Handball

„Gallier“ senden Lebenszeichen: HBW Balingen-Weilstetten gewinnt mit 32:26 gegen Lemgo

11.11.2020

Von Marcus Arndt

„Gallier“ senden Lebenszeichen: HBW Balingen-Weilstetten gewinnt mit 32:26 gegen Lemgo

© Eibner

In Lemgo holte der HBW die ersten Punkte.

Es war eine überraschend klare Angelegenheit im Lipperland. Mit 32:26 (16:10) setzte sich der HBW am Mittwoch durch. „Auch in der Höhe verdient“, waren sich die Protagonisten neben der Platte einig.

„Wir waren von der ersten Minute komplett da“, analysierte Jens Bürkle zufrieden im Sky-Interview. Er fügte hinzu: „Wir haben viele Monate für dieses Erfolgserlebnis gearbeitet.“ Sein Gegenüber Florian Kehrmann haderte mit einem emotionslosen Auftritt seiner Truppe. „Wir müssen uns hinterfragen“, gestand der Weltmeister von 2007 ein.

Guter Start

Bei Ex-Meister Lemgo, das auf den verletzten Torjäger Jonathan Carlsbogard verzichten musste, setzte der Balinger Kommandogeber auf seine arrivierten Akteure. Gezielt hatte Bürkle mit seiner Mannschaft in der Länderspielpause am Abwehrverhalten gearbeitet.

Das brachte der letztjährige Aufsteiger auch auf die Platte, welcher nach zwei Monsterparaden von Mike Jensen sowie einem eleganten Nothdurft-Treffer aus dem Nullwinkel vorlegte. Der Linksaußen erhöhte auf 2:0 (2. Minute). Ärgerlich, dass der HBW den dritten Treffer verpasste und der TBV verkürzte. Eine der wenigen Unzulänglichkeiten der „Gallier“ in Durchgang eins. Die konservierten zunächst den Zwei-Tore-Vorteil (2:4/5.).

Jensen mit Topleistung

Die Lipperländer fanden im stehenden Angriff nicht statt oder scheiterten am überragenden Dänen (Fangquote: 45 Prozent) im Balinger Kasten. Bjarki Mar Elisson hielt den TBV mit einem Siebenmeter-Doppelpack im Spiel (5:6/10.). Die Schwaben, welche nach 15 Minuten mit 9:6 vorne lagen, waren weiter besser. Auch in der Folge spielten die Gäste geduldig, waren aber im Abschluss zu unpräzise. Pech, dass ein Lipovina-Kempa abgepfiffen wurde.

Unbeeindruckt: der Montenegriner und HBW-Kapitän Jona Schoch, welche zum zwischenzeitlichen 8:11 erfolgreich waren (21.). Kehrmann reagierte, bat zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Der Ex-Weltmeister vermisste „Emotionen“. Die fehlten weiter bei den Ostwestfalen, welche auch in der Defensive keinen Zugriff bekamen. Der Außenseiter schraubte das Ergebnis in die Höhe: auf 14:8 (24.). Lemgo blieb blass, verkürzte aber in Überzahl (10:14/27.). Nun sah Bürkle Gesprächsbedarf. „Bringt mal was Neues rein“, forderte der Sportwissenschaftler, nachdem sich seine Truppe etwas festgespielt hatte. Die finalen Akzente vor der Pause setzten noch einmal die Kreisstädter, welche mit einem komfortablen 16:10 in die Kabine gingen.

Vorsprung bleibt bestehen

Nach dem Seitenwechsel standen die Lipperländer in der Abwehr stabiler, fanden vorne aber keine Lösungen. Jensen nahm dem TBV gleich zwei Freie weg und Nothdurft verwertete auf der Gegenseite einen Abpraller zum 17:10 (33.). Es blieb eine klare Angelegenheit, obwohl der zweifache Deutsche Meister nun mehr investierte. Ernsthaft brachten die Westdeutschen den HBW aber nicht in Bedrängnis und früh zückte der TBV-Coach die Grüne Karte. „Wir müssen es eng halten und die Zeitstrafen ziehen“, forderte der 43-Jährige. Das machten die Lipperländer dann auch konsequent – und verkürzten in Überzahl (19:24/45.).

Der Tabellenvorletzte bekam zunehmend Probleme mit der 5:1-Abwehr. Bürkle justierte erfolgreich nach. Lipovina hielt Lemgo auf Distanz, traf aus zehn Metern: zum 25:19 (46.). Balingen-Weilstetten war weiter aggressiver, gab den Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Noch einmal nahm Bürkle die Auszeit, ehe Oddur Gretarsson per Strafwurf und René Zobel den Deckel drauf machten: beim 30:23 (57.). Seine Mannschaft habe die Vorgaben übererfüllt, freute sich Bürkle nach dem 32:26-Erfolg.

Am Wochenende sind die „Gallier“, welche 19. bleiben, nicht am Ball. Nach neun positiven Corona-Fällen bei den Körperkulturellen aus Leipzig wurde die Partie bereits vor Wochenfrist verlegt. Damit bestreiten die Balinger am Donnerstag, 19. November, in Nürnberg stattdessen das dritte Auswärtsspiel in Folge.

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