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Geislingen

Geislingen entlastet seine Familien: Keine Gebühren für Kita und Kernzeitenbetreuung

29.07.2020

Von Rosalinde Conzelmann

Geislingen entlastet seine Familien: Keine Gebühren für Kita und Kernzeitenbetreuung

© Rosalinde Conzelmann

Auch in der Kita Regenbogen herrscht nach der coronabedingten Schließung wieder Leben.

So sieht Familienfreundlichkeit aus: Um die Familien in der eh sehr schwierigen Corona-Zeit nicht noch weiter zu belasten, hat der Gemeinderat beschlossen, die Gebühren für Kita und Kernzeitenbetreuung von April bis Juni zu erlassen. Für die Notbetreuung sieht es anders aus.

Auch in der letzten Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause musste sich das Gremium mit Corona auseinandersetzen. Die Verwaltung informierte das Gremium, das am Mittwochabend in der Schlossparkhalle tagte, über den Gebührenausfall in den Kitas und der der Grundschule.

Obwohl da ein schöner Batzen zusammenkommt, folgte der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung, den Eltern die Gebühren für die Kita und die Kernzeitenbetreuung von April bis Juni zu erlassen – auch wenn es hierzu keine rechtliche Verpflichtung gibt.

Eltern werden entlastet

Die Rathausspitze und das Gremium sind sich einig, dass die Stadt so ihre Familienfreundlichkeit unter Beweis stellen möchte. Die Eltern, deren Kinder und Grundschüler während der Kita- und Schulschließungen zu Hause waren, werden auch im Nachhinein nicht zur Kasse gebeten.

Notbetreuung kostet

Bei der Notbetreuung an der Grundschule und den Kitas sieht es anders aus: Hier wird eine tagesgenaue Abrechnung mit der günstigsten Betreuungsform vorgenommen und die bisherige Sozialstaffelung beibehalten.

Land hat geholfen

Wie die stellvertretende Hauptamtsleiterin Theresa Schaitel ausführte, hat das Land Baden-Württemberg für die Monate März bis Mai eine Soforthilfe in Höhe von 200 Millionen Euro ausbezahlt. Die Geislinger haben 72.829,61 Euro erhalten.

„Damit wird das vom Land erklärte Ziel, die Kommunen sowie kirchliche und freie Träger für die Einnahmeausfälle zu entschädigen, nicht vollständig erreicht“, betonte Schaitel.

Alleine für den Bereich der Kindergärten seien während der Schließung von Mitte März bis Ende Mai Einnahmeausfälle bei der Stadt von monatlich über 20.000 Euro, beim kirchlichen Träger von rund 9000 Euro angefallen. Bei der Kernzeitenbetreuung seien es 900 Euro Ausfall.

Land soll nachschießen

Weil es allen Gemeinden gleich geht, hätten die kommunalen Landesverbände weitere Mittel eingefordert. Das Land habe reagiert und aktuell mitgeteilt, dass weitere Hilfen fließen werden.

Schaitel machte eine detaillierte Rechnung auf: In den städtischen Kitas fehlen 60.916,50 Euro Einnahmen; im katholischen St. Michael-Kindergarten, dessen Ausfälle die Stadt über den Abmangel trägt, 26.681 Euro. Bei der Kernzeitenbetreuung sind es 2623,50 Euro.

Zieht man von der Gesamtsumme 3780 Euro für die Catererkosten für das Mittagessen ab, die nicht angefallen sind, verbleiben 86.441 Euro. Die eingenommenen Gebühren aus der Notbetreuung belaufen sich auf rund 12.000 Euro.

Am Ende sind es 2000 Euro Miese

Volks Fazit: Als familienfreundliche Stadt entlastet die Stadt Geislingen die Eltern von betroffenen Kindergarten- und Grundschulkindern mit einem Gesamtbetrag von 74.441 Euro. Zieht man von dieser Summe den Landeszuschuss ab, bleibt die Stadt auf rund 2000 Euro sitzen.

Bürgermeister mahnt zur Disziplin

Bürgermeister Oliver Schmid bedankte sich beim Gremium für den Beschluss: „Ich bin dankbar, dass wir den Weg so gehen können.“ Er appellierte jedoch an alle, alles daran zu setzen, dass eine zweite Welle verhindert wird. „So eine Summe können wir nicht nochmals stemmen.“

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