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Handball

„Immer einen Schritt mehr gemacht“: Stolze „Gallier“ nach dem Coup in Göppingen

18.11.2019

Von Marcus Arndt

„Immer einen Schritt mehr gemacht“: Stolze „Gallier“ nach dem Coup in Göppingen

© Eibner

Jona Schoch überzeugte in Göppingen.

Im schwäbischen Derby dominierte der Aufsteiger aus Balingen beim Altmeister. Göppingen blieb blass, transportierte keine Emotionen auf die Platte.

Jens Bürkle blieb sich treu, verzichtete vor dem Prestigeduell auf branchenübliches Unterstatement und stellte nach dem 32:26 die Mannschaftsleistung heraus. Unter dem Hohenstaufen warf Jona Schoch neun – Martin Strobel wichtige Tore.

Enttäuschende Göppinger

Frisch Auf Göppingen zeigte im württembergischen Derby die schlechteste Saisonleistung – der HBW präsentierte sich als starkes Kollektiv. Mit neun Treffern bei zehn Versuchen brillierte Schoch im linken Rückraum. Der 25-Jährige, ein Ex-Göppinger, düpierte den Tabellennachbarn.

„Hier mit sechs Toren zu gewinnen, das ist unglaublich. Das macht uns megastolz“, erklärt Schoch, welcher auch in der Abwehr wichtige Akzente setzte. Nur nach dem Seitenwechsel hatten die Gastgeber leichte Vorteile, führten mit 17:15 (34. Minute), „doch wir haben immer einen Schritt mehr gemacht“, sagt Martin Strobel.

Der HBW-Kapitän führte klug Regie, traf mit seiner Ruhe und Routine auch in kritischen Momenten die richtigen Entscheidungen und warf wichtige Tore. Symptomatisch: Vom Kreis traf der 33-Jährige hart attackiert (24:29/54.) und sorgte schließlich mit einem Schlagwurf aus zehn Metern für die Entscheidung.

Lob für den Kapitän

„Kompliment an Martin, wie er sich nach der neunmonatigen Verletzungspause zurückgekämpft hat. Das war überragend“, meint Jens Bürkle. Der Balinger Trainer fügt hinzu: „Es war nicht zu erwarten, dass er so zurückkommt.“

Strobel selbst bleibt bescheiden. „Wir wollten nicht nur mitspielen, sondern gewinnen“, betont der vierfache Torschütze. Das demonstrierte der Aufsteiger eindrucksvoll, blieb in Durchgang eins in Schlagdistanz und zog mit einem 4:0-Lauf nach der Pause auf 25:21 davon (47.).

Göppingens „schlechteste Saisonleistung“

In der Schlussviertelstunde wackelten die „Gallier“ kurz, doch der ehemalige Europapokalsieger der Landesmeister lieferte nicht. In der Defensive bekam Göppingen überhaupt keinen Zugriff und vorne fehlten die kreativen Momente. „Wir hatten zwei Baustellen, Abwehr und Angriff“, analysiert Frisch Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer.

Auch im Tor hatte der Aufsteiger klare Vorteile: mit Vladimir Bozic, der acht Bälle parierte (Fangquote: 37 Prozent). „Unsere schlechteste Saisonleistung“, fasst Göppingens Sportlicher Leiter Christian Schöne den enttäuschenden Auftritt des Altmeisters (11:15 Punkte) zusammen, welcher den Anschluss an die oberen Plätze verpasst hat.

Vorsprung gewahrt

Balingen-Weilstetten hat weiter fünf Zähler Vorsprung auf den Tabellen-17. aus Ludwigshafen (5:21). Die Eulen, welche am kommenden Sonntag in der SparkassenArena (Beginn: 16 Uhr) gastieren, gewannen das Kellerduell gegen Schlusslicht HSG Nordhorn-Lingen mit 19:12.

„Ich habe meiner Mannschaft in der letzten Woche nicht nur einmal, sondern gefühlt tausendmal gesagt, dass es gegen Nordhorn um jeden Zentimeter geht“, verrät Eulen-Coach Benjamin Matschke, „das hat sie unfassbar gut gelöst. Die Kommunikation in Angriff und Abwehr war herausragend. Die HSG muss man im Rückzug gut verteidigen, denn da sind sie brandgefährlich. Gepaart mit einer guten Abwehr und einem guten Torwart dahinter, waren das heute die Bausteine zum Sieg.“

Mit dem Heimerfolg haben die Pfälzer wieder zu den Nichtabstiegsplätzen aufgeschlossen, liegen nur einen Punkt hinter Stuttgart (6:18) und Lemgo (6:20). Die Wild Boys unterlagen dem Bergischen HC mit 25:31 – der Ex-Meister war beim 18:27 gegen die SG Flensburg-Handewitt chancenlos. Auf den Plätzen zwölf bis 14 reihen sich Erlangen, Balingen-Weilstetten (beide 10:14) und Minden (10:16) ein.

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