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Balingen

Aus Grau mach Bunt: Posterserie aus Stuttgart kommt in die Balinger Innenstadt

22.05.2020

Von Lea Irion

Aus Grau mach Bunt: Posterserie aus Stuttgart kommt in die Balinger Innenstadt

© Manuel Wagner

Die ausgestellten Poster im Gebäude der Neuen Straße 55 in Balingen.

In Zeiten ohne Kulturveranstaltungen, Konzerte oder Theatervorstellungen bleiben Plakatflächen unbenutzt und trist. Die sogenannte Bewegung für radikale Empathie hat daher eine Posteraktion ins Leben gerufen, die die leeren Flächen zu Schauorten von Kunst werden lässt – so nun auch in Balingen.

Ein junger Mann mit einem Kaffeefilter vor dem Mund – keine gewöhnliche, aber dieser Tage irgendwie auch keine ungewöhnliche Vorstellung. Wer das Gebäude in der Neuen Straße 55 in der Balinger Innenstadt besichtigt, trifft momentan eine Reihe an Postern in dessen Schaufenster an, zu denen auch ein Foto des jungen Mannes mit dem Kaffeefilter gehört.

Aus Grau mach Bunt: Posterserie aus Stuttgart kommt in die Balinger Innenstadt

© Manuel Wagner

Ein junger Herr mit Kaffeefilter vor dem Mund – eines von zwei Motiven von Manuel Wagner.

Manuel Wagner, der kreative Kopf dahinter und gleichzeitig der Besitzer des Hauses, will mit seinem Kunstwerk eine humoristische Abwechslung in den Alltag seines Betrachters bringen. Denn in Zeiten, in denen der Mundschutz zur täglichen Kleiderwahl dazugehört, sieht man lächelnde Menschen ohnehin zu selten.

30 kreative Köpfe

Die Posterserie in Balingen ist Teil einer landesweiten Aktion der sogenannten Bewegung für radikale Empathie aus Stuttgart. Im April trommelten die Initiatoren Dominique Brewing, Anja Haas, Melanie Müller und Markus Niessner 30 Gestalter zusammen, die gemeinsam kreative Plakatmotive gestalteten.

Dazu gehört auch Wagner, der einst in Balingen wohnte und nach Stuttgart gezogen ist. Hauptberuflich betreibt er ein Unternehmen für die Postproduktion von medialen Inhalten, hat also reichlich Erfahrung in dem Gebiet und kreierte kurzerhand selbst zwei Kunstwerke für die Aktion.

Aus Grau mach Bunt: Posterserie aus Stuttgart kommt in die Balinger Innenstadt

© Manuel Wagner

Manuel Wagner im Gebäude der Neuen Straße 55.

Die Entwürfe für die Plakate sind limitiert und können auf der Website der Bewegung für radikale Empathie eingesehen werden. Im DIN A1 Format sind sie auch für einen Solidaritätsbeitrag erhältlich, wovon wiederum ein Teil gespendet wird.

Sei es nur ein Lächeln

Finanziert wurden die Poster von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart. „Man stieß mit der Aktion quasi auf offene Türen“, erzählt Wagner im telefonischen Gespräch mit dem ZOLLERN-ALB-KURIER. Einige Werbeflächen im Raum Stuttgart wurden dem Vorhaben kostenlos zur Verfügung gestellt.

Viele Litfaßsäulen und Stromkästen zieren also derzeit zum Denken anregende Poster der 30 Gestalter. Wagner wollte die Aktion aber auch in seine Heimatstadt bringen und stellte deshalb kurzerhand das Schaufenster seiner Immobilie in der Neuen Straße 55 zur Verfügung, für das er nach dem Auszug des Spielwaren-Strobel noch Nachmieter sucht. Seit über einer Woche hängen die Poster nun bereits dort.

Aus Grau mach Bunt: Posterserie aus Stuttgart kommt in die Balinger Innenstadt

© Manuel Wagner

Die Balinger Postergalerie in der Innenstadt.

„Und wenn die Betrachter auch nur mit einem Fragezeichen wieder von den Postern weggehen oder gar einem Lächeln, dann hat die Aktion schon ihren Zweck erfüllt“, fügt Wagner an. Für zwei Monate will der Wahl-Stuttgarter die Poster erst einmal hängen lassen.

Feedback überaus positiv

„Ich finde es einfach super, dass sich da 30 Kreative zusammengefunden haben, um ein solches Projekt auf die Beine zu stellen“, sagt Wagner. Er bewundere besonders die Initiatoren, die sehr viel Zeit und Engagement in die Aktion gesteckt haben.

Das Feedback sei bisher überaus positiv ausgefallen. „Das ist eine schöne Belohnung für alles, was wir in diese Serie investiert haben“, fügt der Künstler abschließend an.

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