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Zollernalbkreis

Geschäftsstellen zu: Krankenkassen in der Region setzen auf Telefon- und Onlineberatung

16.03.2020

Von Jasmin Alber

Geschäftsstellen zu: Krankenkassen in der Region setzen auf Telefon- und Onlineberatung

© Jasmin Alber

Die Vielfalt der Gesundheitskarten auf diesem Symbolfoto zeigt: Etliche gesetzliche Krankenversicherungen sind in der Region vertreten. Die ersten schließen nun ihre Geschäftsstellen.

Gesundheit geht vor. Um die Ausbreitung des Coronavirus’ zu vermindern, haben sich mehrere Krankenkassen dazu entschieden, ihre Geschäftsstellen und Kundencenter vor Ort zu schließen. Versicherte müssen aber dennoch nicht auf die Beratung verzichten. Die Kassen weisen auf ihre Onlineangebote sowie Telefon-Hotlines hin.

Nachdem das Robert-Koch-Institut (RKI) neue Regionen zum COVID-19-Risikogebiet erklärt hat und sich die Risikolage weiter verschärft hat, reagiert auch die AOK Baden-Württemberg, heißt es in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Die größte Krankenkasse im Südwesten hat mit sofortiger Wirkung alle Kundencenter für den Publikumsverkehr geschlossen und betreut die Versicherten verstärkt telefonisch und per E-Mail. Hier habe die Krankenkasse ihre Kapazitäten aufgrund der außergewöhnlichen Situation aufgestockt. Diese Regelung gelte vorerst bis zum 31. März. Ziel sei es, so die AOK Baden-Württemberg, aktiv dabei zu unterstützen, die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Die Kontaktdaten, mit denen die Versicherte weiterhin mit ihrer AOK Baden-Württemberg in Verbindung bleiben können, sind auf der AOK-Webseite hinterlegt.

Versicherte und Angestellte bestmöglich schützen

Auch die DAK-Gesundheit stellt die persönliche Kundenberatung in ihren Servicezentren ein – und zwar bundesweit, wie aus der Mitteilung vom Montag hervorgeht. Hier heißt es weiter: „Die Versicherten erhalten alle erforderlichen Leistungen weiterhin wie gewohnt. Die Beratung wird über das Telefon und das Internet sichergestellt.“

Man habe sich kurzfristig zu diesem Schritt entschieden, um die Gesundheit sowohl der Versicherten als auch der DAK-Beschäftigten bestmöglich zu schützen. „Als Krankenkasse mit 5,6 Millionen Versicherten und rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben wir in dieser Krisensituation eine besondere Verantwortung“, so Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Beide Krankenkassen haben Geschäftsstellen im Zollernalbkreis, die von den Schließungen betroffen sind.

Die einzige im Zollernalbkreis ansässige Betriebskrankenkasse im bundesweiten BKK-Dachverband ist die BKK Groz-Beckert in Ebingen. Am Montagvormittag habe man beschlossen, die Geschäftsstelle bis auf Weiteres zu schließen. Die Ansprechpartner sind für Versicherte aber weiterhin per E-Mail oder Telefon erreichbar, heißt es von Seiten des Unternehmens.

Ohnehin Tendenz zum Austausch via Telefon, Mail und Post

Die IKK classic mit nächstgelegenen Geschäftsstellen in Reutlingen, Tübingen und Rottweil schließt zum Schutz vor dem Coronavirus ab Dienstag, 17. März, bis auf Weiteres ihre bundesweit rund 160 Kundenberatungsstellen (Servicecenter). „Dies ist eine vorbeugende Maßnahme, um unseren Kunden und Beschäftigten in der gegenwärtigen Krisenphase ein vermeidbares Ansteckungsrisiko zu ersparen“, erklärt Pressesprecher Michael Förstermann. „Die Sicherheit der Kunden geht für uns vor.“

Für den Austausch mit der Krankenkasse nutzen Versicherte mittlerweile ohnehin in der überwiegenden Mehrheit Telefon, E-Mail oder Post, weiß Förstermann. Die IKK classic verfüge daher über eine solide und umfassende telefonische und digitale Kommunikations-Infrastruktur.

Wie lange die Servicecenter geschlossen bleiben, wird seitens der IKK classic von der Einschätzung der öffentlichen Gefährdungslage durch die zuständigen Behörden bestimmt werden.

Wenn möglich auf Geschäftsstellenbesuch verzichten

Die Barmer wendet sich an ihre Versicherten und rät, persönliche Besuche in der Geschäftsstelle gut abzuwägen (Stand: Montagnachmittag).

Zur Zeit sind die Barmer-Geschäftsstellen in Tübingen und Sigmaringen geöffnet, sagt Pressesprecherin Marion Busacker auf ZAK-Nachfrage. „Jedoch wird es dort, wo es die Gefahrenlage erfordert, nach Austausch mit den Behörden vor Ort, den Pandemiebeauftragten und dem Krisenstab der Barmer zu Schließungen kommen. Aus diesem Grund appellieren wir an unsere Versicherten, auf den Gang zu einer Geschäftsstelle zu verzichten und andere Kontaktwege zu nutzen.“ In Frage kommen dafür der telefonische Kontakt sowie Anfragen per E-Mail oder via Internet.

TK ist nach telefonischer Vereinbarung für Kunden da

Auch in Zeiten von COVID-19 ist die Techniker Krankenkasse (TK) für ihre Kunden in dringenden Ausnahmefällen weiterhin persönlich da. In einer Pressemitteilung informiert die Kasse am Mittwoch, 18. März: Um die Kunden und die Mitarbeiter zu schützen, ist die TK allerdings ab Mittwoch, 18. März, nur noch nach vorheriger telefonischer Vereinbarung persönlich vor Ort zu sprechen, teilt das Unternehmen mit.

Alternativ empfiehlt die Techniker den Kontakt per Telefon sowie online oder über die TK-App. Kay Kuhnen, bei der TK verantwortlich für die Kundenberatung in den Filialen: „Damit schließen wir unsere Kundenberatungen nicht komplett. Aufgrund der Infektionsgefahren wollen wir die Kontakte allerdings auf die absolut unabwendbaren Gespräche begrenzen.“ Kunden können im Vorwege telefonisch klären, ob für sie ein Gespräch möglich ist.

Private Krankenversicherer reagieren ebenfalls aktuell

Die Anbieter privater Krankenversicherungen reagieren ebenfalls auf die Coronavirus-Lage. So beispielsweise auch Generalagent Dennis Marco Ottmüller, der Partner der Hanse-Merkur vor Ort in Albstadt ist. Er arbeitet derzeit im Home-Office, wie er auf ZAK-Nachfrage informiert. Die persönliche Beratung bleibt aber nicht auf der Strecke: Für die Versicherten ist er telefonisch oder per E-Mail erreichbar.

Die Debeka-Geschäftsstelle Balingen hingegen bleibt, ebenfalls Stand Montagnachmittag, laut Büroleiter Jörg Gröbe geöffnet: „Bis jetzt haben sich unsere Öffnungszeiten nicht geändert.“ Update: Die Verantwortlichen haben sich dazu entschlossen, dass die Geschäftsstelle von Dienstag an ebenfalls geschlossen bleibt. „Die Kunden können sich telefonisch an uns wenden“, so Gröbe am Dienstagmorgen.

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