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Rosenfeld

Ein Leben für die Armen in Pakistan: Leidringerin Renate Hölle erzählt von ihrem Alltag

05.07.2019

Von Margit Ruf

Ein Leben für die Armen in Pakistan: Leidringerin Renate Hölle erzählt von ihrem Alltag

© Margrit Ruf

Renate Hölle berichtete in der Leidringer Peterskirche über ihre Arbeit in einem pakistanischen Krankenhaus.

Renate Hölle arbeitet schon ihr halbes Leben lang in einem Krankenhaus in Pakistan. Derzeit ist die Missionsschwester in ihrem Heimatort Leidringen. Die ausgebildete Kranken- und Narkoseschwester und Hebamme hatte wieder viel zu erzählen.

Renate Hölle berichtete jetzt in der Leidringer Peterskirche über ihre Arbeit und das Leben in dem asiatischen Land und zeigte dazu viele interessante Bilder.

114.000 Patienten wurden 2018 behandelt

Das im Norden von Pakistan auf rund 1.500 Höhenmetern gelegene Krankenhaus hat im vergangenen Jahr ungefähr 114.000 Patienten behandelt, 2.600 Operationen durchgeführt und 1.600 Geburten begleitet und genießt bei der Bevölkerung in der ganzen Region einen sehr guten Ruf.

Es kommen sehr viele Verletzte, die sich aufgrund von offenen Feuern schwere Verbrennungen zuziehen. Hier leistet das vor einigen Jahren aus Deutschland gespendete Dermatom sehr gute Dienste, teilte Hölle mit.

Denn damit kann, ähnlich wie mit einem Sparschäler, gesunde Haut abgeschabt und dann auf die verbrannten Stellen verpflanzt werden.

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Der Müll ist ein Riesenproblem, denn es gibt keine richtige Entsorgung. Schwester Renate Hölle

Das gespendete Dermatom leistet uns wertvolle Dienste. Schwester Renate Hölle

Dadurch ergibt sich eine Überlebenschance wenn nicht mehr als 60 Prozent der Haut betroffen ist. Außerdem gibt es auch sehr viele Menschen, die aufgrund von Jodmangel an einem Kropf leiden und deshalb eine Operation benötigen.

Seit einiger Zeit ist auch ein Zahnärzte-Ehepaar in ihrer Klinik tätig, denn schon viele Kinder haben oft sehr schlechte Zähne und bedürfen dringend einer Behandlung.

Renate Hölle arbeitet nicht nur als Narkosefachkraft und Hebamme, sondern darf auch andere zu Narkosefachkräften ausbilden, die dann nach einem weiteren zusätzlichen Kurs in Islamabad, auch die staatliche Anerkennung erlangen können.

Außerdem gibt es bei ihnen ein OP-Ausbildungsprogramm, allerdings gehen viele pakistanische Fachärzte nach ihrer Ausbildung ins Ausland und fehlen dann wiederum zur Versorgung der Bevölkerung im eigenen Land.

Seit 24 Jahren in Pakistan

In den 24 Jahren in denen die Leidringerin nun in Pakistan arbeitet, hat sich die Bevölkerung nahezu verdoppelt, was in der Zwischenzeit zu Problemen in der Wasser- und Stromversorgung führt. Außerdem fehlen Schulen, um die vielen Kinder ausbilden zu können.

Ein weiteres großes Problem ist auch hier der Müll, denn es gibt keine richtige Entsorgung. Die Regierung hat nun sogar Plastikbeutel verboten. Nun möchte das Krankenhaus ein Projekt starten und eine eigene Müllverbrennungsanlage bauen.

Eine Autobahn wird gebaut

Momentan baut der chinesische Staat eine Autobahn quer durch Pakistan und auch Qualandarabad hat einen Autobahnzubringer erhalten. Doch nun sind in der Gegend die Grundstückspreise enorm gestiegen, was wiederum die ärmere Bevölkerung trifft.

Renate Hölle wird am kommenden Wochenende wieder zurück in ihre zweite Heimat reisen, doch läuft in einiger Zeit ihr Visa ab und sie hofft, dann wieder eine Verlängerung zu erhalten, um weiterhin den Menschen in Pakistan helfen zu können.

Ein Dank an alle Unterstützer

Zum Schluss des Vortrags bedankte sie sich bei ihren treuen Unterstützern in der Heimat, die mit ihren Geldspenden oder mit selbst gestrickten Socken, Mützchen, Decken und ähnlichem die Menschen dort, vor allem auch die Kinder, unterstützen und ihnen in ihrer Krankheit eine Freude machen.

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