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Fußball

Drei Gegentore, zwei Platzverweise: Die TSG Balingen verliert gegen Walldorf mit 1:3

10.08.2019

Von Marcel Schlegel

Drei Gegentore, zwei Platzverweise: Die TSG Balingen verliert gegen Walldorf mit 1:3

© Thomas Schips

Die TSG Balingen um Spielmacher Lukas Foelsch (rechts) verlor gegen Astoria Walldorf mit 1:3.

Ratlos in der ersten, kopflos in der zweiten Halbzeit: Die TSG Balingen hat am Samstag auch das dritte Regionalliga-Saisonspiel verloren. Beim 1:3 gegen Walldorf flogen zudem zwei Schwaben vom Platz.

Es war eine eigentlich unbedeutende Szene, aber sie sagte viel aus über die Ratlosigkeit der TSG Balingen in der ersten Hälfte gegen den FC Astoria Walldorf: Gut 40 Minuten waren am Samstag vor rund 1000 Zuschauern in der heimischen Bizerba-Arena gespielt, als Balingens Julian Hauser am Abschlag stand.

Er blickte nach rechts, kein Abnehmer – dann nach links, auch hier, kein Teamkollege, der seinem Torhüter ein Signal gab, Verantwortung übernehmen wollte. Hauser prellte das Leder, zuckte unmissverständlich mit den Schultern – und schlug den Ball ab. Ins Seitenaus.

Nervöse erste Hälfte der Balinger

0:2 hatten die Balinger da schon zurückgelegen. Mit 1:3 sollten die Schwaben das Viertliga-Fußballspiel am Ende verlieren. Und damit auch die dritte Partie in dieser Saison.

Am Samstag hatten die Gastgeber eine nervöse erste Hälfte gezeigt, konnten die einzigen beiden Walldorfer Abschlüsse direkt aus dem eigenen Netz holen und halfen dem Gegner bei den Treffern von Minos Gouras (16.) und Andre Becker (29.) auch jeweils mit Fehlpässen tatkräftig aus. Und mit jedem Gegentreffer nahm die Verunsicherung der stark dezimierten Truppe um Kapitän Nils Schuon zu. Vor allem schienen die Balinger im ersten Durchgang ratlos und hilflos ob der Situation.

Foelsch lässt Hoffnung aufkeimen

Das änderte sich zwar nach der Pause kurzzeitig, als die Volkwein-Elf zunächst ihr Selbstbewusstsein wiederfand, Daniel Seemann in der 47. Minute einen scharfen Ball im Fünfmeterraum über die Astoria-Latte zielte und kurz darauf Lukas Foelsch nach einer Hereingabe von Tobias Dierberger zum 1:2 abstaubte (55.). Da keimte kurz Hoffnung auf, zumal Verteidiger Jonas Vogler mit einem starken Solo schier den Ausgleich besorgt hätte (57.).

Epstein kassiert erste Rote Karte seiner Karriere

Doch so hilflos die Balinger in der ersten Hälfte gewesen waren, so kopflos stellten sie sich im zweiten Durchgang an. Neuzugang Denis Epstein, der an der Seitenlinie von einem Walldorfer gezupft und gezogen worden war, grätschte nach dem anschließenden Ballverlust seinen Gegner über den Haufen und kassierte den ersten Platzverweis in seiner über 400 Spiele währenden (Profi-)Karriere. Die Rote Karte (66.), welche zumindest strittig war, brach den Volkwein-Jungs endgültig das Genick.

Auch Seemann fliegt vom Platz

Und nach dem 1:3, das Christoph Becker im Anschluss an eine Astoria-Ecke markierte (76.), war die Partie für die Gastgeber gelaufen. Vorzeitig galt dies übrigens auch noch für Daniel Seemann, der in der 87. Minute ebenfalls an der Seitenlinie ein unnötiges Foul beging und mit der Ampelkarte vom Rasen musste.

TSG Balingen: Hauser; Eisele, Vogler, Schmitz (46. Konz), Akkaya (85. Kurth), Gaiser, Schuon, Foelsch, Seemann, Epstein, Scherer (46. Dierberger).

Tore: 0:1 Gouras (16.), 0:2 A. Becker (29.), 1:2 Foelsch (55.), 1:3 C. Becker (76.).

Rote Karte: Epstein (B., 66.).

Gelb-rote Karte: Seemann (B., 87.).

Schiedsrichter: Tom Bauer (Neuhofen).

Bilanz: Drei Niederlagen in drei Spielen

Die bittere Bilanz: In drei Spielen hat die TSG nicht nur drei Niederlagen, sondern auch drei Gegentore in der Nachspielzeit und vor allem drei Platzverweise kassiert – sie zeigt Nerven, die Volkwein-Elf, die eine ähnliche Durststrecke in der Vorsaison noch nicht erleben musste.

Besonders die Platzverweise tun weh; vor dem Mittwochspiel (19.30 Uhr) des punktlosen Vorjahresaufsteigers bei der U 23 des 1. FSV Mainz 05 stellt sich Volkweins Elf nun fast schon von alleine auf: Patrick Lauble, Cedric Guarino und Jonas Fritschi fielen neben den langzeitverletzten Pablo Gil und Adrian Müller alle kurzfristig aus, ihr Einsatz am Mittwoch ist fraglich.

Verletztenliste wird länger

Weiterhin verletzte sich am Samstag Führungsspieler Matthias Schmitz am Innenband des Sprunggelenks – das dürfte Wochen dauern. Bei Fabian Fecker offenbarte eine Knie-Untersuchung einen Knorpelschaden, er reiht sich ab sofort in die Liste der Langzeitverletzten ein.

Auch für Marc Pettenkofer dürfte ein Einsatz am Mittwoch zu früh kommen. Epstein und Seemann bleibt nach den Platzverweisen nun ohnehin nur das Zuschauen. Anders gesagt: Die Spieler, auf die Volkwein aktuell nicht zurückgreifen kann, würden eine schlagkräftige Elf bilden.

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