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Handball

HBW Balingen-Weilstetten zieht Bilanz: Gute Ergebnisse und einige Überraschungen

29.04.2020

Von Marcus Arndt

HBW Balingen-Weilstetten zieht Bilanz: Gute Ergebnisse und einige Überraschungen

© Moschkon

Der HBW spielt weiterhin in Liga eins.

Nach der Rückkehr in die Bundesliga haben sich die „Gallier“ im Oberhaus etabliert und als Tabellen-16. auch sportlich den Klassenerhalt geschafft. Dennoch erfolgt eine Zäsur im Kader – aus wirtschaftlichen Zwängen.

Unter der Regie von Trainer Jens Bürkle spielte der HBW eine starke erste Halbserie – trotz eines verpatzten Auftakts mit dem Pokal-Aus vor heimischer Kulisse sowie der 26:38-Klatsche in Magdeburg.

„Wir wurden schnell konkurrenzfähig und haben die entscheidenden Entwicklungsschritte als Aufsteiger gemacht“, blickt der Balinger Coach zurück.

Wichtiger Erfolg

Zum Dosenöffner avancierte ohne Zweifel der Erfolg im Aufsteigerduell über Nordhorn-Lingen (Endstand: 25:23). „Unglaublich wichtig“, hebt der Sportwissenschaftler hervor, welcher mit einer gezielt verstärkten und sinnvoll ergänzten Truppe die Konkurrenz schockte: Nach Melsungen, das mit 36:23 in der „Hölle Süd“ abgewatscht wurde, besiegten die Schwaben auch die Füchse aus Berlin (31:30).

Die „Gallier“ waren auf Tuchfühlung mit der oberen Tabellenhälfte, holten in einem goldenen Herbst 7:3 Punkte. Markant: das souveräne 32:26 im schwäbischen Derby beim Altmeister Göppingen.

Lemgo bremst Schwaben aus

Die Negativtrendwende folgte in Lemgo – einzig gegen den Bergischen HC (29:27) gelang dem Aufsteiger in der ersten Saisonhälfte noch ein zählbarer Erfolg. „Wir hatten viele gute Ergebnisse und haben einige Überraschungen geliefert“, bilanziert Bürkle.

Unumwunden räumt der 39-Jährige aber ein: „Es waren ein paar Niederlagen dabei, die mich in der Höhe geärgert haben. Auch die Unentschieden gegen Friesenheim und Stuttgart hätte ich nicht gebraucht. Durch die Heimpleite gegen Lemgo sind wir dann in der Rückrunde endgültig unten rein gerutscht.“

Schwierige Phase

Nach der EM-Pause brachte der HBW nur bedingt sein Potenzial auf die Platte, wurde nach fünf Niederlage in Folge auf Rang 17 durchgereicht. „Eine sehr schwierige Phase“, betont Bürkle, „wichtig war, dass wir gegen Minden einen Punkt geholt haben.“

Im finalen Rundenspiel tauschte Balingen-Weilstetten mit Ludwigshafen noch die Plätze und schloss die Runde als 16. ab. „Ich bin sehr zufrieden mit dieser Saison, da wir den Klassenerhalt auch sportlich eigentlich geschafft hätten“, hebt Bürkle hervor, der die Leistung seines Teams einzuschätzen weiß: „Viele Dinge sind wirklich gut gelaufen, aber wir hätten mehr rausholen können und hätten unsere gute Phase länger nutzen müssen. Wir haben die Chance verpasst, aus einer guten Runde mehr zu machen ...“

Wacklige Abwehr

Während der Angriff mit 741 Treffern lieferte, wackelte die Defensive bedenklich. 881 Gegentore kassierte die Balinger Schießbude. „Im Rückzugsverhalten hatten wir in vielen Spielen große Schwierigkeiten und waren in der Abwehr nicht konstant genug“, analysiert Bürkle, der optimistisch konstatiert: „Wir haben noch eine junge Mannschaft, die Luft nach oben besitzt. Wir haben an Erfahrung gewonnen und werden trotz der Abgänge stabiler sein.“

Erst ein Neuzugang

Kapitän Martin Strobel beendet seine Karriere – vier arrivierte Akteure (Taleski, Meschke, de la Pena, Hausmann) verlassen den Klub. Mit Fabian Wiederstein präsentierte der HBW – auch aufgrund wirtschaftlicher Zwänge - bislang nur einen externen Neuzugang.

„Es lassen sich in der aktuellen Situation viele Dinge nicht einschätzen“, meint Bürkle, „aber wir haben noch nicht jeden Euro verplant und noch etwas Spielraum.“ Noch sei vieles nicht absehbar, erklärt Wolfgang Strobel. Der Geschäftsführer plant trotz positiver Signale der Sponsoren mit einem geringeren Budget – deutlich unter drei Millionen. Gerne hätte er die Runde zu Ende gespielt. „Die Würze der Saison liegt im finalen Drittel“, sagt er, „erst die letzten Begegnungen machen diese oft aus. In Corona-Zeiten war der Abbruch allerdings eine alternativlose Entscheidung – sportlich wie wirtschaftlich.“

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