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Albstadt

Hilfe aus Onstmettingen: Nun möchte die Kirchengemeinde den Kindern das Schulgeld bezahlen

27.12.2019

Von Holger Much

Hilfe aus Onstmettingen: Nun möchte die Kirchengemeinde den Kindern das Schulgeld bezahlen

© Privat

Die Fotos, die aus Ruanda geschickt werden, zeigen Kinder, die Hasen an den Ohren halten. "Kann man solche Fotos einem Spender geben?", fragte sich die Onstmettinger Gruppe. Doch bei vielen, die gespendet haben, erweckte es Kindheitserinnerungen. „Ja, wir hatten auch Hasen nach dem Krieg und so trägt man sie halt.“

Die katholische Kirchengemeinde St. Maria Onstmettingen unterstützt ihre Partnergemeinde Busoro in Ruanda. Nun werden neue Pläne geschmiedet. Gemeinsam mit den Freunden in Ruanda, berichtet uns Anke Bitzer, die sich seit Beginn für das Projekt einsetzt, „haben wir uns Gedanken über ein neues Projekt für 2020 gemacht.“ Die Entscheidung ist gefallen: „Wir wollen Kindern das Schulgeld bezahlen.“

In Ruanda gibt es zwei Stufen, die primery school von sechs bis 12 Jahre sowie die secondary school von 12 bis 18. Danach kann man auch studieren. Die primery school ist meistens kostenlos, fast alle Kinder besuchen sie, erzähl Anke Bitzer. Für die secondary school muss man bezahlen.

Zuerst ziegen, dann Hasen, dann Bildung

Ein Schuljahr ist in Trimester unterteilt: „Wir möchten es Kindern aus ärmeren Familien ermöglichen, eine weiterführende Schule zu besuchen.“ Zuerst wurden den Familien ermöglicht, Ziegen zu kaufen, danach Hasen.

Jeder Spender bekommt seine Fotos

Jeder Spender, berichtet Anke Bitzer, bekommt Fotos aus Ruanda, damit er aus erster Hand erfährt, was mit seinem Geld passiert. Auch dieses Jahr haben die Onstmettinger wieder viele Fotos der Kinder und der Tier erhalten, allerdings, so räumt Anke Bitzer ein, anders als erwartet.

Keine Häschen auf grüner Wiese

„Unsere Vorstellung waren spielende Kinder mit Hasen auf grünen Wiesen. Erhalten haben wir Fotos von Kindern in Hinterhöfen die in jeder Hand einen Hasen an den Ohren halten. Wir waren entsetzt und fragten uns, ob man solche Fotos einem Spender geben kann?

Erinnerungen: „So trägt man eben Hasen“

Doch bei vielen, die für die Hasen gespendet haben und dann ein Foto erhalten haben, erweckte es Kindheitserinnerungen. „Ja, wir hatten auch Hasen nach dem Krieg und so trägt man sie halt.“

Engagement seit 2017

Bereits seit Ende 2017 unterstützt die katholische Kirchengemeinde St. Maria in Onstmettingen Menschen in Afrika. Hier ist besonders das Projekt „Ziegen für unsere Partnergemeinde Busoro, Ruanda“ zu nennen - ein so ungewöhnlicher wie einleuchtender Weg, Menschen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben:

Eine Ziege bedeutet Unanhängigkeit

Denn in Ruanda ist es möglich, mit dem Besitz einer Ziege sich selbst zu versorgen und ein ansatzweise selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Tiere bedeuten eine wichtige Existenzgrundlage. Daher begann die Onstmettinger Gemeinde, berichtet Anke Bitzer, Ziegen für die Menschen dort zu kaufen.

Für uns sind es 30 Euro, in Ruanda eine Lebenschance

„Für uns hier in Deutschland sind es nur 30 Euro, für die Menschen in Ruanda ist es eine neue Chance“, sagt sie. 2018 spendete die katholische Kirchengemeinde St. Maria von Onstmettingen Geld für rund 260 Ziegen an ihre Partnergemeinde Busoro nach Ruanda.

Acht Jugendgruppen mit rund 160 Kindern wurden gegründet

2019 lief ein Projekt für Hasen an. Ein Kind erhält ein Hasenpaar und einen Platz in einer Jugendgruppe. Bis im November wurden acht Jugendgruppen mit insgesamt rund 160 Kindern und 320 Hasen gegründet.

Existenzbedingungen werden verbessert

Doch auch hinter dieser netten Idee steckte mehr als nur der Wunsch, den Kindern ein Kuscheltier zu schenken.

Hilfe aus Onstmettingen: Nun möchte die Kirchengemeinde den Kindern das Schulgeld bezahlen

© Gudrun Stoll

Auch auf dem beliebten Weihnachtsmärktle in Onstmettingen wurde für die Hilfsaktion geworben.

Vielmehr geht es auch hier darum, die Existenzbedingungen für betroffene Familien durch den Besitz der Tiere zu verbessern. Dahinter steckte eine einfache Rechnung:

Hasen haben viele Nachkommen

Vom ersten Wurf des Hasenpaars, so erläutert Anke Bitzer das zugrundeliegende Muster, gibt das Kind ein Paar an ein anderes Kind ab. Mit den weiteren Hasenjungen kann das Kind einen Beitrag dazu leisten, die Familie zu ernähren. Für eine Spende über 30 Euro erhält ein Kind in Busoro ein Hasenpaar und einen Platz in einer Jugendgruppe.

Die Planungen laufen immer weiter

„Als wir sahen, wie gut unser Ziegen-Projekt 2018 für Ruanda unterstützt wird und wie gut die Zusammenarbeit mit unserem Team in Ruanda und hier vor Ort funktioniert, begannen wir uns Gedanken darüber zu machen, wie wir unser Projekt 2019 gestalten. Nun planen wir bereits für 2020.“, informiert Anke Bitzer über die Entwicklungen der vergangenen Jahre.

Freude über jeden Spender

„Wir freuen uns auch sehr“, betont Anke Bitzer, „über die Menschen, die regelmäßig für unsere Projekte spenden“.

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