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Fußball

Fußball-Regionalliga: Sekunden nach dem Balinger Ausgleich schlägt Elversberg zurück

14.10.2019

Von Matthias Zahner

Fußball-Regionalliga: Sekunden nach dem Balinger Ausgleich schlägt Elversberg zurück

© Moschkon

Elversbergs Torhüter Frank Lehmann haderte mit der Chancenverwertung seiner Vorderleute.

Die Saarländer setzten die Vorgaben ihres Trainers Horst Steffen gut um und fügten der TSG Balingen die siebte Heimniederlage in Folge zu. Am Ende unterlagen die Eyachstädter mit 2:4.

Als zwei Gästefans am Samstagnachmitag in die Bizerba-Arena schlenderten, lief die 19. Minute. Über das Ergebnis wussten sie wohl Bescheid, denn ihr Weg führte sie nicht direkt an den Spielfeldrand, sondern an den Bierwagen.

Ob die beiden in Elversberg-Trikots den Fanbus verpasst hatten, zu spät losgefahren oder im Stau gestanden waren, ist nicht bekannt. Auszugehen ist hingegen davon, dass beide mit keinem nervenaufreibenden Auswärtsspiel rechneten, als sie mit ihrem Getränk in der Hand einen Platz gefunden hatten.

2:0 führte ihre „Elv“ bei dem Klub, der zuvor kein Heimspiel in dieser Saison gewonnen hatte. Die beiden SVE-Anhänger verpassten eine muntere Anfangsphase, in der die Hausherren die erste Gelegenheit hatten: Tobias Dierberger verzog nach rund 120 Sekunden. „Ich nehme den Ball nicht ganz optimal mit, hatte trotzdem einen kleinen Vorsprung und versuche ins lange Eck zu schießen. Leider ging er daneben“, sagte der Ex-Tübinger, der wieder zu den besten Balingern zählte.

Tekerci erinnert sich gerne an die TSG-Zeit

Diese Szene rüttelte den Tabellendritten endgültig wach. Denn danach drückten die Saarländer aufs Tempo. Del Angelo Williams narrte Sascha Eisele, indem er einen Pass in die Mitte antäuschte und den Ball mit der Sohle zurückzog. Der Elversberger lief zur Grundlinie, passte in die Mitte, wo gleich zwei Mitspieler völlig frei standen. Einer davon war Sinan Tekerci, der vor zehn Jahren für die TSG in der B-Jugend auflief, und in der siebten Minute nur noch den Fuß hinhalten brauchte. „Es war eine gute Zeit hier, ich erinnere mich gerne daran“, sagte der 26-Jährige, dessen Wurzeln in Dornstetten liegen.

Elversberg setzt Vorgaben gut um

Trainer Horst Steffen habe vorgegeben, immer wieder „Chipbälle über die Abwehr zu spielen“, ergänzte Tekerci, der nach einer Viertelstunde einen solchen Pass gefühlvoll über die Balinger Viererkette hob. Williams war über links durch, bediente Israel Suero Fernandez – das 2:0. Zuvor hatte TSG-Stürmer Daniel Seemann nach einem Eisele-Einwurf an die Latte geköpft.

„Wenn wir unsere Chancen halt nicht machen, nutzt das der Gegner in dieser Liga eiskalt aus“, wusste auch TSG-Innenverteidiger Matthias Schmitz. Elversberg vergab in der Folge beste Möglichkeiten – auch weil TSG-Keeper Julian Hauser überragend hielt. Dies brachte sein Gegenüber Frank Lehmann in Rage. Der aus Schömberg stammende Schlussmann schimpfte auf dem Platz mit seinen Vorderleuten und sagte nach dem Spiel: „Wenn wir das 3:0, 4:0 direkt nachlegen, haben wir mehr Ruhe.“

Schmitz: „Defensiv stehen wir gerade nicht optimal“

Die Hausherren spielten in der Offensive nicht schlecht, es fehlte aber immer ein Stück zum Torerfolg. So brauchte es einen Elfmeter, den Fabian Baumgärtel an Dierberger verursacht hatte und Denis Epstein (45. Minute) verwandelte, um wieder zurück in die Partie zu finden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden SVE-Anhänger ihre Becher geleert. Diesmal passte das Timing.

Denn es war Halbzeit. Nach der Pause staunten sie nicht schlecht, als Lukas Foelsch Lehmann mit einem mehr als sehenswerten Halbvolley aus rund 25 Metern überwand (58.). „Mein alter Kollege ‚Foelschi‘ hat gut erkannt, dass ich mitspiele und weit draußen stehe, wo ich aber auch stehen muss und dann nimmt er ihn halt auch klasse. Das können nicht viele in der Liga“, sagte Lehmann, der anschließend tief durchatmete, da ein paar Sekunden später Williams das 3:2 machte.

„Defensiv stehen wir gerade nicht optimal“, gestand Schmitz ein. Balingen fehlte nun die Durchschlagskraft. Tekerci schraubte in der Nachspielzeit den Deckel auf die Partie und ließ damit nicht nur die beiden zu spät gekommenen, sondern auch alle anderen rund 100 Gästefans jubeln.

Lauble gibt Comeback

In enttäuschte Balinger Gesichter schaute man am Samstagnachmittag in der Bizerba-Arena. Die Regionalliga-Kicker hatten wieder alles in die Waagschale geworfen. Doch es reichte nach den 90 Minuten erneut nicht zu einem Punkt, der für die Moral gutgetan hätte. „Es ist echt ärgerlich. Wir haben viel investiert, sind gerade wenige Spieler, jeder ist an seine 100 Prozent gegangen“, sagte Tobias Dieberger, der aber kritisch anmerkte: „Wir haben zu viele Leichtsinnsfehler drin.“ Positiv sei, dass sie wieder gute Chancen hatten. „Wir spielen nicht wie ein Absteiger, aber die Punkte fehlen halt“, so der flinke Außenspieler weiter.

Zuversichtlich dürfte die Balinger auch das Comeback von Patrick Lauble stimmen. Der Stürmer kam in der 76. Minute für Jonas Fritschi in die Partie, nachdem er verletzungsbedingt mehr als einen Monate gefehlt hatte. Am Donnerstag absolvierte er die erste Einheit mit der Mannschaft. Gleiches galt für Jonas Vogler, der nicht zum Einsatz kam. Zudem saß Kaan Akkaya auf der Ersatzbank, der erst am Samstagmorgen von einem dreiwöchigen berufsbedingten England-Aufenthalt zurückgekommen war. „Dass da die Optionen sehr gering sind, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren“, sagte TSG-Trainer Ralf Volkwein.

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