Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Geislingen

Erinnerungen an den Schrecken: In Geislingen gedenkt man des Kriegsbeginns vor 80 Jahren

13.08.2019

von Pressemitteilung

Erinnerungen an den Schrecken: In Geislingen gedenkt man des Kriegsbeginns vor 80 Jahren

© Privat

Waren beim Treffen im Geislinger Rathaus mit dabei: (von links) Heinrich Kirmeier, Bernd Romer Ingeborg Schwenger, Salvatore Bertolino, Josef Wildmann und Hubert Gulde.

Am 1. September 1939, also vor 80 Jahren, begann der Zweite Weltkrieg mit dem deutschen Überfall auf Polen. Aus diesem Grund findet in Geislingen am Sonntag, 1. September, ein Antikriegstag statt.

Im Jahre 2018 wurde nach langer Zeit wieder im Zollernalbkreis in Bisingen eine Gedenkveranstaltung zum Antikriegstag durchgeführt. Die Verknüpfung der Weltpolitik mit der Geschichte vor der eigenen Haustür will man beibehalten.

Hilfe für KZ-Häftlinge

In Bisingen erfuhr man, dass Menschen den KZ-Häftlingen Hilfe leisteten. Entlang der KZ Marschstrecke wurde am Wegesrand gekochte Kartoffeln ausgelegt. Dies war sehr gefährlich für Helfer und Hilfesuchende. Wurden sie erwischt, drohten drakonische Strafen. Diese Geschichte hat die Veranstalter bewogen, die Gedenkveranstaltung im Zeichen des Widerstand zu setzten.

Geislinger Weiberschlacht

Nach Gesprächen mit dem Kreisarchivar Dr. Andreas Zekorn ist man in Geislingen fündig geworden. Die Geislinger Weiberschlacht 1941 ist ein großes Beispiel dafür, wie mutige Frauen der Naziherrschaft getrotzt haben. Für die Menschen im Zollernalbkreis ist dieses Beispiel ein Leuchtturm des Widerstands. Es waren Frauen, die aus Liebe zu ihren Kindern den Nazis widerstanden.

Sie setzten sich zu Wehr gegen die damalige Entscheidung, die Vinzentinerinnen aus Untermarchtal, die den örtlichen Kindergarten leiteten, gegen vier „braune Tanten“ auszutauschen. Rund 200 Geislinger Mütter demonstrierten vor dem Rathaus und wurden von der Gestapo und einem Landjägerkorps brutal zusammengeknüppelt.

Gewerkschaften kontaktierten die Stadt

Die Gewerkschaften suchten den Kontakt mit der Stadt Geislingen und der Katholischen Kirchengemeinde. Ende Juli traf man sich im Rathaus.

Mit dabei waren Vertreter der DGB-Regionsgeschäftsstelle Reutlingen, der IG Metall Albstadt, der GEW Zollernalb, der Verdi-Senioren Zollernalb, der Stadt Geislingen sowie der Kirchengemeinde St. Ulrich Geislingen. Man war sich schnell einig über das Programm am 1 September.

Friedensgottesdienst

Mit einem Friedensgottesdienst, den Pater Augusty in der St. Ulrichkirche zelebriert, wird der Antikriegstag um 9.15 Uhr eröffnet. Ab 10.30 Uhr wird die Gedenkveranstaltung in Geislingen fortgeführt. Geislingen Bürgermeister Oliver Schmid wird die Gäste willkommen heißen. Bernd Romer aus Meßstetten von der GEW wird die Gedenkrede des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) halten.

Kompetenter Referent

Mit Hubert Gulde haben die Veranstalter einen engagierten und fachkompetenten Referenten engagiert, der die Geschichte der Weiberschlacht bestens kennt. Zeitzeugen werden über die Geschehnisse damals berichten. Im Namen aller Veranstalter wird Heinrich Kirmeier von der Katholischen Kirchengemeinde die Abschlussrede halten. Der Erlös der Veranstaltung wird der örtlichen Jugendarbeit gespendet.

Diesen Artikel teilen: