Das Warten für die evakuierten Bewohner des Haux-Gebäudes in Ebingen geht weiter

Von Gudrun Stoll

Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann lag richtig. Zum Leidwesen aller Betroffenen: Die Sicherheitsarbeiten im Haux-Gebäude nehmen drei Wochen in Anspruch. Die evakuierten Bewohner müssen mindestens noch bis zum 15. November in ihren Übergangsquartieren ausharren.

Das Warten für die evakuierten Bewohner des Haux-Gebäudes in Ebingen geht weiter

Noch werden die Sperrgitter nicht weggeräumt. Security-Leute stehen 24 Stunden im Dienst und überwachen, dass niemand über die Gitter klettert oder auf andere Weise ins Gebäude gelangt.

Für die evakuierten Bewohner der Appartements im Haux-Gebäude geht das Warten weiter. Von rund eineinhalb Wochen war in ersten optimistischen Schätzungen die Rede, dann könnte, wenn alles glatt läuft, die Sperrung aufgehoben werden, die am 23. Oktober in Kraft getreten ist.

Doch Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann sollte Recht behalten mit seiner eher pessimistischen Prognose: Er könne ein Zeitfenster von zwei oder sogar drei Wochen nicht ausschließen, hatte er im Gemeinderat bereits einen Tag nach der Evakuierung verkündet.

Freigabe nicht vor dem 15. November

Hermann Zettler, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in der Abteilung Ravensburg, hat im Gespräch mit dem ZAK am Donnerstag aktuell bestätigt, dass der Zeitplan von drei Wochen ausgeschöpft werden müsse, bevor die Bewohner, darunter zahlreiche Studierende der Hochschule, aber auch andere Mieter, in ihre Wohnungen zurück dürfen. Im Klartext bedeutet dies: Die Freigabe dürfte frühestens am Freitag, 15. November, erfolgen.

Am Donnerstag waberten Gerüchte durch die Stadt und über den Campus, die rot-weißen Absperrbänder der Polizei würden noch im Laufe des Tages entfernt.

Es handelte sich um eine Falschmeldung. Vor Ort umgeschaut habe sich eine Delegation des Amtes, die von Fachleuten und auch Versicherungsvertretern begleitet wurde, bestätigt Hermann Zettler.

Security wacht 24 Stunden

Doch die Sperrung bleibt - niemand darf den Gebäudeteil betreten, dessen Standsicherheit als gefährdet gilt. Während der laufenden Sanierungsarbeiten waren statische Probleme aufgetaucht, die Prüfstatiker hatten daraufhin jegliche Gewähr für die Sicherheit abgelehnt.

Die Stadt Albstadt setzte ihren Notfallplan für derartige Ereignisse in Vollzug, Folge waren eine Zwangsräumung der Wohnungen durch die Polizei und die Versiegelung. Dass niemand die Sperrzone betritt, darüber wacht Tag und Nacht ein Securitydienst, dessen Mitarbeiter schon einige Leute stoppen mussten, die in ihre Wohnung wollten.

Zum Stand der Arbeiten teilte Hermann Zettler mit, dass die Notsicherung realisiert sei, aber weitere Schritte und Prüfungen folgen. Er gehe davon aus, dass das Bauordnungsamt der Stadt die Freigabe des Hauses für Bewohner und Hochschule Ende kommender Woche erteile.

Einschränkung für Labors

Für die Labors der Hochschule mit ihren Spezialmaschinen gebe es allerdings Einschränkungen, da in die Wände viele Stützen eingebaut wurden. Wie die Hochschule ihren praktischen Unterricht in dieser Zeit organisiert, müsse noch geklärt werden.

Die meisten der Bewohner, die ihre Appartements verlassen mussten, kamen privat, bei Freunden oder Studienkollegen unter. Wer am 23. Oktober von einer Minute auf die andere ohne Dach über dem Kopf dastand, wurde in der ersten Nacht von DRK-Kreisverband versorgt. Die HBG Albstadt, welche die Eigentumswohnungen im Haux-Gebäude verwaltet, brachte acht obdachlos gewordene Bewohner in der „Grünen Au“ in Ebingen unter. Dort wohnen sie noch immer.

Um rasche Lösung bemüht

Das Gebäude gehört dem Land - dessen Amt für Vermögen und Bau muss sich auch um das juristische Nachspiel und die Schadensabwicklung kümmern. Die Forderungen der evakuierten Bewohner würden geprüft, informiert Amtsleiter Hermann Zettler. Er sei um eine rasche und unproblematische Lösung bemüht.