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Schömberg

Ein Städtchen mit Charme: Tourismus in Schömberg ist wichtig für die regionale Wirtschaft

03.10.2019

Von Daniel Seeburger

Ein Städtchen mit Charme: Tourismus in Schömberg ist wichtig für die regionale Wirtschaft

© Daniel Seeburger

Das Obere Schlichemtal ist eine Touristmusregion. Am Stausee werden Wanderer auf mögliche Touren hingewiesen.

Die Touristikgemeinschaft Oberes Schlichemtal steht vor der Auflösung. Derweil arbeitet die Stadt Schömberg an einem touristischen Gesamtkonzept. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch wurde es in Grundzügen vorgestellt.

Das Obere Schlichemtal hat Charme. Nicht nur für die Einheimischen, auch für Touristen. Das weiß man eigentlich schon lange. Gerda Peuling vom Aulendorfer Büro Neuland plus hat die Potenziale des Tourismus gebündelt und vorgestellt. Und zwar zu einer Zeit, in der die Touristikgemeinschaft Oberes Schlichemtal vor dem Aus steht. Am 24. Oktober soll die Auflösung des Vereins beschlossen werden.

In der Hauptversammlung der Touristikgemeinschaft Oberes Schlichemtal am vergangenen Donnerstag appellierte Schömbergs Bürgermeister Karl-Josef Sprenger leidenschaftlich an die wenigen anwesenden Mitglieder, die Touristikgemeinschaft nicht sterben zu lassen. Die Vorstellung eines touristischen Konzepts für Schömbeg und damit auch für das ganze Obere Schlichemtal dürfte ein Anhaltspunkt dafür sein, weshalb dem Bürgermeister die Touristikgemeinschaft so am Herzen liegt. Denn sie könnte zu einem wichtigen Akteur in dieser Konzeption werden.

Fachbehörde forderte Aufstellung

Notwendig geworden war dieses Gesamtkonzept im Zusammenhang mit der Bebauungsplanänderung zur möglichen Erweiterung des Campingplatzes. Die zuständige Fachbehörde hatten eine entsprechende Aufstellung gefordert.

Die Diplomgeografin Gerda Peuling stellte dem Gemeinderat ein so genanntes tagestouristisches Konzept vor. „Wo wollen sie hin?“ fragte die Referentin. Sie wolle der Gemeinde eine Orientierung bieten, Entscheidungshilfen und Grundlagen zur Bewertung an die Hand geben.

Tourismus nicht isoliert sehen

Wichtigeste Erkenntnis: „Der Tourismus ist kein isoliert zu sehender Bereich“, so die Referentin. „Man muss ein Paket schnüren aus dem, was man zusammen machen kann“, führte sie weiter aus. Der Tourismus habe ökonomische Auswirkungen für die Stadt, wirke sich positiv auf die Region aus und beeinflusse die Attraktivität des Ortes.

Wer aber würde letztlich von einem Tourismuskonzept profitieren? Folgt man Gerda Peulings Argumentation, sind es neben der Gastronomie und der Hotellerie auch der Einzelhandel, das Gewerbe, aber auch die ansässigen Vereine, Verbände und Organisationen sowie die Stadt selbst.

Gerade auch Tagesbesucher sind interessant

Mit einem Blick auf die touristischen Gegebenheiten in Baden-Württemberg, umriss die Referentin auch die Situation in Schömberg. 16,3 Millionen Euro generieren sich landesweit aus den Tagesbesuchern und lediglich 8,5 Millionen Euro aus Übernachtungsgästen, die mehrere Tage vor Ort bleiben.

Als mögliches Vorgehen beim Entwickeln eines touristischen Gesamtkonzepts schlug Gerda Peuling vor, zuerst eine Bestandsaufnahme und -analyse zu tätigen. Danach könnten verschiedene Themen und Projekte benannt werden. An der Konkretisierung könne man weitere Leistungsträger beteiligen. Wichtig sei auch ein starkes Marketing und schließlich konkrete Handlungsempfehlungen für die Akteure.

Kooperationen über die Stadtgrenzen hinaus

Man können gemeinsam Ideen entwickeln, so Gerda Peuling. „Die Umsetzung liegt bei ihnen vor Ort“, führte sie weiter aus. Der erste Schritt sei es, eine Richtung aufzuzeigen, die umsetzbar ist. Wichtig seien gerade auch Kooperationen über die Stadtgrenzen hinaus.

Man werde sich in den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr mit der Thematik befassen, erklärte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger.

Kommentar: Die Kräfte bündeln

Die Touristikgemeinschaft Oberes Schlichemtal darf nicht sterben, weil sie gebraucht wird. Das zeigten die Ausführungen der Tourismusexpertin Gerda Peuling vor dem Schömberger Gemeinderat eindrücklich. Bürgermeister Sprenger hat schon bei der Hauptversammlung des Vereins um eine Wiederbelebung gerungen. Vielleicht wird jetzt den Verantwortlichen in Gastronomie, Vereinen und auch im HGV klar, dass sie gebraucht werden, wenn die Region überleben soll. Gerade auch der HGV ist aufgefordert, sich beim Tourismus zu engagieren – denn dieser ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftskraft und damit ein Standortvorteil für das Gewerbe. Mit den unlängst unterbreiteten Vorschlägen für eine Beschilderung ist der HGV auf einem guten Weg. Aber es ist lediglich ein erster Schritt – zusammen mit der Touristikgemeinschaft.

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