Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Dotternhausen

Glücksbringer und Baumschädling: Die Mistel kommt in Dotternhausen gehäuft vor

03.02.2020

Von Rolf Schatz

Glücksbringer und Baumschädling: Die Mistel kommt in Dotternhausen gehäuft vor

© Rolf Schatz

Diese Obstbäume am Fuße des Plettenbergs haben viele Misteln.

Die Mistel breitet sich im Zollernalbkreis schnell aus. In Dotternhausen fühlt sie sich offensichtlich besonders wohl. Die Obstbaubesitzer freut‘s weniger.

Für die einen eine mythische Pflanze, ein Glücksbringer, der vor allem in der Weihnachtszeit großen Symbolcharakter hat. Für die anderen ist die Mistel ganz einfach ein Baumschädling. Tatsache ist, dass sich diese Pflanze im Zollernalbkreis schnell ausbreitet. Gerade in Dotternhausen fühlt sich die Mistel offensichtlich sehr wohl. Zu wohl, sind sich die Baumexperten einig.

Vor allem an ungepflegten Bäumen

Wer auf der B27 in Richtung Hechingen / Tübingen fährt, kann diesen immergrünen Pflanzenbewuchs kilometerweit verfolgen. Der Mistelbefall breitet sich vor allem an Bäumen, die nicht oder unregelmäßig gepflegt werden aus.

Vor allem die Obstbäume leiden unter dem üppigen Bewuchs. Sie werden geschwächt und durch den Entzug von Wasser, Salzen und Nährstoffen sterben die Bäume ab.

Ein immergrünes Mistelgewächs wächst zwar sehr langsam, doch in der Winterzeit lässt es seine Früchte reifen. Die Samen liegen in den erbsengroße, weißlich-glasigen Scheinbeeren, welche klebriges Fruchtfleisch enthalten. Auf diesen saftigen Leckerbissen fliegen Vögel, vor allem Mistel- und Wacholderdrosseln, die wichtigsten Verbreiter der Misteln.

Problem für Streuobstbestände

Landet der Samen unverdaut auf der Rinde eines Wirtsbaumes, schiebt er sich mit nadelartigen Sprossen ins Holz und die Wurzel (Haustorien) wächst ins Innere des Holzes. Die Erscheinung kann regional sehr unterschiedlich ausfallen und ist inzwischen für manche Gebiete in Streuobstbeständen zum Problem geworden.

Die Baumfachwartevereinigung Zollernalb mit ihrem Vorsitzenden Hans-Jürgen Snackers sowie Kreisfachberater Markus Zehnder und weitere Experten raten, stark befallene Astpartien bis ins gesunde Holz zu beschneiden und so die Verbreitung der Misteln einzudämmen.

Mit Misteln befallene Äste sollten komplett beziehungsweise an der nächsten Astgabel entfernt oder mindestens 20 Zentimeter unterhalb des Mistelanwuchses abgeschnitten werden. Ist ein Leitast befallen, sollte mindestens die Mistelpflanze abgesägt werden. Manche Gemeinden mit sehr starkem Befall setzen sich hierfür ein und versuchen, durch einen Mistelschnitt die Verbreitung einzudämmen.

Misteln sind nicht geschützt

Geschützt sind Misteln nicht und das Entfernen eines Baumes daher erlaubt. Eine regelmäßige Kontrolle und einen Baumschnitt ist auf jeden Fall vorteilhafter als einen befallenen Baum zu sanieren.Rolf Schatz

Diesen Artikel teilen: