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Meßstetten

Das Haus der Kirche in Meßstetten gehört jetzt dem Diasporahaus Bietenhausen

01.10.2019

Von Volker Schweizer

Das Haus der Kirche in Meßstetten gehört jetzt dem Diasporahaus Bietenhausen

© Volker Schweizer

Das Haus der Kirche im Bueloch in Meßstetten wird mit neuem Leben erfüllt. Über den Verkauf an das Diasporahaus Bietenhausen freuen sich (von rechts) Pfarrer Reinhold Schuttkowski, Vorstandsvorsitzender André Guzzardo, Verwaltungsleiter Wilhelm Hailfinger und Jürgen Naumann, der Leiter des Geschäftsbereichs Albstadt.

Neue Heimat im Meßstetter Bueloch: Die Tagesgruppe zieht aus der Gartenstraße in das einst von der evangelischen Militärseelsorge gebaute Gebäude um.

Anfang der Woche wurde der Kauf offiziell beurkundet. Jürgen Naumann kann sein Glück kaum fassen. „Das Haus ist ein Segen für unsere Einrichtung“, strahlt der Leiter des Geschäftsbereichs Albstadt. Nicht nur, weil künftig viel mehr Platz zur Verfügung steht, sondern vor allem wegen der kurzen Wege. 60 Prozent der Kinder, die in der Tagesgruppe betreut werden, stammen aus dem Bueloch. Da sich die Grundschule nur einen Steinwurf entfernt vom ehemaligen Haus der Kirche befindet, brauchen sie nach Unterrichtsschluss nur über die Straße laufen.

Sozialtraining steht im Mittelpunkt

Bislang ist die Tagesgruppe, die aus zehn Kindern im Alter von sieben bis 13 Jahren besteht, in der Gartenstraße untergebracht. Die Jungen und Mädchen, die aus Meßstetten, Obernheim und Nusplingen kommen, werden nach Schulschluss bis 17.30 Uhr betreut. Sie bekommen Mittagessen und Hilfestellung bei den Hausaufgaben. Im Mittelpunkt stehen das Sozialtraining und eine „qualifizierte Elternarbeit“. „Ziel ist es, dass die Kinder, deren Eltern mit der Erziehung überfordert sind, in der Familie bleiben können“, betont André Guzzardo, der Vorstandsvorsitzende des Diasporahauses.

„Ein tolles Netzwerk“

Bei der Tagesgruppe soll es nach dem Umzug nicht bleiben. „Wir nutzen das Gebäude vom Keller bis unter das Dach“, versichert Jürgen Naumann. So ist geplant, an zwei Nachmittagen ein freizeitpädagogisches Förderprogramm für Kinder aus dem Bueloch anzubieten. Soziale Gruppenarbeit gibt es schon im evangelischen Gemeindehaus. Ebenfalls im Bueloch beheimatet ist eine Wohngruppe – dadurch sind zur Freude von André Guzzardo noch „viel engere Kooperationen“ möglich. Die Tagesgruppe sei ein weiteres Puzzleteil in diesem „tollen Netzwerk“.

Der Preis war nicht überteuert

Über den Preis für das 1800 Quadratmeter große Grundstück hüllt man sich in Schweigen. Pfarrer Reinhold Schuttkowski verrät nur soviel: „Der Preis war nicht überteuert, aber wir haben auch nichts verschenkt.“ Das Haus der Kirche wurde im Jahr 1977 von der evangelischen Militärseelsorge gebaut. Soldatenfamilien haben das Gebäude rege genutzt. Nach dem Abzug der Bundeswehr wurde es ruhiger – deshalb jetzt auch der Verkauf. „Die Unterhaltskosten stehen in keinem Verhältnis zur Nutzung“, bedauert Pfarrer Reinhold Schuttkowski. Er weist in diesem Zusammenhang auch daraufhin, dass die evangelische Kirchengemeinde von der Landeskirche aufgefordert worden sei, ihren Immobilienbestand zu überprüfen.

Freitagsvesper kann weiterhin stattfinden

Zuletzt haben sich montags noch Frauen von ehemaligen Soldaten getroffen. Für sie wird ein neues Domizil gesucht. Das Freitagsvesper des Vereins zur Förderung der Altenhilfe kann weiter stattfinden. Der vom Vorsitzenden Oskar Beuttler angeregte „Runde Tisch“ hat am Montagabend stattgefunden. Jürgen Naumann würde sich über weitere Kooperationen mit dem Verein freuen, „denn wir sind eine lebensfeldorientierte Tagesgruppe“. Über die Zukunft der Kinderkirche wurde laut Pfarrer Reinhold Schuttkowski noch nicht entschieden.

Sanierung steht an

Bevor das Haus der Kirche mit neuem Leben erfüllt wird, stehen noch einige Arbeiten an. Es soll unter anderem neue Fenster, einen neuen Anstrich und eventuell eine neue Heizung bekommen. Weil das Bueloch städtisches Sanierungsgebiet ist, hofft Verwaltungsleiter Wilhelm Hailfinger auf Zuschüsse. Die Aufträge sollen einheimische Handwerker bekommen.

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