Handball

HBW Balingen-Weilstetten geht selbstbewusst ins Derby: „Natürlich wollen wir gewinnen“

22.02.2024

Von Marcus Arndt

HBW Balingen-Weilstetten geht selbstbewusst ins Derby: „Natürlich wollen wir gewinnen“

© imago images / Beautiful Sports

Mit zwei Siegen in Serie startete der HBW (im Bild Tobias Heinzelmann) in die Rest-Runde.

Im baden-württembergischen Prestigeduell erwartet das Balinger Bundesliga-Schlusslicht am Samstagabend (20.30 Uhr, SparkassenArena) den kriselnden DHB-Pokalsieger aus Mannheim. Die Löwen setzten international ein Statement.

Noch am vergangenen Sonntag bejubelten die Recken in der Liga den 28:27-Coup über Magdeburg, doch in der European League unterlag die TSV Hannover-Burgdorf den Schwarz-Gelben mit 26:27. „Es hat sie nach sieben Niederlagen in Folge befreit“, hat Jens Bürkle beobachtet, „auf der anderen Seite hat man aber auch gesehen, dass ein paar Dinge bei ihnen nicht selbstverständlich sind.“

Ohne Zweifel hinkt das Team von Sebastian Hinze den eigenen Ansprüchen hinterher, ist nur Zehnter – mit fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze. „Dass sich die Löwen nach der Super-Saison 2022/23 so schwertun, hätte nicht gedacht“, räumt der Sportwissenschaftler unumwunden ein, „aber die vielen Verletzungen und ein paar Abgänge tun ihnen schon weh. Und die Neuzugänge, die keine HBL-Erfahrung haben, brauchen eben noch Zeit. Aber das ist völlig normal.“

Nervenstärke bewiesen

Das war beim Aufsteiger nicht anders. In der EM-Pause steigerten sich die „Gallier“ im Kollektiv noch einmal, bestätigen den Derby-Erfolg gegen Göppingen (Endstand: 30:29) in Wetzlar (21:16). „Das sind zwei superwichtige Punkte für uns“, ordnet Bürkle den Sieg in Wetzlar ein, „Abwehr- und Torwartleistung waren in einem Top-Bereich. Wir haben die Möglichkeit, früher den Sack zuzumachen, da spielen wir ein, zwei Konter auf das leere Tor nicht sauber genug aus. Aber wir behalten die Nerven und haben den nächsten Schritt gemacht.“

Zufrieden schaut der Sportwissenschaftler auf die Gesamtentwicklung des Tabellenletzten, der wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen liegt. „Wir waren jetzt in den vergangenen fünf Begegnungen viermal in den Punkten“, betont der 43-Jährige, „und haben uns ein positives Grundgefühl erarbeitet.“ Ob das auch gegen den badischen Rivalen reicht? „Das ist ein Derby: Natürlich wollen wir gewinnen“, sagt Bürkle, „und so müssen wir das Spiel auch angehen und annehmen. Dass da Qualität auf uns zukommt, ist klar. Aber wir haben Göppingen und Wetzlar geschlagen, die auf Platz acht und neun stehen. Jetzt kommt der Zehnte. . .“

Rückzug als entscheidender Schlüssel

Die Löwen sind nach fünf Niederlagen in Folge in der Liga nach unten gerutscht – trotz einer top besetzten Truppe um DHB-Star Juri Knorr. Bester Angreifer der Mannheimer ist Niclas Kirkelokke (112 Saisontore). Der Däne setzt neben Knorr (94) die Akzente bei den Gelbhemden. Diese müssen in Balingen neben den Langzeitausfällen auch auf Keeper Mikael Appelgren (Muskelfaserriss in der Wade) verzichten. „Trotzdem können ihre Torhüter dem Spiel ihren Stempel aufdrücken“, warnt Bürkle.

Der erfahrene Übungsleiter fügt hinzu: „Wir müssen ihre Abwehr sauber bespielen, die gibt uns ein paar Ansätze – macht aber auch viele Dinge gut. Da gilt es Lösungen zu finden, damit sie uns nicht auskontern.“ Wichtig für den HBW-Coach, „dass wir ihr Gegenstoßspiel unterbinden. Das ist gegen Wetzlar sehr gut gelungen: mit nur einem Kontertor. Deshalb haben wir sie in den Toren auch so weit unten gehalten. Der Rückzug und die Bereitschaft, nach hinten zu rennen und konsequent in die Zweikämpfe gehen, wird der entscheidende Schlüssel sein.“

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