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Weilstetten

Hilfe zur Selbsthilfe: Doris und Karlheinz Haigis starten ihr nächstes Großprojekt in Tansania

22.11.2019

Von Lea Irion

Hilfe zur Selbsthilfe: Doris und Karlheinz Haigis starten ihr nächstes Großprojekt in Tansania

© Lea Irion

Doris Haigis hat für den kommenden Heselwanger Nikolausmarkt fleißig nachhaltige Schwämme gehäkelt. Der Erlös fließt in das Projekt der beiden.

2018 konnten Doris und Karlheinz Haigis ihr erstes Projekt in Tansania mit vollem Erfolg abschließen. Die beiden bauten dank hoher Spendengelder und monatelanger Eigenarbeit mit der tansanischen Bevölkerung unter anderem einen Schweine- und Hühnerstall, gruben ertragreiche Erntefelder und kümmerten sich um die 42 Kinder eines Waisenhauses. In 2020 startet das Weilstetter Ehepaar nun das nächste Großprojekt.

Nostalgisch blättern Doris und Karlheinz Haigis in kleinen Fotobüchern. Darauf zu sehen sind Gemüsefelder, Lehmhütten und vor allem tüchtige Menschen. Menschen, die ein Lächeln im Gesicht haben, die sich über eine Bananenstaude freuen, die sie selbst geerntet haben.

Doris Haigis ist auch auf dem Foto. „Die Felder sind aus Vulkanerde. Das Zeug, das dort angebaut wird, wächst gigantisch gut“, berichtet sie. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Karlheinz und den Einwohnern haben die beiden über lange Zeit unter anderem Felder angelegt und Ställe gebaut.

Hilfe zur Selbsthilfe: Doris und Karlheinz Haigis starten ihr nächstes Großprojekt in Tansania

© Privat

Zufriedene Gesichter: Eine der ersten Bananenstauden auf den tansanischen Vulkanerdefeldern.

In der Nähe eines Waisenhauses nahe der Kleinstadt Karatu residieren mittlerweile über 30 Schweine und 200 Hühner. Früher hat jedes Waisenkind ein Ei in der Woche bekommen. Eier sind in Tansania wichtige Grundnahrungsmittel.

5000 Euro für einen Brunnen

Dank der erhöhten Hühnerpopulation erhalten die Kinder jetzt jeden Tag ein Ei. „Als wir uns verabschieden wollten, hat uns ein Einwohner sechs eigene Eier mitgegeben, das war enorm emotional für mich“, erinnert sich Doris Haigis.

Ihr erstes Projekt im afrikanischen Staat Tansania, das in 2016 begonnen hatte, wurde laut eigener Aussage ein riesiger Erfolg. Ein Jahr lang hat das Ehepaar aus Weilstetten nun an neuen Ideen und Visionen für die kleine tansanische Gemeinde gearbeitet. Im Januar 2020 kehren die beiden nach Afrika zurück.

In der Bevölkerung steckt viel Potenzial

„Ein wichtiges Ziel stellt der Bau eines Brunnens dar“, sagt Karlheinz Haigis. Es sei kein leichtes Unterfangen und koste etwa 5000 Euro. Besonders schwierig gestalte sich die Bohrung für den Brunnen. Davon lassen sich die zwei aber nicht unterkriegen.

„Die Menschen vor Ort behandeln Fremde, wie wenn sie zur Familie gehören würden“, erinnert sich Doris Haigis. Vor allem aber stecke in der Bevölkerung viel Potenzial – solange man die Einwohner an die Hand nehme und gezielt fördere.

Hilfe zur Selbsthilfe ist die Devise des Projekts. Deshalb strebt das Ehepaar Haigis unter anderem auch an, neben dem Brunnenbau ein Grundstück für Schulungszwecke zu erwerben. Den tansanischen Menschen soll beigebracht werden, wie sie sich finanziell am effizientesten absichern können.

Eigener Obst- und Gemüseanbau wäre eine Lösung

Das sei durch den Verkauf von Obst und Gemüse möglich, da Tansania vom Tourismus lebt. Die örtlichen Märkte suchen demnach händeringend nachhaltig produzierte Pflanzen, die von den Einheimischen angebaut werden. „Wir wollen den Leuten beibringen, wie sie sich längerfristig selbst versorgen können“, fügt Doris Haigis an.

Im April 2020 will das Ehepaar dann vorerst zurückkehren – mit einem besonderen Gast. Yusuph Oldiani heißt der 24-Jährige, der durch ein Visum mit nach Deutschland kommen wird. Doris und Karlheinz Haigis haben ihm ein Praktikum in der Gärtnerei Brobeil in Geislingen organisiert.

24-Jähriger Afrikaner darf mit nach Deutschland

Dort wird er sich drei Monate lang in Sachen Pflanzenkunde fortbilden und dann mit seinem angeeigneten Wissen seine Gemeinde in Tansania unterstützen, damit Anbau und Ernte auf den neuen Feldern auch in Zukunft zum Erfolg wird.

Für das Großprojekt sammelt das Weilstettener Ehepaar momentan Spenden, die bis auf den letzten Cent rein in die Menschen vor Ort investiert werden. Für den anstehenden Heselwanger Nikolausmarkt hat Doris Haigis bereits Monate zuvor kunterbunte Schwämme gehäkelt, die aus Spezialgarn bestehen.

Projekt finanziert sich rein durch Spenden

Etwa 70 solcher Putz- und Badeschwämme stehen in einer kleinen Kiste bereit. Der Erlös aus dem Verkauf fließt direkt in ihr Projekt. Am 7. Januar fliegt das Ehepaar dann nach Tansania, mit den Einwohnern stehen sie über das Internet in Kontakt. Die Rückkehr können alle Beteiligten kaum mehr erwarten. Ein Spendenkonto für das ambitionierte Vorhaben ist ebenfalls eingerichtet.

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