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Handball

Bürkle klagt nach der HBW-Pleite in Lemgo: „15 gute Minuten reichen einfach nicht“

01.12.2019

Von Marcus Arndt

Bürkle klagt nach der HBW-Pleite in Lemgo: „15 gute Minuten reichen einfach nicht“

© Eibner

Der HBW ging in Lemgo leer aus.

Die Serie des HBW Balingen-Weilstetten endete beim TBV Lemgo – wenig überraschend nach der schwachen Leistung im Kellerduell gegen die Eulen Ludwigshafen. Markant in beiden Begegnungen: Defizite im Angriff.

Nach dem 27:24-Heimerfolg der Ostwestfalen fiel die Analyse der beiden Trainer ähnlich aus. „Der Sieg war verdient“, meinte Florian Kehrmann. Der Weltmeister von 2007 sah eine solide Abwehrleistung seiner Mannschaft.

„Wir haben von einem gut aufgelegten Peter Johannesson im Tor profitiert und haben mit viel Tempo nach vorne agiert“, so der TBV-Coach weiter. Bereits zur Pause führten die Lipperländer komfortabel mit 14:9 und bauten den Vorsprung nach dem Seitenwechsel sukzessive aus (23:16/43.).

Enttäuschender Auftritt

„Ich bin echt ein bisschen enttäuscht“, gestand Jens Bürkle ein, „nicht wegen dem Ergebnis, das kann in Lemgo passieren. Aber die Art und Weise wie wir uns 40 Minuten lang präsentiert haben, hat mich enttäuscht. Wir haben in der Abwehr viel zu lange keinen Zugriff bekommen, außerdem hatten wir 14 Fehlwürfe allein in der ersten Hälfte. Wir vergeben da beste Tormöglichkeiten teilweise von ganz nah. Das ist nicht das, was wir spielen wollen – und auch nicht das, was wir spielen können. Und das war jetzt schon zum wiederholten Mal so.“

Natürlich blendete der HBW-Kommandogeber die vergangenen Spiele nicht aus. Das Remis gegen Stuttgart (Endstand: 25:25) war schmeichelhaft – der Punktgewinn gegen die Eulen sehr glücklich (25:25). Einzig in Göppingen (32:26) brachte der Aufsteiger sein Potenzial auf die Platte.

Aufholjagd bleibt erfolglos

Auch im Lipperland kamen die Balinger noch einmal in Schlagdistanz. „Nach dem 16:23-Rückstand bekommen wir in der Abwehr Grip rein und sind dann schnell beim 24:24 wieder dran“, analysierte Bürkle, „in dieser Phase gibt es wenig zu kritisieren. Aber 15 gute Minuten reichen einfach nicht, wenn man auf höchstem Niveau mitspielen möchte.“

Nur einmal legten die „Gallier“ in Lemgo vor: beim 0:1 durch René Zobel. Der abwehraffine Linkshänder, welcher aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Torjäger Vladan Lipovina in die erste Sieben der Schwaben rückte, überzeugte mit neun Toren.

„Wir haben nie aufgegeben, dafür sind wir bekannt. Am Ende kommen wir noch einmal heran und machen es spannend. Zu mehr hat es dann heute nicht gereicht, weil wir in der ersten Halbzeit den Rückstand haben zu groß werden lassen“, sagte Zobel.

Lipovina fällt wohl weiter aus

Dieser wird wohl auch im kommenden Heimspiel gegen den Bergischen HC (5. Dezember, 19 Uhr, SparkassenArena) die Hauptlast im rechten Rückraum tragen. „Es geht jetzt darum, wie schnell wir den Rücken wieder stabil bekommen. Gegen den BHC wird es knapp – vielleicht zu knapp“, prognostizierte Bürkle.

Der wollte die Pleite beim Tabellennachbarn nicht auf das Fehlen des Torjägers (Bürkle: „Es ist nichts gebrochen.“) zurückführen: „Am Ausfall von Vladan hat es nicht gelegen, wenn man so eine Leistung auf Halbrechts hat wie von René. Er hat ein starkes Spiel gemacht, obwohl er 60 Minuten durchspielen musste. Auch Tim Nothdurft macht es in der zweiten Hälfte sehr gut. Aber wir brauchen einfach mehr . . .“

Runter auf Platz zwölf

Trotz der Pleite hat der HBW (11:17 Punkte) weiterhin fünf Zähler Vorsprung auf Ludwigshafen (17:20-Niederlage gegen Magdeburg/6:24), das Vorletzter bleibt. Umrahmt von Altmeister Frisch Auf Göppingen (13:17), welcher Wetzlar mit 26:21 besiegt hat, und dem HC Erlangen (25:31 gegen Wetzlar/ 10:18) rangiert der HBW an zwölfter Stelle.

„Wir denken weiter nur von Spiel zu Spiel“, kategorisierte Bürkle das Klassement als „Momentaufnahme“. Der Sportwissenschaftler hat die fünfte Auswärtsniederlage in dieser Runde bereits aufgearbeitet, der Fokus gilt nun dem Duell mit dem Fusionsklub aus Solingen und Wuppertal. Die Rheinländer haben ebenfalls verloren: mit 23:29 in Flensburg. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren sehr präsent“, blickte Löwen-Dompteur Sebastian Hinze zurück, räumte aber unumwunden ein: „Es war aber kein optimales Spiel von uns.“

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