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Albstadt

Diner en blanc: „Wir sind Albstadt“ organisiert ein Massenpicknick in weiß am 8. September

31.08.2019

Von Volker Bitzer

Diner en blanc: „Wir sind Albstadt“ organisiert ein Massenpicknick in weiß am 8. September

© Volker Bitzer

Manuel Taut (links) und Stefan Buchholz werben vor dem Ebinger Bürgerturm für die WSA-Aktion "diner en blanc". Mit weißen Servietten und einem leeren weißen Programm-Blatt: Denn was genau abläuft, soll für die Besucher noch ein wenig Geheimnis bleiben.

Gemeinsam tafeln, plaudern und entspannen ist am letzten Schulferien-Sonntag von 17 bis 20 Uhr auf dem Bürgerturmplatz in Ebingen angesagt.

Der gute alte Roy Black – Gott hab ihn selig – hätte sicherlich seine große Freude daran; ja, er wäre sogar als Gastsänger geradezu prädestiniert, mit seinem bekannten Schlager „Ganz in weiß“ diese Veranstaltung mitzubegleiten: am 8. September, von 17 bis 20 Uhr.

Ein weißes Oberteil ist das Mindeste

Denn die Farbe weiß steht über allem bei diesem Gesellschaftsessen an einem möglichst prominenten Platz in der Stadt. Jeder, der Lust und Laune hat, kann kommen und mitmachen. Allerdings nur in weißer Garderobe. Wenngleich nicht zwingend von den Socken über den Hosengürtel bis zur Hutkrempe. „Aber ein weißes Oberteil, das sollte schon sein“ sagt Stefan Buchholz, der beim jungen Albstädter Verein „Wir sind Albstadt (WSA)“ fürs Marketing zuständig ist.

Etwas in Albstadt bewegen

Der jüngste Club der Stadt – seit Mai offiziell als gemeinnütziger Verein eingetragen – hat sich zu Jahresbeginn formiert, um etwas für und in der Bürgerschaft zu bewegen. Nicht zuletzt natürlich mit Blick auf die Kommunalwahlen. Mit Erfolg: Vier Mitglieder kamen – quasi aus dem Stand – ins Stadtparlament. Doch nach dem erfolgreichen Abschneiden bei den Wahlen möchte WSA die Hände nicht in den Schoß legen, sondern der eigenen Philosophie treu bleiben. So also die Idee des gemeinsamen kulinarischen Erlebnissen in weißer Kleideung.

Nichts Neues, aber hier schon

Diner en blanc ist zwar keine neue Idee, aber zumindest in unserer Region noch recht frisch. In Reutlingen gab es im Juli ein „weißes Abendessen“ mit rund 150 Gästen. Stefan Buchholz erlebte ein solches Social Diner, wie man neudeutsch sagt, zum ersten Mal in Darmstadt. „Damals zählte man rund 500 Besucher.“ Dass so viele auch zum Albstädter Diner kommen ist zwar unwahrscheinlich, aber so rund 100 könnten es schon sein. „Allein unser Verein hat 30 Mitglieder, wenn jeder kommt und zwei weitere Gäste mitbringt, sieht es schon gut aus“ sagt Manuel Taut, der Vorsitzende von „Wir sind Albstadt“.

Orange wird kaschiert

Manuel Taut, besser gesagt „sein“ Haus ist es auch, welches für ziemlich viel Weiß am 8. September sorgen wird. Der „Linde“-Chef kümmert sich darum, dass die möglichst große Tafel – bestehend aus Biergarnituren – nicht im obligaten orange, sondern hell daher kommt: Mit weißen Tischdecken. Für ein Hotel natürlich eine Kleinigkeit.

Nicht mit leeren Händen kommen

Selbst mitbringen ein Gebot beim Diner en blanc. Jeder, der mit dabei sein will, muss oder sollte weißes Geschirr, Gläser und Besteck mitbringen. Aber natürlich auch Getränke (stilgerecht in den passenden Gläsern) und vor allem ein dreigängiges kaltes Menü. „Wenn natürlich eine Familie oder eine Gruppe zu dritt kommt, dann reicht es, wenn jeder sich um einen Gang kümmert“ beruhigt Stefan Buchholz. Ein einzelner Gast jedoch sollte das kleine Menü parat haben.

Aufräumen gehört mit dazu

Und es geht noch weiter: Mitbringsel-Pflicht sind auch weiße Servietten, weiße Kerzen, Wunderkerzen (für den Abschluss) und Mülltüten. Denn wer beim Diner en blanc mitfeiert, muss auch danach wieder für Ordnung sorgen. Abfälle also nicht einfach liegen lassen, sondern einpacken und zu Hause entsorgen.

Winke-winke in weiß

Ein wichtiges Accessoire am 8. September ist dann noch ein weißes Taschentuch. Zum Zuwinken bei der Begrüßung. Denn auch dies ist eine Gepflogenheit des Diner en blanc. Begleitet wird das genüssliche Speisen in hoffentlich großer Gesellschaft mit Livemusik. Und wer weiß: Vielleicht stimmen die Musiker zum Ende (gegen 20 Uhr) dann auf dem Bürgerturmplatz auch die inoffizielle Wunderkerzen-Hymne „Sierra Madre“ an. Und bei schlechtem Wetter will man ausweichen in die Räumlichkeiten von „Gleis 4“.

Die Geschichte des Diner en blanc

In Wikipedia findet man als Erklärung Folgendes: Das „Essen in weiß“ ist eine Form des Social Dinings und bezeichnet das auf Privatinitiative beruhende, über Netzwerke von Freunden und Bekannten organisierte Massenpicknick weiß gekleideter Menschen an prominenten städtischen Orten. Ausgangspunkt des Phänomens war die französische Hauptstadt. Mittlerweile gibt es gleichartige Veranstaltungen weltweit auf allen Kontinenten. In Deutschland fand das erste Diner en blanc 2008 in Hannover statt, seitdem zunehmend auch in anderen Städten im deutschsprachigen Raum.

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