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Radsport

Cross-WM: Elisabeth Brandau ist das Aushängeschild der deutschen Mountainbike-Frauen

06.01.2020

von Erhard Goller

Cross-WM: Elisabeth Brandau ist das Aushängeschild der deutschen Mountainbike-Frauen

© imago / Sportsword

Die Schönaicherin Elisabeth Brandau könnte sich das Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Brustring am Wochenende in Albstadt zum dritten Mal in Serie überstreifen.

Mit Elisabeth Brandau kommt am Wochenede eine Schwäbin als Titelverteidigerin zur Cyclo-Cross-DM nach Albstadt. Die 34-Jährige verbindet mit Albstadt noch ein zweiter Höhepunkt in der Saison 2020: die Mountainbike-WM im Juni.

Dass Elisabeth Brandau eine außergewöhnliche Sportsfrau ist, muss man in Radsport-Kreisen kaum mehr erzählen. Nicht nur, dass es der zweifachen Mutter gelungen ist im vergangenen Sommer in der Cross-Country-Disziplin aufs Weltcup-Podest zu fahren und bei der EM die Bronzemedaille zu gewinnen. Brandau ist auch die einzige deutsche Radsportlerin, der es gelungen ist, sowohl im Cross-Country als auch im Marathon, im Eliminator Sprint und auch im Cyclo-Cross das Deutsche Meistertrikot zu ergattern.

„Das Trikot ist auch für die Sponsoren gut“

Am Wochenende würde sie in Albstadt gerne das Jersey im Cyclo-Cross verteidigen und damit den Titel-Hattrick komplettieren. „Das Trikot ist auch für die Sponsoren gut“, sagt Elisabeth Brandau. Und aktuell gleichzeitig deutsche Meisterin in zwei Disziplinen (Cross-Country und Cyclo-Cross) zu sein, sei „schon schön.“

Der Cross-Nachwuchs fehlt

Ein bisschen schade findet es die Schönaicherin allerdings, dass im Cross-Sport „niemand nachkommt“, der ihr das Trikot streitig macht. „Ich wäre international gerne schneller, gerade mit dem Meistertrikot“, sieht sie ihre Leistungen zuletzt im Weltcup etwas kritisch. Als WM-Fünfte von 2018 genügt ihr ein 31. Rang wie bei jüngsten Weltcup in Namur natürlich nicht.

Zu wenig au dem Cross-Rad

Warum sie sich überhaupt in der Winterdisziplin tummelt? „Ich bin das von früher gewohnt“, sagt sie mit Blick auf ihre Anfänge im Straßenrennsport. „Cross hat mir immer Spaß gemacht und geholfen im Training. Allerdings bin ich diesen Winter zu wenig auf dem Cross-Rad und das merke ich auch in den Rennen“, bekennt Brandau.

WM in der Schweiz folgt

Nach der DM in Albstadt ist das Ziel der Schönaicherin, in der Schweiz noch eine gute WM zu fahren und dann die Form mit in Mountainbike-Saison zu nehmen. Im Mountainbike-Sommer warten dann zwei Highlights: die Heim-Weltmeisterschaft in Albstadt – nur eine Autostunde von der Heimat entfernt – und die Olympischen Spiele in Tokio.

„Beim Thema Olympia spielen alle verrückt“

Dabei hat sie Prioritäten. „Beim Thema Olympia spielen alle verrückt, das stresst zusätzlich“, gibt Brandau preis. „Die Strecke dort ist nicht meine, Albstadt mag ich mehr. Darauf freue ich mich schon. Die WM ist noch mehr mein Höhepunkt. Wenn ich da in Form bin, dann bin ich auch bei Olympia fit.“ Das halbe Jahr, das bis dahin bleibt, beginnt mit der Cross-DM.

In Normalform unangefochten

Und die Konkurrenz? „Janine Schneider ist mir beim Weltcup in Zolder erst mal vor der Nase herum gefahren“, sagt Brandau über die amtierende deutsche Marathon-Meisterin aus Lottstetten. „Aber am Ende hatte ich sie doch im Griff.“ Wenn die Titelverteidigerin Normalform hat, kann ihr in Deutschland aktuell niemand das Wasser reichen. Die hat sie zuletzt allerdings vermisst. „Wir rätseln ein wenig“, meint die 34-Jährige. Aber bis zum ersten Höhepunkt des Jahres will sie sich in Form bringen.

Eibl startet nicht

Nicht am Start sein wird Ronja Eibl. Die U 23-Weltcupsiegerin auf dem Mountainbike hatte keine Gelegenheit, sich auf die ihr fremde Disziplin vorzubereiten. Ihr Fokus liegt auf der kommenden Cross-Country-Saison und den Zielen Heim-WM und Olympische Spiele. „Ich will mich ja gut auf die Mountainbike-Saison vorbereiten und mit dem Trainingslagern dafür passt das nicht gut zusammen. Ich hatte keine Zeit, um mich spezifisch auf Cross vorzubereiten“, erklärt Eibl ihren Verzicht auf den Auftritt vor heimischem Publikum.

RSG meldet Sextett für die DM

Die RSG Zollernalb hat für die Deutschen Cyclo-Cross-Meisterschaften im heimischen Albstadt insgesamt sechs Athleten gemeldet. Alle wollen vor heimischem Publikum einfach eine gute Leistung abliefern und können völlig ohne Druck an den Start gehen. „Es ist schwer einzuschätzen, was möglich ist, aber vorne werden sie sicher nicht landen“, sagt Bernhard Mast-Sindlinger zu den Aussichten seiner Schützlinge.

Wenig Erfahrung auf dem Cross-Rad

Der Sportliche Leiter der RSG-Offroad-Fraktion hat im Cyclo-Cross keine ganz heißen Eisen im Feuer. Seine Söhne Tobias und Gabriel Sindlinger haben es in der Elite-Kategorie am Sonntag mit Profis als Gegner zu tun und noch dazu im Gelände nicht all zu viel Erfahrung mit den schmalen Reifen – auch wenn Gabriel Sindlinger in den vergangenen Jahren immer mal wieder auf dem Cross-Rad gesessen ist.

Tobias Steinhart fährt im U23-Rennen mit, Mountainbike-Landeskader-Mitglied Florian Fink sowie Leon Renz starten in der Juniorenklasse U 19.

Die Meßstetterin Lelia König ist für das Elite-Rennen der Damen gemeldet. Auch für sie geht es vor allem darum, sich vor heimischen Publikum zu präsentieren.

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