Balingen

Es hat gekracht - was tun im Schadensfall?

14.11.2022

von PR-Redaktion

Es hat gekracht - was tun im Schadensfall?

© Will Creswick/Unsplash

Immer schlecht: Wenn's gekracht, gibt es Ärger. Eine Checkliste hilft bei einem Unfall.

Damit die Schadensabwicklung nach einem Unfall reibungslos verläuft, gibt der Zentralverband des deutschen Kfz-Gewerbes Tipps zu Rechten und Pflichten im (Haftpflicht-)Schadensfall.

Sie dürfen Ihr Fahrzeug in einer von Ihnen ausgewählten Werkstatt reparieren lassen – Versicherungen dürfen keine Werkstatt vorschreiben.

Sachverständiger

Es steht Ihnen grundsätzlich frei, einen Sachverständigen zur Beweissicherung und zur Feststellung von Schadensumfang, Schadenshöhe, Wertminderung, Restwert, Wiederbeschaffungswert und voraussichtlicher Reparaturdauer zu beauftragen. Die Kosten für das Gutachten hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen. Das Gutachten kann auch als Grundlage der Abrechnung mit der Versicherung herangezogen werden, wenn Sie z. B. Ihr Fahrzeug nicht reparieren lassen wollen, sondern stattdessen mit dem von der Versicherung ausgezahlten Geld ein anderes Fahrzeug erwerben wollen. Wenn Sie keinen Sachverständigen kennen, kann Ihnen Ihre Werkstatt bei der Auswahl behilflich sein. Bei einem Bagatellschaden (Schaden maximal 500 bis 770 Euro) werden keine Gutachterkosten übernommen. Da reicht in der Regel als Schadensnachweis eine Reparaturkalkulation aus.

Ersatzfahrzeug mieten

Ist das Auto nicht mehr fahrbereit und muss schadensbedingt zur Reparatur in der Werkstatt verbleiben, können Sie für diesen Zeitraum einen Mietwagen beanspruchen. Aber: Wegen zum Teil erheblicher Preisunterschiede kann es sinnvoll sein, Preisvergleiche anzustellen, da bei Anmietung zu überhöhten Preisen die Mietwagenkosten nicht immer vollständig von der Versicherung zu übernehmen sind.

Rechtsanwalt nehmen

Zur Ermittlung und der Durchsetzung Ihrer Ansprüche können Sie einen Rechtsanwalt beauftragen. Die Kosten hierfür hat die Versicherung des Schädigers grundsätzlich zu übernehmen.

Reparieren oder verkaufen

Sind die Reparaturkosten höher als der Wiederbeschaffungswert, können Sie Ihr Auto trotzdem in Ihrer Fachwerkstatt reparieren lassen. Wichtige Bedingungen sind, dass die veranschlagten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht mehr als 30 Prozent übersteigen und dass Sie das Fahrzeug weiter nutzen wollen. Lassen Sie das Fahrzeug im Totalschadensfall nicht reparieren, haben Sie Anspruch auf Ersatz in Höhe des Wiederbeschaffungswertes – abzüglich des Restwertes Ihres Fahrzeuges und der im Wiederbeschaffungswert enthaltenen Mehrwertsteuer.

Zahlung vereinfachen

Zur Erleichterung der Zahlungsabwicklung können Sie die von der Werkstatt Ihres Vertrauens vorgehaltenen Formulare „Reparaturkosten-Übernahmeerklärung“ und/ oder „Sicherheitsabtretung“ verwenden, da die Versicherung bei Vorlage dieser Erklärungen in der Regel die Reparaturkosten direkt an die Werkstatt auszahlen kann.

Kaskoschaden

Was passiert, wenn Sie den Unfall selbst verursacht haben?

Wenn Sie bei einem vollständig oder zum Teil selbst verschuldeten Unfall Ihre Kaskoversicherung in Anspruch nehmen, ergeben sich Ihre Rechte aus Ihrem Versicherungsvertrag. Diese können erheblich von den Rechten im Haftpflichtschadensfall abweichen. Insbesondere ist hier ein Weisungsrecht Ihres Versicherers zu beachten: Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrer Versicherung in Verbindung. Aber auch hier gilt: Sie haben das Recht, die Werkstatt Ihres Vertrauens selbst zu wählen und mit der Reparatur zu beauftragen, sofern der Kaskovertrag nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt.


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