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Balingen

Höchste Eisenbahn für den Neubau der Brücke über die Eyach bei Balingen-Schmiden

11.10.2019

Von Klaus Irion

Höchste Eisenbahn für den Neubau der Brücke über die Eyach bei Balingen-Schmiden

© Thomas Haug

Fast unscheinbar und von Büschen und Bäumen umgeben gewährt die über 90 Jahre alte Eisenbahnbrücke bei Balingen-Schmiden den Zügen auf der Zollernbahnstrecke freie Fahrt über die Eyach.

Was lange währt, soll nun irgendwann zwischen Ende 2020 und Mitte 2022 realisiert werden. Die Rede ist von einer neuen Eisenbahnbrücke über die Eyach - auf der Zollernbahnstrecke bei Balingen-Schmiden.

Ein miserables Zeugnis hat Spiegel Online im Jahr 2017 den Verantwortlichen für die Zollernbahnstrecke ausgestellt. Sie gehöre zu den zehn Bahnstrecken Deutschlands, die die meisten maroden Brücken aufweisen. Darunter sind auch die beiden Balinger Brücken über die Steinach beim Messegelände und die Brücke über die Eyach bei Balingen-Schmiden.

Schlecht, aber nicht marode?

Die Eyachbrücke hat inzwischen über 90 Jahre auf dem Buckel und gehört in einer bahninternen Klassifizierung zu den Bauwerken, bei denen sich eine Instandsetzung nicht mehr lohnen würde. Im Jahr 2014 war deswegen angekündigt worden, dass die Brücke im Jahr 2017 ausgetauscht werden solle. Geschehen ist vor zwei Jahren allerdings gar nichts. Stattdessen reagierte seinerzeit ein Bahnsprecher auf den Bericht bei Spiegel Online mit den Worten, dass die Brücke zwar in der schlechtesten Kategorie eingruppiert sei, von marode aber nicht die Rede sein könne. „Die Brücke ist weiterhin sicher zu befahren und wird regelmäßig kontrolliert.“ Sollte sich an diesem Zustand etwas ändern, würde das Bauwerk natürlich sofort gesperrt.

Neubau im zweiten Anlauf

Nun unternimmt die DB Netze AG offensichtlich einen zweiten Anlauf, die Eisenbahnbrücke über die Eyach doch durch eine neue Überführung zu ersetzen. Am Freitag vermeldete das Tübinger Regierungspräsidium, dass das Eisenbahn-Bundesamt, Außenstelle Karlsruhe/Stuttgart, ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren einleitet. Das Regierungspräsidium Tübingen sei dabei die Anhörungs- und Erörterungsbehörde.

Planeinsicht ab Montag möglich

Was aber steht nun konkret an? Von kommenden Montag an, bis einschließlich Mittwoch, 13. November, werden die Planunterlagen im Balinger Rathaus ausgelegt. Die Unterlagen können im selben Zeitraum aber auch beim Regierungspräsidium Tübingen und auf der Internetseite des Regierungspräsidiums Tübingen abgerufen werden.

Höchste Eisenbahn für den Neubau der Brücke über die Eyach bei Balingen-Schmiden

© Klaus Irion

Die Eisenbahnbrücke über die Eyach bei Balingen-Schmiden ist in die Jahre gekommen.

Bis zwei Wochen nach Ende der Auslegungsfrist können bei der Gemeinde oder beim Regierungspräsidium Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden. Die Träger öffentlicher Belange und Verbände wiederum können Stellungnahmen abgeben. Nach Ablauf der Einwendungsfrist wird das Regierungspräsidium die eingegangenen Anregungen und Bedenken auswerten und gegebenenfalls einen Erörterungstermin anberaumen.

Bahnstrecke drei Monate dicht

Klärungsbedarf könnte vor allem für dortige Grundstücksbesitzer bestehen, denn während der Bauzeit – wie erwähnt irgendwann zwischen Ende 2020 und Mitte 2022 – wird es zu Einschränkungen im Bereich der vorhandenen Wirtschaftswege kommen. Eine Sperrung der Bahnstrecke ist für einen Zeitraum von rund drei Monaten vorgesehen.

Gartenschau 2023 im Blickpunkt

Während der Bauphase ist ein Schienenersatzverkehr mittels Bussen unausweichlich. Im Balinger Rathaus wird man deshalb einen bangen Blick auf dieses Bauvorhaben werfen und hoffen, dass es tatsächlich spätestens Mitte 2022 vollendet sein wird. Nicht auszudenken, wenn die vielen Gäste, die im Frühjahr und Sommer 2023 zur Gartenschau nach Balingen strömen sollen, zwangsweise in Bisingen oder Engstlatt in Busse umsteigen müssten.

Die Nutzungsdauer ist erreicht

Ein weiterer Aufschub des Brückenneubaus auf die Zeit nach der Gartenschau ist den Verantwortlichen bei DB Netze aber wohl zu heikel. Dabei hatte es vor zwei Jahren noch geheißen, man habe noch 15 bis 20 Jahre Zeit, um das Projekt umzusetzen. In der freitäglichen Pressemitteilung des Regierungspräsidiums klingt dies nun schon ganz anders: „Die bestehende Brücke hat ihre technische Nutzungsdauer erreicht. Zur Aufrechterhaltung eines sicheren Eisenbahnverkehrs ist eine Erneuerung des Bauwerks erforderlich.“

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