Besser und routinierter: HBW Balingen-Weilstetten freut sich über den ersten Saisonsieg

Von Marcus Arndt

Nach dem 27:21-Erfolg der „Gallier“ über die Ostwestfalen gab es keine zwei Meinungen. Auch in der Höhe verdient hat der HBW das wichtige Heimspiel gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt gewonnen.

Besser und routinierter: HBW Balingen-Weilstetten freut sich über den ersten Saisonsieg

Der HBW Balingen-Weilstetten hat die ersten Punkte geholt.

Nach dem Seitenwechsel wackelten die Schwaben kurz, spielten nach dem 16:18 (40. Minute) aber unaufgeregt und äußerst konsequent weiter. Wichtig: Neben Torhüter Mario Ruminsky (Fangquote: 44,74 Prozent) ließ die Defensivabteilung um den neu formierten Mittelblock mit Kapitän Jona Schoch und dem Isländer Daniel Ingason nicht mehr viel zu.

Auch, weil die Grün-Weißen aus der Distanz doch etwas limitiert waren. Abwehr plus Torwart seien der Schlüssel zum Erfolg gewesen, hebt Jens Bürkle hervor, „das hat uns über das gesamte Spiel eigentlich eine extreme Sicherheit gegeben. Und gerade im Sechs-gegen-Sechs haben wir extrem gut verteidigt. Das haben wir sehr, sehr gut gespielt. Und dann kommen wir selbst auch noch zu richtig guten Gegenstoßaktionen.“

Carstens nicht unzufrieden

Symptomatisch: Eine Ruminsky-Parade fällt quasi in den Lauf von Tim Nothdurft, der zum 20:16 (45.) traf. „Der Knackpunkt im Spiel“, meint GWD-Coach Frank Carstens, der trotz der deutlichen Auswärtsniederlage nicht ganz unzufrieden war. „Ich glaube, dass wir ganz gut ins Spiel kommen und in der Deckung gute Momente haben, aber wir können nicht den Ball gewinnen“, blickt der erfahrene Übungsleiter zurück.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase setzten sich die „Gallier“ ab und behaupteten die Führung auch in kritischen Momenten. „Wir müssen noch viel dazu lernen“, gesteht der 49-Jährige ein, „der HBW kann da vieles schon besser und hat verdient gewonnen! Wir hatten unseren Chancen, wir haben uns welche erspielt, aber müssen da noch besser werden!“

Ruminsky liefert konstant

Neben den beiden starken Balinger Linkshändern, Moritz Strosack (7 Tore) und Vladan Lipovina (6), machte Keeper Ruminsky den Unterschied – nahm den Weserstädtern nicht nur zwei Siebenmeter weg. Bereits im finalen Test gegen Frisch Auf Göppingen hielt der 24-Jährige überragend.

Das habe den Ausschlag gegeben, dass er in Kiel anfängt, verrät Bürkle, „und da hat er das dann einfach so gut gemacht, dass er sich den nächsten Einsatz auch verdient hatte. Über die vergangenen Wochen hinweg haben wirklich beide Torhüter top trainiert und extrem gut gehalten. Und Mario hat jetzt auch in den Spielen einfach extrem gut geliefert.“

Konzentration auf N-Lübbecke

Nach eineinhalb freien Tagen arbeitet der Sportwissenschaftler mit seiner Mannschaft die Partie gegen Minden kurz auf, ehe der Fokus auf „individuellen Dingen„ und dem nächsten Gegner liegt: Aufsteiger TuS N-Lübbecke, der mit zwei Niederlagen gestartet ist. „Ich habe in der Vorbereitung zwei Sachen von ihnen gesehen, das war okay“, erklärt Bürkle. Er könne bisher aber wenig dazu sagen, so der 40-Jährige weiter, „gegen den BHC haben sie relativ hart gespielt. Sie sind weitestgehend eingespielt. Den neuen Kroaten (Mrakovcic, Anm. d. Red.) habe ich noch nicht gesehen, er soll aber im Eins-gegen-Eins sehr unangenehm sein.“

Es sei erst einmal eine sehr gute Mannschaft, sonst wären sie nicht in der Bundesliga, meint der HBW-Coach, „gegen den BHC hatten sie sehr lange eine Siegchance, das sagt schon alles aus.“ In Göppingen waren die Ostwestfalen chancenlos. Das relativ knappe Resultat täuscht etwas: Der Altmeister führte sieben Minuten vor Spielende klar mit 25:18, am Ende stand ein 27:24-Erfolg auf der Anzeigentafel.

Optimale Punktausbeute

Damit hat das Team von Hartmut Mayerhoffer zwei Erfolge eingefahren und reist mit der optimalen Ausbeute von 4:0 Zählern zum württembergischen Derby an diesem Donnerstag beim TVB Stuttgart.

„Das wird eine heiße Kiste“, prognostiziert der Göppinger Kommandogeber, welcher mehr Effizienz im Abschluss einfordert: „Wir hatten Chancen für 40 Tore herausgespielt und machen nur 27, da müssen wir besser werden.“