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Hechingen

Der Nabu will die Hechinger Lindich-Barackengelände für die Allgemeinheit sichern

14.05.2019

von Hardy Kromer

Der Nabu will die Hechinger Lindich-Barackengelände für die Allgemeinheit sichern

© Hardy Kromer

Ein Stück weit hat sich die Natur die seit vielen Jahren leerstehenden Lindich-Baracken schon zurückgeholt. Die Hechinger Nabu-Gruppe macht sich nun für eine Folgenutzung stark, die Ökologie, Landschaft und Historie berücksichtigt.

Was wird aus dem 27 Hektar großen Barackengelände draußen auf dem Lindich, das am 2. Juli zwangsversteigert wird? Während sich der Hechinger Gemeinderat bisher nur hinter verschlossenen Türen mit dieser äußerst interessanten Immobilienangelegenheit befasst hat, sucht die Hechinger Nabu-Ortsgruppe jetzt eine öffentliche Auseinandersetzung mit dem Thema.

Und die Naturschützer beziehen klar Position, nachdem sie während ihres Treffs am Donnerstagabend über die Lindich- Frage gesprochen haben. Sie appellieren an die Stadt, sich das Gelände zu sichern und eine öffentliche Nutzung als Naherholungsgebiet und Ausflugsziel für Spaziergänger, Radfahrer und Naturliebhaber möglich zu machen.

Für naturverträgliche Nutzung

Gert Rominger, Co-Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe, hatte Bürgermeister Philipp Hahn über die baldige Zwangsversteigerung des Lindich-Barackengeländes angeschrieben und daran erinnert, dass sich der Nabu schon vor Jahren „für eine naturverträgliche, der Allgemeinheit dienende Nutzung in diesem gerne von Spaziergängern besuchten Gebiet ausgesprochen“ habe. Aus Anlass der bevorstehenden Versteigerung bat er die Stadt, „alles zu tun, um eine das historisch, landschaftlich und ökologisch schützenswerte Gebiet berücksichtigende Folgenutzung zu sichern“. Rominger empfahl einen Erwerb des Geländes durch die Stadt und eine Bebauungsplanänderung, die seiner Auffassung nach „wegen Fristablaufs wohl entschädigungslos möglich“ sein müsste.

So groß wie drei Fußballfelder

Nach dem bislang gültigen Bebauungsplan ist auf dem gut drei Fußballfelder großen Areal nichts anderes erlaubt als genau solch ein „Erdhügelhotel“, wie es der (Noch)-Besitzer, ein italienischer Geschäftsmann, zu Beginn des Jahrtausends geplant, aber in all den Jahren nie realisiert hat. Eine solche „exklusive Hotelnutzung“ lehnen die Hechinger Nabu-Aktivisten ebenso entschieden ab wie eine denkbare „konventionelle Hotelbebauung“.

Ein Erholungsgebiet wäre schön

Stattdessen wünschen sich die Naturschützer – so fasst Gert Rominger das Ergebnis der Diskussion zusammen – „eine Nutzung als Erholungsgebiet und Ausflugsziel für die Besucher des benachbarten Naherholungsgebiets um Martinsberg/Schafwasen, des Ruheforsts und des Schlossgeländes“. Und konkreter: „Denkbar wären unter anderem einfache Gastronomie (möglichst ökologisch ausgerichtet), Spielplatz, Grillstelle, Tiergehege/ Steichelzoo, Teich und eventuell Informationen zu Wald, Natur und Historie der Umgebung.“ Aus Sicht der Naturschützer hätte eine solche Nutzung auch den Charme, dass sich „eine gewisse Kompensation“ ergäbe. Schließlich seien durch die Anlegung und Ausweitung des Golfplatzes der Bürgerschaft „größere der Erholungsnutzung dienende Flächen verloren“ gegangen.

Geschützte Tierarten müssen berücksichtigt werden

Die Botschaft lautet also: Stadt, bitte kaufen und prüfen, was mit dem Gelände Sinnvolles angestellt werden könnte. Allerdings wird gemahnt: „Vor jeder baulichen Veränderung muss das über Jahrzehnte kaum genutzte Gelände auf das Vorhandensein geschützter Tierarten untersucht werden.“

Wie berichtet, scheint der Gemeinderat in Hechingen einem Kauf des Barackengeländes nicht grundsätzlich abgeneigt zu sein. „Die Stadtverwaltung prüft alle in diesem Zusammenhang stehenden Optionen“, hatte das Rathaus auf Anfrage schon vor Wochen wissen lassen.

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