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Albstadt

Das Kunstmuseum zeigt zu Ostern Passionsbilder des Ebinger Malers Christian Landenberger

17.04.2019

Von Holger Much

Das Kunstmuseum zeigt zu Ostern Passionsbilder des Ebinger Malers Christian Landenberger

© Holger Much

Dr. Veronika Mertens richtet die neue Vitrine mit Radierungen von Christian Landenberger ein.

In der aktuellen Ausstellung würdigt das Albstädter Kunstmuseum den großen Sohn der Stadt. Dabei werden mit mehreren Radierungen rund um den Karfreitag vergleichsweise unbekannte Seiten des heimischen Künstlers vorgestellt.

Der 1862 in Ebingen geborene Christian Landenberger ist vor allem als Vorreiter und namhafter Vertreter der deutschen Freilichtmalerei bekannt. Das Werk des Professors an der Stuttgarter Kunstakademie ist daher folgerichtig zu einem großen Teil durch seine Landschaftsbilder charakterisiert. Biblische Themen erscheinen im Oeuvre vergleichsweise spät.

Hinwendung zu religiösen Stoffen

Doch auch und gerade dieser Aspekt wird im Rahmen der aktuellen Ausstellung des Albstädter Kunstmuseums ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Um etwa 1910 wendet sich der erfolgreiche Freilichtmaler immer mehr dem Atelierbild zu.

Zeitgleich mit dieser Entwicklung, so stellt die Direktorin des Kunstmuseums, Dr. Veronika Mertens, in einem Aufsatz dar, setzt er sich mit religiösen Stoffen auseinander.

Vor allem in den Jahren 1912 und 1913 schuf Landenberger mehrere vielfigurige Kompositionen, darunter „Jesus als Kinderfreund“, das in Albstadt in gleich zwei Fassungen vertreten ist. Auch das Gemälde „Karfreitag“ gehört in diese Phase.

Das Original ist verschollen

Eine bislang unbekannte Studie zum „Karfreitag“ konnte das Kunstmuseum Albstadt 2003 für die Städtischen Kunstsammlungen erwerben. Dieses Gemälde ist das einzige Zeugnis der Komposition, deren Hauptfassung, die vormals in der Galerie der Stadt Stuttgart zu sehen war, seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist.

Tiefgebeugt, gestützt von Johannes und Maria Magdalena, geht Maria den Weg von Golgota hinab. Dort ragen im Hintergrund die Kreuze in den dunklen Abendhimmel des .

Karfreitags

In der düsteren Farbigkeit und dem fahlen Licht, erläutert Dr. Veronika Mertens, nimmt Landenberger auf den Text des Evangelisten Markus Bezug:

Jesus betet am Kreuz

„Und nach der sechsten Stunde ward eine Finsternis über das ganze Land bis um die neunte Stunde. Um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Diese Worte des 22. Psalms, so Dr. Mertens, deuten darauf hin, dass der sterbende Jesus am Kreuz betete.

Das Kunstmuseum zeigt zu Ostern Passionsbilder des Ebinger Malers Christian Landenberger

© Kunstmuseum Albstadt

Diese Kaltnadel-Radierung mit dem Titel „Karfreitag“ von Christian Landenberger entstand 1920.

Doch noch ein Schmankerl wartet auf den interessierten Kunstfreund. Es sind die Radierungen Landenbergers. 1919 ließ er sich vom Kunsthistoriker Julius Baum und dem Ebinger Unternehmer und Kunstsammler Albert Gussmann dazu anregen, sich mit der Radierung zu beschäftigen.

Ausdrucksstarke Radierungen

Ein Schwerpunkt dieser Arbeiten liegt auf den Bildern der Passion, die im Umkreis der gemalten „Kreuzigung“ (um 1918) entstanden. Auch die Komposition des Gemäldes „Karfreitag“ von 1913 greift Landenberger auf.

Auch in der Radierung legt er große Sorgfalt auf die ausdrucksvolle Nackenlinie Marias, die ihn bereits 1912 mehrmals bei der Darstellung eines schlafenden Mädchens fasziniert hatte.

Am Sonntag, 21. April, bietet Dr. Veronika Mertens um 15 Uhr eine Führung durch die aktuellen Ausstellungen mit Arbeiten von Christian Landenberger und Felix Hollenberg unter dem Thema „Aus der Dunkelheit zum Licht“ an.

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