Biomüll im Zollernalbkreis: Warum kompostierbare Folienbeutel ihr Versprechen meist nicht halten

Von Jasmin Alber

Vielfach werden als „kompostierbar“ deklarierte Müllbeutel verkauft, um Essensreste und mehr zu entsorgen. Warum diese meist vermeintlich kompostierbaren Tüten trotzdem nicht in die Biomülltonne oder auf den Kompost gehören, erläutert das Landratsamt. Denn nicht zuletzt diese Folienbeutel sind ein Problem für die Entsorgungsbetriebe und einer der Gründe, warum das Landratsamt verstärkte Kontrollen der Biomüllinhalte durchführt. Wir haben nachgefragt, warum man besser auf Alternativen dazu setzen sollte.

Biomüll im Zollernalbkreis: Warum kompostierbare Folienbeutel ihr Versprechen meist nicht halten

Wer nicht nur Biomüll in der braunen Tonne entsorgt, könnte eine solche gelbe Karte vorfinden.

Das Landratsamt hat flächendeckende Kontrollen der Inhalte von Biomülltonnen im Zollernalbkreis angekündigt. Ein Grund dafür sei, dass zu viele Plastikbeutel darin entsorgt werden. Doch wie sieht es mit den Müllbeuteln aus, die von Herstellern als kompostierbar ausgewiesen sind?

„Das Problem der ‚kompostierbaren‘ Folienbeutel liegt in der Dauer der Kompostierung“, schreibt Landratsamtssprecherin Marisa Hahn auf ZAK-Nachfrage. „Der Verarbeitungsprozess von Bioabfall zu hochwertigem Kompost erfolgt innerhalb weniger Wochen. In dieser Zeit haben sich die kompostierbaren Folienbeutel beziehungsweise die alternativen Verpackungen nicht zu 100 Prozent zersetzt.“

Folienbeutel ist Folienbeutel für die Maschine

Ein weiteres Hindernis ist ein Mechanismus beim Sortieren des Abfalls. Denn die modernen Kompostierungsanlagen können Marisa Hahns Ausführungen zufolge Plastikbeutel nicht von diesen „alternativen“ Folienbeuteln unterscheiden und sortieren diese aus.

Außerdem informiert sie, dass die meisten kompostierbaren Folienbeutel nicht in wertvollen Humus zerfallen würden, sondern lediglich in Wasser und CO2. „Auch das Umweltbundesamt empfiehlt, kompostierbare Folienbeutel nicht zu kompostieren – auch nicht auf dem Kompost im eigenen Garten“, schreibt die Sprecherin. „Das Thema Mikroplastik sollte hier nicht unbedacht bleiben.“ Denn: Mikroplastikrückstände im Kompost gelangen zurück in den Kreislauf.

Zeitungspapier oder Bäckertüten statt Plastikbeuteln

Aber welche Alternativen gibt’s? „Wir möchten die Bürger im Zollernalbkreis dazu anhalten, verstärkt Biotüten aus Papier, Bäckertüten ohne Folie oder Zeitungspapier zu nutzen.“ All diese Materialien seien im Kompostierungsprozess unproblematisch und sogar erwünscht, da sie sich vollständig zersetzen.

„Zudem bindet Papier die Feuchtigkeit und den Geruch“, merkt Hahn an und gibt einen weiteren Tipp: „Grundsätzlich sind kompostierbare Verpackungen aus Cellulose, Stärke oder Bambus eine Alternative zu den herkömmlichen Verkaufsverpackungen.“