Balingen

„Ich habe 'ne Kuh im Keller“ – Klaus Breisinger aus Balingen über seinen ungebetenen „Gast“

10.06.2024

Von Hannah Irion

„Ich habe 'ne Kuh im Keller“ – Klaus Breisinger aus Balingen über seinen ungebetenen „Gast“

© Dennis Breisinger

Über diese schmale Treppe hat sich die Kuh Zugang zum Keller verschafft.

Den vergangenen Freitagmittag wird Klaus Breisinger aus Balingen so schnell nicht vergessen. Eine Kuh folgte ihm bis in seinen Keller. Was sie dort veranstaltete und wie es schließlich gelang, sie wieder nach draußen zu bewegen.

Eine kuriose Polizeimeldung aus Balingen machte am Wochenende nicht nur im Zollernalbkreis, sondern in ganz Deutschland die Runde. Eine ausgebüxte Kuh hatte sich in den Keller eines Wohnhauses verirrt und dort für ordentlich Verwüstung gesorgt.

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Der besagte Keller gehört Klaus Breisinger, der am Freitagmittag nichtsahnend sein Fahrrad dort verstauen wollte. „Ich habe noch gesehen, wie die Kuh über das Grundstück meines Nachbars gelaufen ist“, erzählt Breisinger im Gespräch mit unserer Zeitung. „Dann ist sie mir plötzlich nachgetrottet.“

Streifzug durch Balingen

Bevor das abenteuerlustige Tier seinen Weg auf Breisingers Grundstück fand, hatte es bereits dem Schulhof der Balinger Längenfeldschule einen Besuch abgestattet – über einen Kilometer Luftlinie von Breisingers Keller entfernt.

„Ich habe noch versucht sie aufzuhalten, aber als das nicht geklappt hat, habe ich erstmal mein Fahrrad in Sicherheit gebracht“, erinnert sich der Balinger, der sich kurzerhand einen „Schlachtplan“ überlegen musste. Während sich sein ungebetener Gast über die außenliegende Steintreppe Zugang zum Untergeschoss verschaffte, eilte Breisinger auf die andere Seite des Hauses, um von innen in den Keller zu gelangen. „Ich hab‘ versucht, sie raus zu drängen.“

„Sie hat Panik bekommen“

Doch statt gemächlich zurück in die Freiheit zu trotten, wurde es der bis dahin entspannten Kuh plötzlich zu viel. „Sie hat Panik bekommen“, so Breisinger. Wortwörtlich ging es von da an über Tische und Bänke. „Die Kuh ist über ein Sofa und einen Tisch, hat sämtliche Kartons zertrampelt und die Wände verschmutzt.“

Für Breisinger der Moment, zum Telefon zu greifen. „Ich habe erst versucht, den Bauer zu erreichen, aber da ging niemand ran.“ Später sollte sich herausstellen, dass zu allem Übel auch noch dessen Telefonanlage defekt war. Also sei die nächste Nummer die der Polizei gewesen.

„Ich habe da angerufen und gesagt: ‚Ich habe ’ne Kuh im Keller. Das ist kein Witz!‘“, erzählt Breisinger und lacht. Überzeugen, dass seine Geschichte wahr ist, musste er die Beamten jedoch überhaupt nicht. Der vorangegangene Streifzug des Tieres hatte bereits einige Menschen dazu verleitet, die Polizei zu verständigen.

Regelrechter Kraftakt

Die Beamten erreichten schließlich auch den Betreiber des Hofes, auf dem die Kuh normalerweise lebt. Als dieser in Verstärkung seiner Schwiegertochter bei Breisinger eintraf, hieß es, die Kuh nach über einer halben Stunden endlich wieder zurück auf sicheres Terrain zu bringen. „Die haben gezogen und geschoben“, erzählt Breisinger. Dieses Mal mit Erfolg. Nach einem regelrechten Kraftakt gelang es, die Kuh in einen Anhänger zu verladen.

„Ich habe mich nachher noch mit der Polizei unterhalten“, so Breisinger. „Die haben auch gesagt, so ein Einsatz ist wirklich absolut außergewöhnlich.“

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