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Meßstetten

Enttäuschung im Kreistag über Kasernenpläne: Das Signal ist da und mehr ist es nicht

13.05.2019

Von Gudrun Stoll

Enttäuschung im Kreistag über Kasernenpläne: 
Das Signal ist da und mehr ist es nicht

© Gudrun Stoll

Die Forstverwaltung von Land und Landkreis wird einziehen in die ehemalige Kaserne. Welche Gebäude bezogen werden, ist aber noch völlig offen. Nummer 6 mit der Wetterstation wird jedenfalls als Option genannt.

Stuttgart hat kurz vor den Osterferien das lang ersehnte Signal gesetzt und angekündigt, dass Meßstetten Standort wird für eine von 21 Bezirksforstdirektionen des Landes. Der Landkreis wird ebenfalls seinen Beitrag leisten, braucht aber noch einige Zeit, bis er Zahlen, Daten und Fakten liefen kann.

Meßstetten wird Standort für die Forstbezirksdirektion Baar/Hegau, die sich 2020 wohl mit einem guten Dutzend Mitarbeitern auf dem ehemaligen Kasernengelände niederlassen wird. In welchem Gebäude, ist noch offen - Neubauten schließt das Land nicht aus. Der Kreistag hielt am Montagabend ob dieser Nachricht kurz die Luft an. Da war und ist doch gute Bausubstanz vorhanden?

Landrat kämpft gegen Widerstände

Die Entscheidung von Forstminister Peter Hauk ist bei Meßstettens Bürgermeister Frank Schroft auf Zustimmung gestoßen. „Endlich lässt die Landesregierung Meßstetten die Unterstützung zukommen, die uns zugesagt war und auf die wir bis heute warten mussten“, wurde er nach der Bekanntgabe zitiert.

Gegen Widerstände im eigenen Haus und auch im Kreistag muss nun auch Landrat Pauli Flagge zeigen und seinen angekündigten Part zum Leuchtturmprojekt beisteuern.

Er beabsichtigt, die Forstverwaltung des Kreises nach Meßstetten auszulagern, um Platz zu schaffen im zu engen Landratsamt, aber auch um ein Symbol zu setzen. Schließlich wissen Landrat, Abgeordnete, Bürgermeister und Kreisräte, welche Last Meßstetten für alle Kommunen mit der LEA geschultert hat.

Wie angekündigt, brachte Pauli in der letzten Sitzung vor der Kommunalwahl das Thema in den Kreistag ein. Die Quintessenz: Noch ist nichts entschieden. Dennoch lief die Debatte aus dem Ruder. Zwölf Landesbeamte plus 15 Leute aus der Forstverwaltung der Kreises - die Meßstetter hätten schon eine andere Dimension erwartet, brachte Kreisrat Oliver Rentschler noch sehr diplomatisch auf den Punkt, was nicht wenige seiner Kollegen im Stillen dachten: Dies macht noch lange keine Konversion aus.

Enttäuscht über Niveau

Landrat Pauli kämpfte an gegen große Skepsis und nicht wenig Amüsement. Das Kasernengelände würde sich auch eignen für ein Haus der Geschichte mit den Archiven von Landkreis und Gemeinden, spann er den Bogen weiter, auch für die Straßenmeistereien könnte sich der Kreischef den Geißbühl als Standort vorstellen. Der Vorschlag von Kreisrätin Monique Adrian, die ehemalige Kaserne auf ihre Tauglichkeit als bundesweite Akademie für Standesamte zu prüfen, ließ zumindest als Idee mit guten Ansatz aufhorchen.

Dezernatschef Christoph Heneka zeigte sich enttäuscht über das Niveau der Diskussion. Er sei froh, dass kein Forstbeamter, mit denen er derzeit sensible Gespräche führen müsse, unter den Zuhörern sitze, mahnte er die Kreisräte an, das Thema und die Umsetzung ernsthaft zu diskutieren. „Ein Signal ist da, mehr ist es nicht“, stemmte sich auch Landrat Pauli gegen vorschnelle Urteile und eine negative Bewertung.

SPD-Fraktionschef Hans-Martin Haller brachte letztendlich auf den Punkt, wohin der Weg eigentlich führen soll: Zu einer zentralen Unterbringung aller Kreisbehörden unter einem Dach. Und längst pfeiffen die Spatzen von den Dächern, dass der Kreis - in der langfristiger Vorausplanung - das Balinger Kreisklinikum beziehen möchte. Wenn das Zentralklinikum auf der grünen Wiese gebaut und bezugsfertig ist.

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