dieser wollte dort ein mehrstöckiges Wohnhaus mit Tiefgarage bauen. Darauf warten die Schömberger Räte allerdings immer noch.

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Investor nicht erreichbar

Und der Investor ist unter seiner Esslinger Adresse nicht zu erreichen. Und offensichtlich auch nicht unter anderen Adressen. Das Problem ist, dass der Giebel der Alten Schule direkt an einem der nun abgerissenen Gebäudes anlag. Dieser Giebel liegt jetzt völlig frei.

Ohne den Schutz des angebauten Gebäudes droht laut Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger Wasser in die Alte Schule einzudringen, was zu Folgeschäden führen würde. Versuche, den für den Abbruch des Gebäudes in der Gaberstallgasse 1 verantwortlichen Eigentümer für Sanierungsmaßnahmen heranzuziehen, seien bislang erfolglos geblieben – eben weil er nicht erreichbar ist.

Eventuell juristische Maßnahmen

Ratsmitglied Heiko Gerstenberger regte an, den Investor zu den anstehenden Sanierungsmaßnahmen auf gerichtlichem Wege über eine Klage zu zwingen, was laut Sprenger aber wenig Erfolgschancen haben würde. Die Maßnahme der Giebelsanierung sei laut Sprenger mit 85 Prozent förderfähig, da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Die Fördersumme käme zu 60 Prozent aus der Bundes- und Landesförderung im Rahmen des Landessanierungsprogramms. Der Eigenanteil der Stadt würde sich somit auf 40 Prozent belaufen.

Vorliegende Angebote für eine umfassende Sanierung, die laut Sprenger aufgrund der Tatsache, dass andere Sanierungsmaßnahmen wegen der Situation um den ehemaligen Eigentümer kurz- und mittelfristig nicht zu erwarten sind, unumgänglich seien, schlagen für einen Fassadenaufbau aus Holz mit Wärmedämmung und einem dauerhaft nachhaltigen Verputz mit 110.000 Euro zu Buche. Eine einfache Folienabdeckung mit 11.614 Euro.

Gremium stimmt für Sanierung

Das Gremium stimmte zu, dass für die Sicherung des Ostgiebels der Alten Schule auf der Grundlage vorliegender Angebote eine Holzverkleidung und Putzarbeiten im Rahmen des Sanierungsgebiets Rathaus/Bahnhofstraße angebracht werden soll. Im Haushalt 2024 wurden dafür 25.000 Euro eingestellt, erforderliche zusätzliche Mittel werden innerhalb von Projekten städtebaulicher Planung in Höhe von 20.000 Euro umgeschichtet. Bei der Stadt verbleibende Eigenanteile würden weiterhin beim Gebäudeeigentümer eingefordert, die dafür entsprechende Belastung werde zudem im Grundbuch eingetragen.

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