Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Burladingen

Dritter Brand hinter dem Peitschenmuseum: Der Feuerteufel zündelt in Killer

08.04.2020

von Hardy Kromer

Dritter Brand hinter dem Peitschenmuseum: Der Feuerteufel zündelt in Killer

© Hardy Kromer

Drei Mal hat der Feuerteufel in Killer zugeschlagen, hier ein Foto vom ersten Einsatz der Feuerwehr.

Die unheimliche Brandserie in Killer geht weiter. In der Nacht zum Mittwoch hat der unbekannte Feuerteufel wieder am Bahnhof gezündelt. Diesmal trafen die Flammen nicht das Peitschenmuseum, sondern einen Stapel mit alten Bahnschwellen.

Wann das Feuer diesmal entfacht wurde, ist unklar. Als ein Anwohner im Morgengrauen kurz vor 6.30 Uhr Alarm schlug, die Polizei aus Hechingen und die Feuerwehr aus Killer am Bahnhof eintrafen, schwelte der Brand nur noch ein bisschen.

„Das brennt hier schon eine ganze Weile“, lautete die Einschätzung von Gerd Schäfer, Ortsvorsteher und Feuerwehrmann, während der Löscharbeiten.

Alte Bahnschwellen kokeln

Was kokelte und qualmte, war ein Stapel aus gut 50 alten Bahnschwellen der Hohenzollerischen Landesbahn, der etwa 50 Meter vom Deutschen Peitschenmuseum und 25 Meter vom Bahnwartehäuschen entfernt am Rande eines Gebüschs deponiert war – ganz in der Nähe des Bahnsteiges.

Der knapp zehnköpfige Killermer Löschtrupp, zum Corona-Schutz mit Atemschutzmasken ausgestattet, löschte das schwelende Feuer mit Schaum ab, zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizei begannen gleich mit der Spurensicherung.

Neue Erkenntnisse durch das dritte Feuer

Bei diesem dritten Brand an fast demselben Ort innerhalb von einer Woche dürfte der Sachschaden deutlich geringer sein als bei den ersten beiden Feuern, die die Cafeteria des Deutschen Peitschenmuseums zerstörten. Menschen kamen auch diesmal zum Glück nicht zu Schaden.

Was dieses dritte Feuer aber geliefert hat, sind eine ganze Reihe von Erkenntnissen. Erstens: Die letzten Zweifel, dass es sich um eine Brandstiftungsserie handelt, dürften ausgeräumt sein.

Da geht definitiv ein Feuerteufel um. Die ohnehin sehr unwahrscheinliche These, dass der Donnerstagsbrand im Peitschenmuseum durch eine weggeworfene Zigarettenkippe ausgelöst worden sein könnte und ein unentdecktes Glutnest dann am Samstagmorgen noch einmal aufgeflammt sein könnte, ist jetzt endgültig widerlegt.

Die Killermer Feuerwehrleute, die jetzt schon zum dritten Mal innerhalb einer Woche nachts ausrücken musste, sind davon wenig überrascht. „Ich war schon beim ersten Mal sicher, dass da ein Brandstifter am Werk ist“, sagte ein Feuerwehrmann unserer Zeitung.

Zündelei ist weit entfernt vom Museum und Heimatverein

Ein zweiter Rückschluss dürfte Oliver Simmendinger, den Leiter des Deutschen Peitschenmuseums, wieder etwas besser schlafen lassen. So wie es jetzt aussieht, hat es der Zündler nicht persönlich auf den frischgebackenen Junginger Bürgermeister abgesehen – und auch nicht gegen den Heimatverein Killer und sein Museum. Der neuerliche Brandherd war weit genug vom Museum entfernt, als dass die dritte Zündelei als Anschlag gewertet werden könnte.

Was bleibt als mögliches Motiv? Spaß am Zündeln? Freude daran, Angst und Schrecken zu verbreiten? Frust oder Langeweile mitten in der Corona-Krise? Die Polizei ermittelt weiter wegen fortgesetzter Brandstiftung und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugentelefon: 07471/988-00.

Was bisher geschah

Am Donnerstagabend gegen 21.15 Uhr beobachtete ein Passant den ersten Brand in der Cafeteria des Deutschen Peitschenmuseums im alten Killermer Bahnhof.

Die Feuerwehr Killer löschte, die Polizei schätzte den Sachschaden auf 30.000 Euro. Als Brandursache wurde zunächst eine weggeworfene Zigarettenkippe vermutet.

Zweiter Brand am Samstag

Samstagfrüh gegen 3.50 Uhr wurde am selben Ort erneut ein Brand gemeldet. Ein Zeitungsausträger hatte durch die Scheiben der Cafeteria kleine Flammen gesehen, und abermals rückte die Feuerwehr Killer unter dem Kommando von Daniel Petznik aus.

Als die sieben Einsatzkräfte am Brandort eintrafen, gab es nur noch zwei kleine Flämmchen zu löschen. Das Bild, das sich den Floriansjüngern bot, war aber deutlich schlimmer als in der Nacht zuvor.

Cafeteria hat es schwer erwischt

Diesmal mussten sie keine Scheibe mehr einschlagen, um an den Brandort vorzudringen. Das hatte schon das Feuer erledigt: Die komplette Rückwand der Cafeteria, die an das Museum angebaut ist, war zerstört – und drinnen waren das Gebälk, der Boden und das Mobiliar stark in Mitleidenschaft gezogen.

Oliver Simmendinger, Leiter des Deutschen Peitschenmuseums, schätzt den Schaden auf 100.000 Euro. Seit Samstag weiß er: Er muss die Cafeteria komplett abreißen lassen und weiß noch nicht, wie er einen Wiederaufbau finanzieren soll, denn die Versicherungsfrage ist noch unklar.

Diesen Artikel teilen: