Erfreuliche Bilanz: Die Albstädter Literaturtage zählen 7500 Besucher bei 51 Veranstaltungen

Von Volker Bitzer

Erfreuliche Fakten und lobende Worte von allen Seiten gab es am Mittwochabend bei der Review-Party in der Lounge des Ebinger Capitol-Kinos. Ebenso die Zusage der Hauptsponsoren, auch in zwei Jahren wieder mitzumachen und eine Neuauflage dieses erfolgreichen Formates zu unterstützen.

Erfreuliche Bilanz: Die Albstädter Literaturtage zählen 7500 Besucher bei 51 Veranstaltungen

Albschreiber Thomas Faltin (Zweiter von links) bedankt sich mit Blumen bei Kulturamts-Mitarbeiterin Vera Matthes, Büchereileiterin Tanja Wachter und Petra Roscher (vertreten durch ihren Ehemann, Kulturamtschef Martin Roscher).

Dieses Lob von Albschreiber Thomas Faltin ließ die Gäste wohl gleich ein wenig aufrechter sitzen, denn das ging wahrlich runter wie Honig: „Im Vergleich zu den Albstädter Literaturtagen kann man die Stuttgarter Szene vergessen!“. Er muss es wohl wissen, als Redakteur der Stuttgarter Zeitung und Kenner des Hauptstadt-Kulturlebens.

Um Fünfe klingelte der Wecker

Fast drei Wochen lang war er in seinem markant-roten Vehikel mit Literaturtage-Schriftzug in und um Albstadt unterwegs. Beobachten, kennenlernen, sich unterhalten, schreiben und berichten – und das von frühmorgens bis spät in die Nacht hinein. Tatsächlich, so verrät Faltin, sei er fast täglich um fünf Uhr aufgestanden, um dann zwar anstrengende, aber äußerst erfüllende Tage zu erleben. „Ich habe viele neugierige und durchweg warmherzige Menschen kennengelernt, so dass ich mich in Albstadt schnell zu Hause gefühlt habe“, sagte der gebürtige Haigerlocher.

Albschreiber: „Das müssen Sie fortführen!“

Mit einem großen Kompliment an die Albstädter Literaturtage, bei der immens viel Kultur in kürzester Zeit konsumiert werden konnte, animierte Thomas Faltin die verantwortlichen Macher zur Fortführung. Dass nach den Literaturtagen zugleich auch vor den Literaturtagen ist, das bekräftigten an diesem Abend in geselliger Runde mehrere. Schließlich ermuntert nicht nur das Lob des Albschreibers, sondern werben auch die nackten Zahlen für eine Fortsetzung dieses erfolgreichen Formats ...

„WortWelten“ - ein großer Erfolg

7500 Besucher in 17 Tagen bei 51 Veranstaltungen, über 100 Autoren und Künstler an 43 Locations quer durch sämtliche Stadtteile sowie 23 Veranstalter und das Ganze unterstützt von acht Sponsoren. Albstadts Kulturamtschef Martin Roscher bilanzierte überaus freudig die „WortWelten“ und hatte dabei einen wahren Dankesbrief zu verlesen, um alle Helfer und Mitstreiter gebührend zu würdigen.

Er versäumte es nicht, einzelne davon aber besonders hervorzuheben: Den Hauptsponsor Volksbank Albstadt, das Autohaus Gscheidle, welches den Albschreiber-Skoda zur Verfügung stellte und den ZOLLERN-ALB-KURIER als Medienpartner. Alle drei Unternehmen – vertreten durch Vorstandssprecher Robert Kling, Geschäftsführer Markus Gscheidle und Verleger Daniel Welte – sagten noch am gleichen Abend unter großem Beifall der geladenen Gäste ihre Unterstützung zu für die nächsten Literaturtage, dann im Jahre 2021.

Augstein und Blome kommen am 26. Februar

In zwei Jahren ebenfalls wieder mit dabei ist laut Martin Roscher auch der Fernseh-Moderator Markus Brock, der dann einmal mehr souverän durch die Eröffnungsgala führen wird. Und genau genommen ganz vorbei sind die Literaturtage 2019 noch gar nicht. Denn eine Veranstaltung, die kurzfristig abgesagt werden musste, wird nun im neuen Jahr nachgereicht: Die Lesung mit Jacob Augstein und Nikolaus Blome. Sie steht für den 26. Februar, um 19.30 Uhr im Auditorium des Technologiezentrums von Groz-Beckert im Kalender.

Beinahe wie eine Weltmeisterschaft

Beim Sport würde man wohl von einem Marathon sprechen, er jedoch würde beinahe den Begriff Weltmeisterschaft bemühen wollen, meinte ZAK-Verleger Daniel Welte in seinem Grußwort. Wo gäbe es schon so viele Veranstaltungen und Lesungen am laufenden Band – vom Wohnzimmer bis zur Sauna? „Das gibt es bei uns in Albstadt!“ schob er die Antwort stolz und überaus zufrieden mit diesem hochkarätigen Kulturevent nach.

Eine Werbung fürs Lesen

Es animiere zudem Groß und Klein zum Lesen, gleich in welcher Form, ob digital mit dem E-Reader oder klassisch auf Papier. Er ging noch einen Schritt weiter. Gerade Erwachsene sollten auch in der heutigen schnelllebigen Zeit als Vorleser für Kinder fungieren. Sie bekleideten dabei eine Vorbildrolle und zeigten: „Ich nehme mir Zeit für Dich, Du bist mir wichtig.“

Respekt vor Macher und Beteiligte

Von tollen Tagen sprach Volksbank-Vorstandssprecher Robert Kling. Er zollte, wie auch schon seine Vorredner, größten Respekt an den Arbeitskreis Literaturtage und die Macher dieser Mammutveranstaltung. Beiden stellte er auch gleich einen neuen Treffpunkt in Aussicht, wenn die Volksbank Albstadt im April/Mai 2020 in ihre neuen Räume am Eisplatz einziehen werde.

Kleiner Stummfilm

Einen kurzen visuellen Rückblick über die Literaturtage gab es in Form eines kleinen Drei-Minuten-Streifens, der in Kino 9, wie die Lounge im Obergeschoss auch heißt, an die Wand gebeamt wurde und verdeutlichte, dass die „WortWelten“ auch ein Publikumsmagnet waren. Und noch eine kleine Neuigkeit:

Ein Öko-Thriller mit Albstädter Rolle

Albschreiber Thomas Faltin murkst (so seine eigene Wortwahl) seit zwei Jahren an einem Roman herum. Er kam nicht mehr so richtig weiter und wollte ihn schon komplett ad acta legen. Bis er nach Albstadt kam. Impulse, doch dran zu bleiben, gaben ihm die Literaturtage und all die Begegnungen mit Land und Leuten. So soll nun eine Art Öko-Thriller entstehen. Und, das sagte er öffentlich zu: Wenn dieser dann mal fertig sein wird, soll auf alle Fälle ein Albstädter eine tragende Rolle darin spielen.