Handball

Derby-Sieg macht Hoffnung: HBW Balingen-Weilstetten gegen Wetzlar nicht chancenlos

14.02.2024

Von Marcus Arndt

Derby-Sieg macht Hoffnung: HBW Balingen-Weilstetten gegen Wetzlar nicht chancenlos

© Moschkon

Nach dem hart erkämpften Sieg über Altmeister Göppingen sind die „Gallier“ in Wetzlar gefordert.

Nach dem gelungenen Start in die Rest-Runde geht der Balinger Handball-Bundesligist am Donnerstagabend in Wetzlar auf die Platte (19 Uhr). Eindrucksvoll korrigierten die Lahnstädter einen ganz schwachen Saisonstart.

Die Trendwende gelang den Hessen damals ausgerechnet in Balingen. Mit 30:27 siegte die HSG im Kellerduell und kletterte in der Folge sukzessive in der Tabelle nach oben. Die „Gallier“ blieben im Abstiegssumpf stecken, sind nach dem 30:29-Heimerfolg im Schwaben-Derby über Göppingen aber wieder in Schlagdistanz zu den Nichtabstiegsplätzen. „Das müssen wir auch weiter schaffen“, fordert Jens Bürkle, „das war ein erster Schritt.“

Ein wichtiger Erfolg

Er sei sehr zufrieden, hebt der HBW-Coach hervor, „nicht nur weil wir gewonnen haben, sondern in den vergangenen vier Pflichtspielen dreimal in die Punkte gekommen sind. Ein paar Dinge wachsen gerade – das gibt Hoffnung für das, was uns in der Rest-Runde noch erwartet. Und es gibt uns den Glauben, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen können.“

Mit Blick auf den dritten Saisonsieg sagt der Sportwissenschaftler: „Ich glaube, dass wir ein paar Bälle mehr auf das Tor hätten bringen müssen – da wir wirklich gut geworfen haben. Da geben wir Göppingen ein paar Mal die Möglichkeit, in die Steals zu kommen.“ Die nutzte der Altmeister in Durchgang eins konsequent. „Vor der Pause haben wir diese Überzahlsituation mit 0:3 verloren, das darf uns nicht passieren“, moniert der 43-Jährige, „das hätte uns das Genick brechen können.“

Aber der Aufsteiger verkürzte, fand nach dem Seitenwechsel besser rein – und war auch in der Crunchtime präsenter. „Das war schon richtig, richtig gut“, so der Balinger Kommandogeber weiter, welcher den Erfolg einzuordnen weiß. Der Heymann-Ausfall habe Göppingen schon richtig weh getan, räumt der erfahrene Übungsleiter unumwunden ein, „er hat ihnen mit seiner Physis in der Abwehr schon gefehlt – im Hinspiel hat Heymann ihnen in der Verteidigung ganz wichtige Impulse gegeben.“

„Eine richtig gute Mannschaft“

Auch das achtplatzierte Wetzlar, das am vergangenen Sonntag in Stuttgart klar mit 25:30 verloren hat, bringt viel Masse und Klasse auf das Parkett. „Das ist schon eine richtig gute Mannschaft“, findet der frühere Erstliga-Kreisläufer, „die eine sehr schwierige Phase gut überstanden und richtig Selbstvertrauen getankt hat.“ Einen Katastrophen-Start mit 2:10 Punkten drehte das Team von Frank Carstens unaufgeregt, das sich vor und nach der EM-Pause mit vier Siegen in Serie in der oberen Tabellenhälfte behauptete.

Beste Torschützen sind Rechtsaußen Domen Novak (124 Saisontore) und Routinier Lenny Rubin (112). Der Schweizer, welcher Wetzlar im Sommer verlassen wird, macht mit Regisseur Magnus Fredriksson und dem Ungarn Stefan Cavor mächtig Druck auf die Abwehr. „Sie haben schon ein paar Kanoniere dabei – die gilt es zu stoppen“, sagt Bürkle. Der 43-Jährige ordnet die HSG-Spielweise als „rückraumlastig“ ein. Nicht grundlos: Auch Hendrik Wagner und Nemanja Zelenovic sind aus neun Metern extrem gefährlich.

Mit Tempo zum Erfolg

Trotz satter 618 Gegentreffer verteidigt Wetzlar kompakt und robust, macht es dem Gegner aus der Distanz sehr schwer. „Wir müssen die Riesen-Jungs in Bewegung und auseinander bekommen“, fordert Bürkle, „sie sauber bespielen und präzise passen. Und: Wir müssen ins Tempo kommen, das ist ein ganz, ganz wichtiger Faktor. Wenn uns das gelingt, haben wir Chancen.“ Im Hinspiel habe seine Mannschaft ein, zwei Freie zu viel liegen lassen, blickt der erfahrene Übungsleiter zurück, „und wir haben verloren, obwohl wir besser waren.“

Ob am Donnerstag die Revanche gelingt? Die Ausgangssituation ist nach dem Sieg über Frisch Auf nicht schlecht. Personell wird sich wenig ändern. Oddur Gretarsson hat am Montag wieder trainiert, bei Kapitän Felix Danner wird es allerdings wohl nicht reichen.

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