Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Zollernalbkreis

Corona-Infektionen: Der Landkreis will seine Hotspots ermitteln

01.05.2020

Von Michael Würz

Corona-Infektionen: Der Landkreis will seine Hotspots ermitteln

© Landratsamt

Kita-Chefin Tanja Schick, Landrat Günther-Martin Pauli, DRK-Chef Heiko Lebherz.

Landrat Günther-Martin Pauli informierte erneut live auf Facebook über den Stand der Krise. An seiner Seite: Heiko Lebherz, Bürgermeister in Ratshausen und Vorsitzender des DRK-Kreisverbands sowie Tanja Schick, Leiterin der Kita Regenbogen in Binsdorf und Erlaheim.

Woher kommen die neuen Corona-Fälle im Zollernalbkreis? „Wir können nur sagen, dass wir keine Hauptinfektionsquelle im Kreis ausmachen können“, sagte Landrat Günther-Martin Pauli am Donnerstag im Online-Bürgerdialog. Man wolle aber Ursachenforschung betreiben, um mehr über die bisherige Ausbreitung des Virus im Kreis herauszufinden, so Pauli. Ein Ansatz dabei: Ende Februar, Anfang März hätten zahlreiche Menschen im Kreis unter „Infekten“ gelitten. Laut Pauli sei nicht auszuschließen, dass sich darunter auch unbemerkt Träger des Coronavirus befunden hatten.

Hotspot Fasnet?

Die Fasnet als Virenschleuder – offenbar nicht auszuschließen. Beachten müsse man aber auch, sagt Pauli, dass im Zollernalbkreis überdurchschnittlich viele hochbetagte Menschen leben. Auch dies könnte Niedergang in den Corona-Zahlen finden. Genau wie die grundsätzlich umfangreichen Testungen, die im Kreis durchgeführt werden. Fakt ist, das bestätigte Pauli im Facebook-Livechat: Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen ist im Zollernalbkreis verglichen mit dem Landesschnitt hoch, der Kreis rangiere auf den vorderen Plätzen.

Inzwischen aber stimme ihn hoffnungsvoll, dass man auch im Kreis zuletzt mehr Genesene als Neu-Infizierte zähle. Zur Frage eines Users, wieso erst jetzt die Maskenpflicht eingeführt worden ist, Stimmen dazu anfangs gar kritischer ausfielen, betonte Pauli, dass die Situation für alle Verantwortlichen neu sei. Heiko Lebherz, Bürgermeister in Ratshausen und Vorsitzender des DRK-Kreisverbands, merkte außerdem an, dass Schutzmasken zu Beginn der Krise schlicht kaum zu bekommen waren. „Wir selbst mussten Masken zu völlig überteuerten Preisen einkaufen, um überhaupt den Rettungsdienst aufrecht erhalten zu können“, gab Lebherz Einblick in die schwierige Situation.

Helfer im Testzentrum leisten tausende Arbeitsstunden

Gut aufgestellt sieht Lebherz derweil das Corona-Testzentrum auf dem Balinger Messegelände. Mehr als 6000 Patienten seien dort mittlerweile abgestrichen worden, mehr als 10.000 Einsatzstunden hätten die Helfer dort bis heute geleistet. Außerdem seien nach wie vor mobile Tester des Roten Kreuzes unterwegs. Insgesamt könne man die Schlagzahl der Testungen gegenwärtig noch erhöhen, so Lebherz.

Nötig könnte dies auch deshalb werden, weil die Landesregierung zuletzt dazu aufgerufen hatte, noch mehr Erkrankte als bislang auf das Coronavirus zu testen – der Kreis aber auch flächendeckende Coronatests in Alten- und Pflegeheimen durchführen wolle, wie Landrat Pauli erklärte.

Hoffnung für Vorschüler?

Neben Landrat Pauli und DRK-Chef Heiko Lebherz gab am Donnerstag auch Tanja Schick, Leiterin der Kita Regenbogen in Binsdorf und Erlaheim, Einblick in die Situation der Kinderbetreuung. Seit dieser Woche seien wieder mehr Kinder in der Einrichtung. Die Notbetreuung stehe Eltern zur Verfügung, die präsenzpflichtigen Berufen nachgehen und Kinder nicht anders familiär betreuen können. Sie bräuchten eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers.

Schick teilte im Facebook-Livechat den Wunsch mehrerer Eltern, vor allem Vorschülern zu ermöglichen, ihre „Kindizeit“ in der Einrichtung abschließen zu können. „Wir haben aber auch Pakete geschnürt mit Schulvorbereitungen, die wir sonst in der Einrichtung mit den Kindern machen würden.“

Diesen Artikel teilen: