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Die Waldorfpädagogik blickt auch in Frommern auf eine 100-jährige Geschichte zurück

16.09.2019

Von Renate Deregowski

Die Waldorfpädagogik blickt auch in Frommern auf eine 100-jährige Geschichte zurück

© Renate Deregowski

Die Waldorfpädagogik wird 100 und ist inzwischen zu einer weltweiten Bewegung geworden. Davon zeugen die Karten, die von Einrichtungen auf allen Kontinenten zum Jubiläum verschickt wurden. Vor einigen dieser Karten haben sich Stefanie Strauch (von links), Michael Vogel, Holger Grebe und Diana Späth aufgestellt und weisen damit auf die finalen Veranstaltungen der Frommerner Waldorfschule zum Jubiläum hin.

1150 Schulen weltweit feiern diesen Geburtstag und auch die Frommerner Einrichtung macht mit. In den kommenden Wochen finden dazu die finalen Veranstaltungen statt.

Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, 1919, richtete Rudolf Steiner auf Wunsch des Stuttgarter Unternehmers Emil Molt für dessen Arbeiter der Waldorf-Astoria-Fabrik eine Schule ein. Seither wurden immer mehr Einrichtungen auf allen Kontinenten eröffnet, die Steiners Anthroposophie vermitteln.

Pädagogik ist nicht verstaubt

Obwohl diese Pädagogik ein Jahrhundert alt ist, sei sie keineswegs verstaubt, betont Michael Vogel, Lehrer in Frommern. Er nennt den Grund: „Sie wird immer wieder erneuert, weil von den Kindern und Jugendlichen Impulse kommen.“ In den anderen Ländern verhält es sich ebenso – angepasst an den dortigen kulturellen Rahmen.

87.000 Waldorfschüler gibt es in Deutschland, in Frommern sind es rund 380, dazu 80 Kindergartenkinder und zehn in der Krippe. Rund 100 Mitarbeiter kümmern sich um sie. „Das kommt einem mittelständischen Betrieb schon nahe“, meint Diana Späth.

Lehrplan ist der Mensch

Sie ist die Geschäftsführerin des Waldorfschulvereins Zollernalb, der von den Eltern getragen wird – durch Engagement, Mitspracherecht und teilweise Übernahme des Schulgelds. Der Bedarf vor allem in der Krippe sei steigend, weshalb Überlegungen gemacht werden, diese auszubauen.

„Die Menschen sind auf der Suche nach Alternativen, vermutet Vogel den Beweggrund für den Zulauf zu dieser Schulform. Sein Oberstufenkollege Holger Grebe fügt an: „Überspitzt könnte man sagen, dass wir Menschen unterrichten und nicht Fächer. Unser Lehrplan ist der ausgebreitete Mensch.“

Eine wachsende Bewegung

Auch weltweit ergreifen immer mehr Menschen die Initiative und eröffnen Schulen mit der ganzheitlichen Pädagogik. Vogel sieht hier „eine wachsende Bewegung“. Dabei spielt Steiner als Person im Unterricht keine Rolle. „Hier gehen Schüler raus, die in ihrem Schulalltag nicht von ihm gehört haben,“ sagt Grebe.

Das Kollegium, das aus staatlich anerkannten Lehrkräften mit Zusatzqualifikation für die Walddorfschule besteht, hingegen liest immer mal wieder Steinertexte und entwickelt ihre Unterrichtsmethodik aus diesen Grundlagen heraus.

Festakt am 28. September

In Frommern liegt die Besonderheit vor, dass die drei Standbeine Pädagogik, Landwirtschaft und Medizin in der Region vertreten sind. Das soll auch beim Festakt am Samstag, 28. September, ab 19 Uhr in der Schulsporthalle widergespiegelt werden. Zu diesem hat die Organisationsgruppe langjährige Weggefährten eingeladen.

Dr. med. Dietrich Schlodder, Helixor Heilmittel GmbH in Rosenfeld, Landwirt Manfred Kränzler, Schönberghof in Isingen und Imkermeister Norbert Poeplau, Mellifera in Rosenfeld nehmen neben Natalia Aculova und Holger Grebe von der Waldorfschule und Peter Striebel, der den Tycho-de-Brahe-Zweig vertritt, an der Podiumsdiskussion teil. Die Zwölfer haben einen Eurythmie-Beitrag geplant. Der Festakt stellt das Finale der Jubiläumsfeierlichkeiten der Frommerner Schule dar.

Dialogspaziergänge

Eine Woche vorher, am Sonntag, 22. September, finden Dialogspaziergänge statt. Bei jedem Wetter können sich Interessierte an zwei Stationen ein Bild von den Menschen und deren Aufgaben. Start ist um 13.30 in beim Schönberghof in Isingen.

Nach einem kleinen Imbiss finden auf dem Gelände der Fischermühle ab 16 Uhr Führungen statt, bei Helixor zum Mistelschaugarten und zur Arzneimittelherstellung und bei Mellifera zum Thema Bienen. Diese Führungen werden ab 17 Uhr wiederholt.

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