Albstadt

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

09.01.2024

Von Hannah Irion

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

© Hannah Irion

Die Sanierung des Laufener Tunnels steht im Zentrum des gesamten Bauvorhabens, das in diesem Sommer beginnen soll.

Gut Ding will Weile haben, könnte man fast meinen, wenn man auf die lange Vorbereitungszeit zur Sanierung des Laufener Tunnels, der Eyachbrücke und den angrenzenden Abschnitten der B463 zurückblickt. Immer wieder wurde das Startdatum verschoben. Doch damit soll nun Schluss sein, denn der Startschuss soll diesen Sommer fallen. Ob inzwischen alle Hürden aus dem Weg geräumt werden konnten und welche Maßnahmen genau geplant sind? Wir haben beim Regierungspräsidium Tübingen nachgefragt.

Seit knapp fünf Jahren laufen die Planungen und Vorbereitungen zur Sanierung der B463 zwischen Laufen und Lautlingen. 2019 gab das Regierungspräsidium Tübingen sein Vorhaben erstmals bekannt, das nicht gerade klein ausfallen sollte.

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Neben der Sanierung des Laufener Tunnels sollten auch die Bundesstraßenbrücke über die Eyach und der Belag der gesamten Lautlinger Ortsdurchfahrt erneuert werden. Mit rund acht Monaten Bauzeit rechnete das Regierungspräsidium.

Um während dieser Zeit eine Umfahrung Laufens zu gewährleisten, war zusätzlich die Errichtung einer Behelfsbrücke über die Eyach angedacht. Soweit der damalige Stand. Beginnen sollten die Maßnahmen zwei Jahre nach der Ankündigung.

Bau in einem Naturschutzgebiet

Doch bereits ein Jahr später gab es die ersten Schwierigkeiten. Die Stelle, an der die Behelfsbrücke errichtet werden sollte, liegt in einem sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet, sprich einem Naturschutzgebiet, erklärte das Regierungspräsidium damals. Um darin bauen zu dürfen, benötige es zunächst einer Verträglichkeitsprüfung.

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

© Hannah Irion

Die eher unscheinbare Brücke über die Eyach soll erneuert werden.

Die Folge: Der Baubeginn musste um ein Jahr nach hinten verschoben werden. Der Startschuss sollte laut Regierungspräsidium somit erst 2022 fallen. Doch anstatt in diesem Jahr, wie eigentlich geplant, alle Maßnahmen auf einmal umzusetzen, wurde zunächst nur in Lautlingen gebaut. Mitte des Jahres 2022 wurde unter anderem der Belag zweier Abschnitte der Ortsdurchfahrt erneuert.

In diesem Zuge nicht saniert wurde die Strecke zwischen der Jet-Tankstelle und der Abzweigung nach Magrethausen (Höristraße). Diesen Teil hob man sich für das Gesamtpaket an noch zu erledigenden Maßnahmen auf. Doch auch 2023 konnte das Vorhaben nicht über die Bühne gehen, da man aus Rücksicht auf die Gäste der Balinger Gartenschau auf eine Sperrung der B463 verzichten wollte.

Somit entschied sich das Regierungspräsidium schließlich für 2024 als das Jahr, in dem die Maßnahmen endgültig beginnen sollten. Eine aktuelle Nachfrage beim Regierungspräsidium ergab, dass man daran auch weiterhin festhalte und mit einem Baubeginn diesen Sommer rechne, erklärt Matthias Aßfalg, Pressesprecher des Regierungspräsidiums.

Weitere Maßnahmen geplant

Zu den zunächst geplanten Maßnahmen, sprich der Erneuerung der Eyachbrücke, der Sanierung des Tunnels und der Fahrbahndeckenerneuerung in Lautlingen, kamen jedoch noch weitere hinzu.

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

© Hannah Irion

Von Laufen her kommend bis zur Abzweigung nach Dürrwangen soll der Fahrbahnbelag erneuert werden.

Zum einen wird die Brücke über den Meßstetter Talbach in Lautlingen saniert. Zum anderen wird auch die Fahrbahndecke des Abschnittes der B463, der zwischen der Abzweigung nach Dürrwangen und der Eyachbrücke liegt, erneuert. Gleiches gilt für die gesamte Fahrbahn der B463 ab dem Laufener Tunnel bis hin zur Lautlinger Abzweigung nach Margrethausen (Höristraße).

Doch soll das tatsächlich alles auf einmal vonstatten gehen? Jein, heißt es vonseiten des Regierungspräsidiums. „Ziel ist es, die Maßnahmen weitestgehend zeitgleich durchzuführen, um die zeitliche und räumliche Belastung von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern so kurz wie möglich zu halten“, schreibt Aßlag.

Dennoch wolle man nach derzeitigem Stand versuchen, die Fahrbahndeckenerneuerungen rund um Laufen so zeitversetzt wie möglich durchzuführen, um die Ortschaft nicht vollkommen vom Verkehr abzuschneiden, heißt es weiter.

Wer darf die Behelfsbrücke nutzen?

Dabei soll auch die von Beginn an eingeplante Behelfsbrücke unterstützen, die nach wie vor auf der Liste der Baumaßnahmen zu finden ist. Wer sie jedoch nutzen dürfe, sei bislang nicht abschließend geklärt, so Aßfalg.

„Die Behelfsbrücke ist während der überwiegenden Bauzeit für den öffentlichen Verkehr und für Rettungskräfte dienlich“, erklärt er. Zudem werde sie von „Baufahrzeugen zum Neubau der Eyachbrücke, zur Instandsetzung des Tunnels und zu den weiteren begleitenden Arbeiten“ genutzt. Geprüft werde derzeit, wie es um andere Verkehrsteilnehmer stehe.

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

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Auch die Fahrbahndecke der B463 zwischen Laufen und Lautlingen wird erneuert.

Eines steht allerdings bereits fest: „Vollsperrungen im Zuge der Vorarbeiten und Fahrbahndeckenerneuerungen sind unter Berücksichtigung der arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben erforderlich“, schreibt der Pressesprecher. Wie diese jedoch in zeitlicher Abfolge miteinander stehen, könne man noch nicht sagen.

Denn erst im Frühjahr soll die Ausschreibung der Tunnelsanierung europaweit veröffentlicht werden. Daher erklärt Aßfalg: „Erst nach stattgefundener Vergabe und Abstimmung mit der beauftragten Firma können konkretere Aussagen zu der zeitlichen Abfolge der anderen Gewerke erfolgen.“

Veröffentlichung der Ausschreibung erst im Frühling

Dass dies erst jetzt, im Jahr 2024 stattfinde, wenngleich der eigentliche Baubeginn einmal auf das Jahr 2021 terminiert war, habe einen einfachen Grund, so der Pressesprecher: „Generell finden Ausschreibungen erst zeitnah vor Beginn eines Vorhabens statt, um den aktuellsten Stand der Regelwerke und des technischen Standards in den Ausschreibungsunterlagen abzubilden.“ Da das Vorhaben zuvor immer wieder verschoben wurde, kam es folglich auch zu keiner Ausschreibung.

Drei Jahre später als geplant: Sanierung der B463 im Bereich Laufen startet diesen Sommer

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Auch die Fahrbahndecke der B463 zwischen Laufen und Lautlingen wird erneuert.

Und dann gab es da ja noch das Problem mit dem Naturschutzgebiet, das einst zu eben einer solchen Verschiebung führte. Doch dies ist zwischenzeitlich gelöst: „Die durchgeführte FFH-Verträglichkeitsprüfung ergab, dass der Bau der Behelfsbrücke erfolgen kann“, teilt Pressesprecher Aßfalg mit.

Ursprünglicher Zustand soll wieder weitestgehend hergestellt werden

„Für den erforderlichen Eingriff finden Ersatzpflanzungen statt beziehungsweise werden Ausweichhabitate hergestellt.“ Nach Ende der Baumaßnahme solle der vorherige Zustand allerdings wieder weitestgehend hergestellt werden.

Noch befinde sich das Regierungspräsidium allerdings laut eigenen Angaben in der „abschließenden Abstimmung mit den durch die Tunnelsanierung betroffenen Kommunen“. Über den genauen Ablauf des Ganzen informiere man die Öffentlichkeit aber rechtzeitig, versichert der Pressesprecher.

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