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Albstadt

Groz-Beckert stellt das Bauprojekt auf dem Werksgelände in Albstadt auf den Prüfstand

09.07.2019

Von Dagmar Stuhrmann

Groz-Beckert stellt das Bauprojekt auf dem Werksgelände in Albstadt auf den Prüfstand

© Dagmar Stuhrmann

Zwischen Parkweg und Otto-Gußmann-Straße soll eine neue Produktionshalle entstehen. Ob und wann der Startschuss für dieses Bauprojekt erfolgt, macht Groz-Beckert jedoch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen abhängig.

Das Albstädter Traditionsunternehmen steigert 2018 seinen Umsatz auf 745 Millionen Euro. Für 2019 wird allerdings mit einem Rückgang gerechnet.

Groz-Beckert erzielte im Geschäftsjahr 2018 einen Konzernumsatz von 745 Millionen Euro. Das entspricht einer leichten Umsatzsteigerung um fünf Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Zunächst konnte die Konjunktur in 2018 die positive Dynamik aus 2017 fortsetzen.

Wachstum hat im Jahresverlauf an Schwung verloren

„Im Jahresverlauf verlor das weltwirtschaftliche Wachstum jedoch an Schwung“, erläutert Hans-Jürgen Haug, Sprecher der Geschäftsführung von Groz-Beckert. „Das macht sich auch bei uns bemerkbar: Während das erste Halbjahr vielversprechend lief, gingen im zweiten die Absätze spürbar zurück.“

Unsicherheiten auf den weltweiten Märkten

Politische Themen wie der Handelskonflikt zwischen den USA und China, geopolitische Konflikte und der bevorstehende Brexit seien ausschlaggebend für Unsicherheiten in den weltweiten Märkten. Neben der generellen Abschwächung der Konjunktur im Jahresverlauf hätten zudem negative Währungseffekte den Umsatz beeinflusst.

Konjuktur schwächelt

Unter dem Strich kann Groz-Beckert 2018 jedoch einen Umsatzanstieg von fünf Millionen Euro bzw. rund einem Prozent verzeichnen.. Dieser resultierte im Wesentlichen aus guten Absätzen in Asien und Europa.

Rückläufige Nachfrage im zweiten Halbjahr

Die weltweiten Strickmärkte entwickelten sich vergangenes Jahr verhaltener als 2017. Eine überdurchschnittlich lange Sommerflaute sowie hohe Überkapazitäten an Strickmaschinen im Markt führten im zweiten Halbjahr zu einer rückläufigen Nachfrage. Das machte sich im Unternehmensbereich Knitting (Stricken und Wirken) mit einem in Summe leichten Absatzrückgang bemerkbar.

Die Bereiche Sewing (Nähen), Felting (Filzen) und Carding (Kardieren) lagen über dem Niveau des Vorjahres, der Bereich Weaving (Weben) musste Einbußen hinnehmen.

Erstes Halbjahr 2019 auf schwachem Absatzniveau

Die Prognose für das laufende Jahr ist durchwachsen. Laut Hans-Jürgen Haug verliefen die ersten sechs Monate des Jahres 2019 auf einem schwachen Absatzniveau. Aufgrund der aktuellen weltwirtschaftlichen Lage und der Verunsicherung der Märkte rechnet Groz-Beckert für 2019 mit einem Rückgang des Konzernumsatzes.

„Wir hatten zehn Jahre lang ein sehr gutes Geschäftsklima ohne Schwächen“, sagt Haug. „Es ist normal, dass eine Phase der Überkapazitäten und der Investitionszurückhaltung kommt.“

2255 Beschäftigte am Stammsitz in Albstadt

In Sachen Belegschaft hat das weltweit agierende Unternehmen 2018 zugelegt. Die Zahl der Mitarbeiter ist um 469 auf 9282 im Konzern gestiegen. Am Stammsitz in Albstadt beschäftigt Groz-Beckert 2255 Menschen. Das sind 141 mehr als im Vorjahr.

Geplanter Personalaufbau wird 2019 nicht umgesetzt

„Den geplanten Personalaufbau für das laufende Jahr wird Groz-Beckert allerdings nicht umsetzen“, sagt Hans-Jürgen Haug. Die Schwäche des Marktes werde aber aus heutiger Sicht nicht zu einem strukturellen Eingriff führen, versichert er. Ein Personalabbau sei nicht geplant.

Vorentwurfsplanung ist abgeschlossen

Das Jahr 2018 sei zur Grundlagenermittlung und Vorentwurfsplanung für das neue Produktionsgebäude, das Gebäude 30, genutzt worden. Derzeit laufe die Detailplanung. Das Baugesuch sei bei der Stadt eingereicht worden, das Verfahren zur Bebauungsplanänderung läuft.

Bauentscheidung im Herbst

Die Entscheidung über die Beauftragung der Bauleistung werde Ende des Jahres 2019 getroffen, so Haug. Ob und wann der Startschuss für den Neubau erfolgt, wird davon abhängen, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den nächsten Monaten weiterentwickeln werden.

Parkplatz wird erweitert

Zudem laufen zur Zeit die Bauarbeiten zur Erweiterung des Parkplatzes Süd. Das notwendige 7800 Quadratmeter große Grundstück wurde von Mettler-Toledo erworben. Die 260 neuen Parkplätze sollen die wegfallenden auf dem Baugrund des Gebäudes 30 ersetzen, sollen aber auch den zusätzlichen Bedarf an Parkplätzen decken.

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© Dagmar Stuhrmann

Im Ebinger Hof läuft alles nach Plan: Neben dem Kräuterkasten baut Groz-Beckert ein Fachwerkhaus mit Bistro und Wohnungen..

Das Bauprojekt im Ebinger Hof läuft planmäßig. Dort baut Groz-Beckert neben dem Kräuterkasten ein Fachwerkgebäude, in dem sowohl ein Bistro als auch Wohnungen untergebracht werden sollen. Die Fertigstellung ist im Lauf des Jahres 2020 geplant.

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© UDO JANDREY

Hans-Jürgen Haug

Zur Person: Hans-Jürgen Haug ist seit Jahresbeginn Sprecher der Groz-Beckert-Geschäftsführung. Der ehemalige Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Thomas Lindner, ist in den Aufsichtsrat gewechselt. Der 55-jährige Haug ist im Raum Reutlingen aufgewachsen und absolvierte ein klassisches Maschinenbaustudium in Stuttgart. Haug ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sieben Jahre lang arbeitete er bei der Firma Prym.

1999 wechselte er zu Groz-Beckert und gehört bereits seit 2007 der Geschäftsführung an. Die Groz-Beckert-Geschäftsführung besteht aus einem Dreier-Team: Hans-Jürgen Haug, Eric Schöller und Markus Settegast.

Erstmals kein Vertreter der Gründerfamilien in der Geschäftsführung

Die drei Geschäftsführer bilden erstmals in der Firmengeschichte eine Geschäftsführung, bei der keines der Mitglieder aus einer der Gründerfamilien Groz und Beckert kommt.

Er habe sich 1999 bewusst für ein familiengeführtes Unternehmen entschieden, sagt Hans-Jürgen Haug, weil er die Stärken einer solchen Konstellation schätzt. Dazu gehört auch das Bekenntnis zum Standort.

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