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Fußball

Chance zur Wiedergutmachung: TSG Balingen ist im Derby beim Ex-Erstligisten Ulm gefragt

05.09.2019

Von Marcel Schlegel

Chance zur Wiedergutmachung: TSG Balingen ist im Derby beim Ex-Erstligisten Ulm gefragt

© Eibner

Bei den „Spatzen“ müssen sich die Balinger am Freitagabend mächtig strecken.

„Da musste vieles raus“ - vor dem Württemberg-Derby am Freitag in Ulm gab es bei der TSG Balingen ein klärendes Gespräch zwischen Team und Trainer.

Es wurde Tacheles gesprochen bei der TSG Balingen, dies gleich am Montag im ersten Training nach dem mutlosen Auftritt des Regionalligisten im Kellerduell mit Aufsteiger FC Gießen, das die Balinger mit 0:1 verloren.

„Diese Leistung war beschämend“, sagt Ralf Volkwein zur sechsten Niederlage im siebten Punktspiel. „Eine solche Leistung darf sich nie wieder wiederholen“, verlangt der TSG-Trainer. Entsprechend lang sei die Sitzung zu Wochenanfang gewesen.

Konstruktive interne Aussprache

„Da musste vieles raus – auf beiden Seiten.“ Heißt: Das Trainerteam sprach an, was ihm zuletzt nicht gefiel und auch die Mannschaft habe ihre Sicht auf den sportlichen Fehlstart vermittelt, verrät der 45-Jährige. Sein Fazit: „Kein einfaches, aber ein konstruktives Gespräch. Wir arbeiten in die gleiche Richtung.“

Was Volkwein so ganz und gar nicht passte, liegt auf der Hand: Gegen den Aufsteiger aus Gießen ein schlagbarer Gegner spielte sich die TSG nach vorne keine klare Chance heraus, die Balinger agierten ideenlos, ängstlich, verunsichert. Und in der Rückwärtsbewegung war nicht jeder Spieler bereit, jene Schritte zu gehen, die wehtun – einige schienen zudem erschöpft, physisch wie mental.

„Uns haben immer unsere Einstellung ausgezeichnet, die Lauf- und Einsatzbereitschaft und unser Teamgeist, für den anderen zu kämpfen.“ Nichts davon habe er gegen Gießen beobachten können. „So werden wir uns keine Sekunde mehr präsentieren“, beteuert Volkwein, dessen Mannschaft (Freitag, 19 Uhr, Donaustadion) beim SSV Ulm 1846 zu Gast – und krasser Außenseiter ist.

Es sei ein leichteres Spiel als zuletzt gegen Gießen, findet Volkwein. „Auf uns wettet gerade keiner einen Pfifferling.“ Womöglich sei dies die Chance der TSG, mit einem Punkt Drittletzter der Südwest-Staffel. „Wichtig ist, dass wir wieder unser altes Gesicht zeigen und die Balinger Tugenden abrufen“, fordert Volkwein, der zumindest auf ein Remis hofft. Und darauf, dass seine Truppe nun endlich ihren Rhythmus findet.

„Das soll keine Ausrede sein, aber wir konnten in den bisherigen Spielen nicht einmal mit der gleichen Elf spielen.“ Das Lazarett hat sich gelichtet. Volkwein macht das Mut. Auf der Gegenseite wartet am Abend jedoch ein blendend aufgelegter Gegner auf die Kreisstädter. Ulm weist zwölf Punkte auf, liegt auf Platz fünf und hat die vergangenen drei Spiele gewonnen. In der Donaustadt wissen sie um den Zustand der Balinger Mannschaft.

Gegner ist gewarnt

„Die TSG kann mit einem Derby-Sieg für positive Stimmung und eine Art Initialzündung sorgen“, sagt Stephan Baierl, Ulms Sportlicher Leiter. Als Spieler kickte er in der Verbandsliga noch selbst gegen die Schwarz-Roten, wurde damals von Nico Willig gedeckt.

„Ich habe die Entwicklung der Balinger stets verfolgt und die TSG stets als sehr bodenständigen und familiären Klub kennengelernt“, so Baierl weiter. „Dass mit diesen Rahmenbedingungen Regionalliga-Fußball möglich ist, kann ich nicht hoch genug einschätzen“, betont Baierl. „Ich wünsche der TSG, dass sie aus der aktuellen sportlichen Krise schnell herauskommt.“

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