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Straßberg

Die Straßberger Firma Autoimmun Diagnostika stellt SARS-CoV-2-Tests her

21.04.2020

Von Volker Schweizer

Die Straßberger Firma Autoimmun Diagnostika stellt SARS-CoV-2-Tests her

© Privat

Ein Mitarbeiter von AID untersucht, ob in der Patientenprobe SARS-CoV-2 RNA enthalten ist.

Die Tests des Unternehmens für Medizintechnik kommen auch im Zollernalbkreis zum Einsatz.

Bezüglich der Corona-Pandemie arbeitet das Unternehmen seit Anfang März eng mit dem Labor ZakLab in Balingen zusammen. „Wir haben nur eineinhalb Wochen benötigt, um den Test zu entwickeln“, berichtet Johannes Schöllhorn, Assistent der Geschäftsleitung, stolz. Er erläutert, wie die Prüfung von Infektionen auf den neuartigen Coronavirus abläuft.

Das DRK liefert die Patientenproben

Für die Tests wird üblicherweise ein Abstrich aus dem Rachen und dem Nasenraum verwendet. Nach der Entnahme der Probe kommt der Tupfer in ein Röhrchen mit einer speziellen Transportflüssigkeit. Das Röhrchen ist über einen Barcode gekennzeichnet, so dass es im Labor zu keinen Verwechslungen kommen kann. Die Patientenproben werden in der Regel einmal am Tag vom DRK geliefert. Dort werden sie zunächst mit einem Barcode-Scanner eingelesen. Danach ist die Erreger-RNA zu isolieren. Da es hier noch zu potentiellen Übertragungen kommen kann, muss dies unter gewissen Sicherheitsstandards erfolgen. Nach dem Isolieren der RNA wird die Probe in Testtubes pipettiert.

Suche nach dem N-Gen

Im nächsten Schritt geht es dann darum, ob in der Patientenprobe SARS-CoV-2 RNA enthalten ist. Dies geschieht über mehrere genetische Code-Abschnitte. „Zuerst schauen wir, ob das sogenannte N-Gen enthalten ist“, berichtet Johannes Schöllhorn. „Finde ich dieses Gen nicht, ist die Probe negativ für SARS-CoV-2. Ist die Probe aber positiv, suche ich nach dem R-Gen zur Bestätigung des Ergebnisses. Ist ein Patient positiv auf diese beiden Gene, so wird er als positiv auf SARS-CoV-2 gewertet.“ Damit wird die Vorgabe des Robert-Koch-Instituts (RKI), auf mindestens zwei Gene zu testen, erfüllt. Wenn die Ergebnisse einer dieser beiden Tests nicht eindeutig sind oder sich widersprüchliche Ergebnisse zeigen, wird, um eine maximale Sicherheit für den Patienten zu gewährleisten, ein drittes Gen, das sogenannte ORF-Gen, untersucht.

Rund 800 Proben am Tag

All diese Schritte finden in einem Thermocycler statt, ein Gerät, das in der Lage ist, die verschiedenen Temperaturschritte, die für die PCR notwendig sind, selbstständig durchzuführen. Zusätzlich wird nach jedem Durchgang die erzeugte Menge des viralen Erbgutes gemessen. Eines dieser Geräte hat AID von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen ausgeliehen, um die Test-Kapazität weiter zu erhöhen. Die Testergebnisse leitet die Firma dann an das Gesundheitsamt des Landratsamtes weiter. Mit Extraktion, PCR und Auswertung dauert ein „Probenlauf“ circa dreieinhalb Stunden, wobei aber mehrere Proben gleichzeitig bearbeitet werden können. Insgesamt kommen ZakLab und AID auf eine Kapazität von circa 800 Proben am Tag.

Projekte zur Entwicklung eines Covid19-Elispot-Kits

Aktuell laufen mehrere Projekte mit nationalen und internationalen Partnern zur Entwicklung eines Covid19-Elispot-Kits. Mit ähnlichen Prinzipien wie bei den momentan geforderten Antikörpernachweisen liefert ein Elispot ein Bild über den Immunstatus eines Patienten. Hierbei kann aber differenziert werden, wie viele Zellen zum Beispiel Antikörper bilden. Auch ist es möglich, den Verlauf einer Infektion, einer Erkrankung und die nachfolgende Immunität zu verfolgen. Unter Umständen lassen sich auch Prognosen zur Schwere eines Verlaufs erstellen. Diese Entwicklungen werden dann voraussichtlich auch im AID hauseigenen Servicelabor „Immune Analytics“ eingesetzt, welches an Studien zu Impfstoffen mitwirken wird.

Rund 60 Mitarbeiter

Die Firma AID wurde 1989 gegründet. Das Unternehmen für Medizintechnik hat zusammen mit seinen Schwesterunternehmen GenID und Advanced Imaging Devices rund 60 Mitarbeiter.

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