Handball

Aus in Runde zwei: HBW Balingen-Weilstetten verliert im DHB-Pokal gegen Nordhorn-Lingen

06.10.2021

Von Marcus Arndt

Aus in Runde zwei: HBW Balingen-Weilstetten verliert im DHB-Pokal gegen Nordhorn-Lingen

© Eibner

Auch im DHB-Pokal kassierte das Bürkle-Team eine Niederlage.

Die Trendwende blieb erneut aus. In Lingen kassierte das Team von Jens Bürkle am Mittwochabend eine 25:29-Abfuhr. Suboptimal vor dem Schlüsselspiel am Samstag gegen die TSV Hannover-Burgdorf.

Die „Gallier“ haben den Einzug in die dritte DHB-Pokalrunde verpasst. Bei der klassentieferen HSG Nord-horn-Lingen unterlagen die Schwaben mit 25:29 (11:12).

Bereits in der Anfangsphase hatte der Absteiger leichte Vorteile, führte nach zehn Minuten mit 5:3. Die Schwaben taten sich sehr schwer. Beim 10:8 (23. Minute) verpassten die Niedersachsen die erste Drei-Tore-Führung. Der Erstligist glich erneut aus (10:10/27.), ging aber mit einem 11:12-Rückstand in die Pause.

Zweitligist am Drücker

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Die Grafschafter investierten mehr, ließen defensiv wenig zu und vorne wenig liegen. Noch einmal egalisierte Balingens Kapitän Jona Schoch zum 14:14 (36.). Die Kreisstädter drängten auf die Ergebniswende. Vergebens. Trotz personeller Probleme hatte die HSG weiterhin die besseren Szenen. Per Siebenmeter stellte der ehemalige Balinger Robert Weber beim 20:17 (45.) erstmals auf minus Drei aus Sicht der Schwaben. Dabei blieb es zunächst.

Dominik Kalafut netzte zehn Minuten vor dem Spielende zum 23:19. Jens Bürkle reagierte, bat seine Mannschaft zur Extrabesprechung an die Seitenlinie. Die Ansprache des Balinger Trainers zeigte kurz Wirkung, die Trendwende blieb allerdings aus. Beim 26:22 (54.) machte Patrick Miedema den Deckel drauf und verschärfte die Balinger Krise.

Fehlende Aggressivität

Vier von fünf Spielen haben die Schwaben im Oberhaus verloren. Die Niederlagen fielen zuletzt deutlich aus. „Es fehlt die Aggressivität“, gesteht Bürkle ein, „aber auch das Spielglück.“ Allein in Lemgo landeten fünf geblockte oder gehaltene Bälle beim Gegner – und der nutzte seine zweite Chance. „Das ist in unserer Situation natürlich ganz bitter“, so der Balinger Coach weiter, „wir müssen einfach unser Glück erzwingen.“ Beim Absteiger HSG Nordhorn-Lingen folgte ein weiterer Nackenschlag.

Bitter für den seit Wochen kriselnden Tabellen-17., welcher am kommenden Samstag die TSV Hannover-Burgdorf in der „Hölle Süd“ erwartet. Eine richtungsweisende Partie, „in der wir die Chance auf Punkte haben“, wie es der Sportwissenschaftler formuliert, der „gefühlt von einem Kann-Spiel“ spricht. „Wir müssen ruhig bleiben“, fordert der routinierte Übungsleiter, „dürfen nicht durchdrehen, sondern müssen die Dinge weiter sauber abarbeiten.“

Der 40-Jährige ist überzeugt, „dass wir wieder punkten, wenn wir gut spielen und auf dem Teppich bleiben.“ Bislang erdet Bürkle Team und Umfeld, zumal noch nichts passiert ist. In der Liga liegen zwischen dem Tabellenvorletzten aus Balingen und der zehnplatzierten HSG Wetzlar gerade einmal zwei Zähler.

Kleine Details fehlen noch

Allein das Torverhältnis des Aufsteigers von 2019 (-30 Treffer) gibt durchaus Grund zur Sorge. „Nicht zwingend“, meint Bürkle, „wenn wir komplett sind und die richtigen Entscheidungen treffen.“ Das klappt bislang nur bedingt. „Es fehlen noch kleine Details“, betont der Balinger Kommandogeber, „Daniel und Gleb machen das schon ordentlich.“ Kristian Beciri, der nach langer Verletzungspause in Lingen erste Einsatzminuten bekam, soll es abrunden. „Mit ihm kriegen wir wieder mehr Aggressivität rein“, ist sich der ehemalige Erstliga-Kreisläufer sicher, „das wird uns helfen.“ Einsatzminuten allein reichen beim Kroaten nicht. „Die gilt es auch mit Qualität zu füllen“, fordert Bürkle.

Auch der Angriff muss sich steigern. Ohne Torjäger Vladan Lipovina (krank) und Lukas Saueressig (Außenbandzerrung) ist der Balinger Rückraum natürlich dünn besetzt. „Wir müssen abwarten, wer gegen Hannover zurückkehrt“, sagt Bürkle unaufgeregt.

Dieser ist nicht komplett unzufrieden, „aber klar, es geht besser. Gegen Magdeburg haben wir wirklich nicht angegriffen und lassen auch in den weiteren Spielen zu viel liegen. Dennoch: 28 Tore in Lemgo sind nicht schlecht. . .“ Die Balinger Mannschaft sei gut besetzt, fährt er fort, „aber die Liga ist noch einmal stärker geworden.“ Die Situation sei nicht neu, betont Bürkle, „wir haben in der Rückrunde der vergangenen Saison viele abnormale Ergebnisse produziert. Diese werden wir wieder brauchen.“

Leistung steht im Vordergrund

In Lingen blieb der erste Schritt aus der Balinger (Ergebnis-)Krise aus. „Wir müssen auch gegen Hannover eine gute Leistung in den Vordergrund stellen“, fordert Bürkle, „dann haben wir die Möglichkeit, zu punkten.“ Die Niedersachsen hatten im Pokal am Dienstagabend keine allzu hohe Hürde. Beim Oberligisten SG Langenfeld siegten die Recken trotz der Ausfälle von Evgeni Pevnov, Domenico Ebner, Jonathan Edvardsson und Nejc Cehte souverän mit 42:19.

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