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Geislingen

Feine Nasen riechen Chlor im Geislinger Trinkwasser: Stadt sieht aber keine Gefahr

05.05.2020

Von Rosalinde Conzelmann

Feine Nasen riechen Chlor im Geislinger Trinkwasser: Stadt sieht aber keine Gefahr

© Petra Wiedenbrück/pixelio.de

Wasser tropft aus dem Hahn.

Einige Geislinger sind beunruhigt, weil ihr Leitungswasser nach Chlor riecht. Die Stadt hat es geprüft. Bürgermeister Oliver Schmid und Wassermeister Kurt Müller geben Entwarnung: „Alle Messwerte sind in Ordnung.“

Riecht das Leitungswasser nach Chlor? Diese Wahrnehmung, die eine Geislingerin auf Facebook geteilt hat, hat die Stadt auf den Plan gerufen. Bürgermeister Oliver Schmid hat sofort den Wassermeister informiert, um der Frage auf den Grund zu gehen und mögliche Verunreinigungen oder Auffälligkeiten, die eine Gefahr für die Bürger darstellen könnten, auszuschließen.

Jeder riecht es anders

Interessant ist, dass der vermeintliche Chlorgeruch ganz unterschiedlich wahrgenommen wird. Während einige sagen, dass alles okay ist und das Wasser noch nie gerochen hat, nehmen andere den Geruch immer mal wieder wahr und wundern sich, dass das Phänomen nur stellenweise auftrete.

Es gibt auch Aussagen, dass es „ganz extrem“ und „echt voll schlimm“ rieche. Die Betroffenen kommen aus dem ganzen Stadtgebiet.

Trinkwasser wird streng überwacht

Auf ZAK-Nachfrage betont Bürgermeister Oliver Schmid, dass das Trinkwasser ein besonders streng überwachtes Lebensmittel ist und die Stadt ein besonders Augenmerk darauf lege.

Auch er habe in der Weiherhalde vor vier oder fünf Jahren beim Leitungswasser wenige Tage einen Chlorgeruch festgestellt. Eine Überprüfung der Laborwerte habe damals schon keine Auffälligkeiten ergeben.

Die Stadt verteilt das Wasser nur

Die Stadt Geislingen bezieht ihr Wasser von der Hohenzollerngruppe und dem Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Kleiner Heuberg und ist damit nicht für die Aufbereitung, sondern nur für die Verteilung des Trinkwassers zuständig.

Nach dem erneuten Hinweis verständigte Schmid Wassermeister Kurt Müller, der bei beiden Zweckverbänden die Messwerte abfragte. Das Ergebnis gebe keinen Grund zur Sorge: „Die aktuellen Messwerte sind völlig unauffällig“, betont Schmid.

Insbesondere beim Chlorid, ein Salz, das ähnlich wie Chlor rieche, liege der gemessene Wert bei 34 mg/l; der Grenzwert bei 250 mg.

Wassermeister beruft sich auf Messergebnisse

„Die Messergebnisse sind maßgeblich für mich“, sagt auch Kurt Müller, der auf die Untersuchungsprotokolle verweist, die jeder einsehen kann. „Zudem werden jährlich alle Parameter überprüft.“

Er habe in seiner 20-jährigen Dienstzeit schon öfter davon gehört, dass das Wasser chlorig rieche, es selbst aber noch gar nie gerochen. Müller meint, dass es auch an den Hausleitungen liegen kann, wenn sich das Trinkwasser verändert.

Vielleicht liegt es an Wasservermischung

Der Bürgermeister möchte indes nicht ausschließen, dass eine Vermengung des Wassers aus beiden Zweckverbänden den Chlorgeruch auslösen könnte. In den vergangenen Wochen wurde Wasser vom Zweckverband Kleiner Heuberg in den Hochbehälter zugemischt. Dies sei ein üblicher Vorgang, wenn zum Beispiel das Freibad befüllt wird.

Möglich wäre, dass besonders feine Nasen einen Chlorgeruch wahrnehmen, der durch Mikroprozesse ausgelöst wird, wenn das Quellwasser von der Kleiner-Heuberg-Gruppe mit dem Bodenseewasser der Hohenberggruppe vermengt wird, vermutet er.

Das Wasser ist von bester Qualität

Letztlich aber zählen für ihn ebenso wie für den Wassermeister die Messwerte, die keinen Zweifel daran lassen, dass das Wasser von bester Qualität ist und die Geislinger sich keine Sorgen zu machen brauchen.

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