Handball

Eine Frage der Balance: HBW Balingen-Weilstetten startet gegen Göppingen in die Rest-Runde

08.02.2024

Von Marcus Arndt

Eine Frage der Balance: HBW Balingen-Weilstetten startet gegen Göppingen in die Rest-Runde

© imago images / Wolf

In der Hinrunde kassierte der HBW (im Bild Elias Huber) eine 28:32-Niederlage in Göppingen.

Im Schwaben-Derby erwartet das Balinger Bundesliga-Schlusslicht am Fasnetssamstag Altmeister Göppingen (20.30 Uhr). In der ausverkauften „Hölle Süd“ muss der HBW in die Punkte kommen, um im Geschäft zu bleiben.

Der Rückstand der „Gallier“ auf die Nichtabstiegsplätze ist deutlich – aber noch korrigierbar, sofern der Zweitliga-Meister ähnlich gut startet wie im September. Akribisch hat Jens Bürkle in der EM-Pause den Tabellenletzten auf die Rest-Runde vorbereitet. Das Team arbeitete viel und intensiv – allein die Ergebnisse in den wenigen Tests fehlten.

„Ich bin zufrieden, was die Übungseinheiten angeht. Was wir an Menge ins Training reingeschossen haben, war schon extrem“, sagt der HBW-Coach. Er ergänzt: „Die Einheiten waren vom Einsatz her, von der Trainingsleistung wirklich gut. Die Spiele hätte ich mir besser erhofft.“ Er sei nun gespannt, so der 43-Jährige weiter, „was der Wettkampf bringt, wenn die Beine wieder frisch sind.“

Form verbessert

Nun gilt es, die guten Eindrücke aus den vergangenen Wochen in der Liga zu bestätigen – und die fehlenden Prozentpunkte draufzupacken. Viele Kleinigkeiten sind dem Sportwissenschaftler aufgefallen. „Lukas Saueressig wirkt stabiler“, findet Bürkle, „und Filip Vistorop frischer.“ Auch Sommer-Neuzugang Jerome Müller hat sich noch einmal gesteigert, „marschiert in vielen Dingen voran“, hat der erfahrene Übungsleiter beobachtet, der sich trotzdem im Formulieren ehrgeiziger Ziele zurückhält: „Man muss abwarten, wie es sich in der Liga darstellt – wie sich der eine oder andere Spieler präsentiert, wenn er längere Einsatzzeiten bekommt.“

Mehr Energie von der Bank wünscht sich der frühere Erstliga-Kreisläufer. Der testete am Dienstagabend nochmals gegen das eigene Perspektivteam, „um auf Betriebstemperatur zu kommen“, wie es Bürkle formuliert. Seit Mittwoch gilt der Fokus Frisch Auf. Die Göppinger haben unter Woche gegen den TVB Stuttgart unentschieden gespielt, bleiben Zehner.

Ohne Zweifel: Der Blick geht beim ehemaligen Europapokalsieger der Landesmeister weiterhin nach unten. Das ist nicht der Anspruch unter dem Hohenstaufen. Markant: Defizite in der Defensive. „Da hatten sie schon ein paar Probleme“, meint der Balinger Coach, „in der Hinrunde haben sie öfters gewackelt, weil sie immer wieder Phasen hatten, die nicht auf höchstem Level sind – und das nicht nur in der Abwehr. Da musst du bereit sein. Das waren wir im Hinspiel auch, hatten die Chance, das Spiel zu kippen. Erst kurz vor Schluss, als wir einen wichtigen Ball liegen lassen, sind sie wieder weggezogen. Aber sie geben dir eigentlich in jedem Spiel eine Phase, wo du sie kriegst. Darauf müssen wir lauern und von Anfang an bereit sein.“ Entscheidend für Bürkle, der noch mehrere Wochen auf den verletzten Patrick Volz (Probleme an der Patellasehne) verzichten muss, „dass wir die Räume sehr, sehr eng machen. Dass wir uns gegenseitig helfen.“

Konsequenz gefordert

Taktgeber beim Altmeister ist Tim Kneule. Der Routinier setzt den wurfgewaltigen Göppinger Rückraum und den Kreis perfekt setzt. „Ihn müssen wir in den Griff bekommen“, verlangt der HBW-Trainer, „dass er nicht zu viele Aktionen im Eins-gegen-Eins hat und dass Kresimir Kozina nicht wirklich zum Tragen kommt. Zudem brauchen wir schon die nötige Konsequenz gegen Sebastian Heymann und Erik Persson, die aus der Distanz ganz schön feuern können. Das heißt, es muss eng sein und trotzdem müssen wir auch den Weg nach vorne finden. Diese Balance sauber zu treffen, ist das Entscheidende.“

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