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Skispringen

Ein Sprung zurück in die Normalität: Luca Roth zieht positive Bilanz

02.01.2020

Von Marcus Arndt

Ein Sprung zurück in die Normalität: Luca Roth zieht positive Bilanz

© imago images/Sven Simon

Beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen reihte sich der Meßstetter im Endklassement an 38. Stelle ein. Dennoch ist die Tournee nun für ihn zu Ende. Es geht im Continental-Cup weiter.

Nach seinem Aus bei der Vierschanzen-Tournee bereitet sich Luca Roth auf den Continental-Cup vor und hofft auf eine neue Chance.

Noch einmal genoss Luca Roth am Mittwoch das Bad in der Menge, segelte beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen auf 123,5 Meter. Für das Finale reichte es nicht. Dennoch bilanzierte er positiv.

Routinier Peier zu stark

„Ich habe es sehr genossen – es war echt eine coole Zeit. Es war schön, das einmal erlebt zu haben“, erklärt der 19-Jährige vom SV Meßstetten, welcher am Neujahrstag bei leichtem Rückenwind gegen den Killian Peier (Schweiz), der bei den Weltmeisterschaften 2019 in Seefeld von der Großschanze die Bronzemedaille gewonnen hatte, chancenlos war.

Zwar hatte der Heuberger an Silvester als Mitglied der nationalen Gruppe mit einem Satz auf 128,5 Meter die Qualifikation souverän gemeistert, im Duell mit dem routinierten Eidgenossen war er auf der Olympiaschanze jedoch recht deutlich unterlegen. Roth, 35. der Qualifikation, legte 123,5 Meter (113,1 Punkte) vor, doch Peier – er hatte sich in der Qualifikation mit 134 Metern (133,7) an 14. Stelle eingereiht – überbot die Marke des Meßstetters mit 133 Metern und 132,7 Zählern deutlich. Am Ende verpasste der 24-jährige Schweizer beim Sieg von Marius Lindvik (Norwegen) die Top Ten knapp, wurde Elfter.

„Ich bin happy“

Als ziemlich zäh, analysiert Roth seinen Sprung, der nicht optimal war. „Ich bin heute nicht ganz richtig reingekommen“, so der junge Deutsche weiter, „hatte ein wenig Probleme mit dem Oberkörper und dann ist die Strömung auch gerissen. Bei so wenig Anlauf ist es dann sehr schwierig für mich, wenn ich die Geschwindigkeit nicht mitnehmen kann.“

Obwohl er Durchgang zwei deutlich verpasste und am Ende 38. wurde, zieht Roth ein positives Gesamtfazit: „Ich bin happy, dass ich heute überhaupt dabei sein konnte – und bin mit den Stationen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen riesig zufrieden. Das ist das, wo ich hin will. Und ich habe gemerkt, dass ich sogar mit nicht ganz perfekten Sprüngen gar nicht weit weg bin. Ich bin nach den beiden Wettbewerben immer noch 27. in der Gesamtwertung.“

Nach den beiden Stationen in Deutschland ist die Tournee nun für den Meßstetter zu Ende. „Der Sprung ist zurück“, sagt er aufgeregt, „zurück in die Normalität. Das tut auch gut. Es geht eben Schritt für Schritt weiter und der nächste ist wieder im Continental-Cup. Da kann ich mich dann weiter beweisen und bekomme in dieser Saison eventuell noch einmal eine Chance...“

Bereits nach dem Springen in Garmisch-Partenkirchen reiste Roth – wie sein Vereinskollege Adrian Sell – zu einem zweitägigen Lehrgang nach Oberstdorf, um sich auf die weiteren Aufgaben vorzubereiten. Der 21-Jährige rückte für den formschwachen Richard Freitag nach, der aus der Tournee ausgestiegenen war. Er sei im positiven Sinne geschockt gewesen, verrät Sell, „als mein Trainer gesagt hat, dass ich für Garmisch in die nationale Gruppe aufrücke. Ich habe mich natürlich riesig gefreut.“

Sell verpasst Neujahrsspringen

Der Wahl-Oberstdorfer, welcher die Quali für das Auftaktspringen noch auf der Tribüne verfolgt hatte, landete unter 73 Springern mit 115 Metern (95,9 Punkte) auf dem 60. Rang und verpasste damit die Qualifikation für das Weltcupspringen. „Mein Sprung war nicht so gut wie im Training“, gesteht er ein, „aber solide. Das und das gesamte Erlebnis gibt mir Auftrieb für die nächsten Springen im Continental-Cup.“

Dann reist die erweiterte deutsche Spitze in der kommenden Woche nach Bischofshofen (Österreich), eine Woche später folgen die Wettkämpfe im sächsischen Klingenthal, ehe es nach Japan geht. „Jetzt geht es mit Vollgas weiter“, blickt Roth voraus, der sich noch vage Hoffnungen auf die Teilnahme am Heim-Weltcup in Titisee-Neustadt (18. und 19. Januar) macht.

Viele Autogramme, wenige Selfies

Am Riessersee hat Luca Roth 2020 eingeläutet. „Seit 14 Jahren war es das erste Mal, dass ich nicht selbst mal einen Böller angezündet habe“, verrät der 19-Jährige, „aber wir hatten trotzdem einen gelungenen Abend.“ Und Zeit, um etwas vom Tournee-Alltag abzuschalten. Über 600 Autogrammkarten hat der Meßstetter verteilt, „Selfies waren es nicht ganz so viele – 20, 30 vielleicht...“ Weitere werden vorerst nicht dazukommen. Für Roth – wie für seinen Vereinskollegen Adrian Sell - ist die Tournee beendet.

Moritz Baer komplettiert das deutsche Team bei den Springen in Österreich. „Moritz ist die ganze Zeit in der Mannschaft gewesen, er hat da gute Ergebnisse gemacht. Auch wenn er hier bei der Tournee bislang nicht so gut ist, bleibt er im Team“, sagt Bundestrainer Stefan Horngacher. In der Tournee-Gesamtwertung liegt Roth vier Plätze vor Baer, dennoch geht es für ihn mit dem Continental-Cup weiter. Der nächste Skisprung-Höhepunkt für die Deutschen ist der Weltcup im Schwarzwald. „Ich glaube, dass es mit der Veranstaltung keine Probleme geben wird“, so Roth, „weil sie doch ein sehr großes Schneedepot haben.“

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