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Der Muttertag ist eine Erfindung der alten Griechen

04.05.2019

von Lisa Seifriz

Der Muttertag ist eine Erfindung der alten Griechen

© pixel2013/Pixabay.com

Ein Blumenstrauß und am besten noch eine liebe Karte: die Klassiker unter den Muttertagsgeschenken.

Den Muttertag, wie wir ihn heute feiern, gibt es erst seit etwas mehr als 100 Jahren. Seine Geschichte ist jedoch sehr viel älter.

In welcher Zeit der Muttertag seinen Ursprung hat, lässt sich heute nicht mehr genau bestimmen. Es ist jedoch bekannt, das bereits die alten Griechen ein Fest feierten, um die Mutter des Gottes Zeus zu ehren.

Diese Tradition wurde im Mittelalter wieder aufgegriffen. So gab es zum Beispiel im 13. Jahrhundert unter Heinrich III. in England einen „Mothering Day“ zum Gedenken an „Mutter Kirche“.

Moderne Version

Der Muttertag, wie wir ihn heute feiern, entstand jedoch erst 1872 in den Vereinigten Staaten. Julia Ward Howe, eine bekannte Vertreterin der Frauenbewegung, forderte, den Müttern in Amerika einen Tag im Jahr zu widmen.

Da diese Forderung damals noch abgelehnt wurde, gilt heute Anna Jarvis, die den Muttertag endgültig durchsetzte, als Begründerin.

Der Muttertag ist eine Erfindung der alten Griechen

© Olairian [Public domain]

Die Amerikanerin Anna Jarvis ist international als Begründerin des Muttertages anerkannt.

Sie wählte den Todestag ihrer Mutter, die am 9. Mai 1905 starb, als Datum für den Muttertag. Damit wollte sie an ihre Mutter erinnern, die sich selbst für Frieden und bessere hygienische Verhältnisse eingesetzt hatte.

Gleichzeitig sollte der Muttertag mehr Rechte für Frauen durchsetzen. 1914 wurde dann der zweite Sonntag im Mai von den Vereinigten Staaten als Muttertag festgelegt und vom US-Präsidenten Woodrow Wilson zum nationalen Feiertag erklärt.

Internationale Verbreitung

Nach den USA wurde der Muttertag auch in England gefeiert und breitete sich anschließend auch in anderen Ländern international aus. Bei dieser Entwicklung wurde der Muttertag dann jedoch immer mehr zu einem Fest, bei dem Geschenke eine immer größere Rolle spielten und die ursprüngliche Botschaft zunehmend an Bedeutung verlor.

Er wurde von Unternehmen genutzt, um ihren Gewinn zu vergrößern. Das führte schließlich so weit, dass Anna Jarvis selbst gegen den Muttertag vor Gericht zog, jedoch ohne Erfolg.

Kein Abkassier-Tag für Händler

Heute machen die wenigsten Blumenläden und Gärtnereien in Deutschland ein gutes Geschäft mit dem Muttertag. Da die Preise auf dem internationalen Blumenmarkt vor dem deutschen Muttertag stark steigen, müssen deutsche Händler ihre Preise selbst leicht anheben.

Die meisten geben den gesteigerten Einkaufspreis jedoch nur teilweise weiter, um ihre Kunden nicht zu verprellen. Unter dem Strich steht so bestenfalls noch ein marginales Zusatzgewinn rund um den Muttertag. Das selbe gilt am Valentinstag.

Muttertag in Deutschland

In Deutschland wurde der Muttertag 1922 (1923 offiziell) vom Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber eingeführt. Später wurde er dann von den Nationalsozialisten als Propaganda missbraucht und in „Gedenk-und Ehrentag der deutschen Mütter“ umbenannt. In der DDR wurde stattdessen der Internationale Frauentag gefeiert. Der Muttertag als solcher wurde erst nach der Wiedervereinigung wiedereingeführt.

Heute hat der Muttertag kaum noch mit den Rechten und der politischen Rolle der Frauen zu tun, wie Anna Jarvis es wollte. Heute geht es viel mehr darum, sich mit Blumen und kleinen Geschenken bei der eigenen Mutter zu revanchieren. Auch die verschiedenen Bräuche, die sich wie das Datum von Land zu Land sehr unterscheiden können, rückten mit der Zeit immer mehr in den Hintergrund.

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