Auf Schockmoment folgt die Erleichterung: Die grüne Viper erreicht am Nürburgring ihr Ziel

Von Pressemitteilung

Die Erleichterung bei Bernd Albrecht und seinen Teamkollegen war nach dem 24-Stunden-Rennen groß gewesen sein. Nach zwei Jahren kam die grüne Viper wieder im Ziel an. Danach sah es nicht immer aus.

Auf Schockmoment folgt die Erleichterung: Die grüne Viper erreicht am Nürburgring ihr Ziel

Die grüne Viper von Bernd Albrecht und seinem Team startete am Samstag beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring.

Die Truppe um das „grüne Biest“ durchlebte zuletzt eine Durststrecke. Vor zwei Jahren wurde die Mannschaft um den gebürtigen Hechinger Bernd Albrecht und den Skateboarder Titus Dittmann disqualifiziert.

Das Auto, eine Dodge Viper, sei zwei Dezibel zu laut befanden die Rennkommissare und nahmen das Fahrzeug aus dem Rennen. Das Team besserte nach und ging 2018 voller Optimismus an den Start.

Doch auch im vergangenen Jahr sollten Albrecht & Co es nicht ins Ziel schaffen. Von einem anderen Rennteilnehmer wurde die Viper unsanft in die Leitplanke katapultiert. Dittmann, der zu dem Zeitpunkt im Wagen saß, wurde nicht verletzt, das „grüne Biest“ war allerdings ein Totalschaden.

Alle Beteiligten seien geschockt gewesen, als sie das Fahrzeug nach dem Unfall gesehen hätten, berichtet Teamchef Albrecht. „Man denkt auch kurz darüber nach, ob das jetzt das Ende ist“, so der 48-Jährige weiter. Doch nach nur vier Jahren auf dem Nürburgring sollte noch nicht Schluss sein für die Viper.

Fans helfen beim Wiederaufbau

Nach dem Unfall 2018 erreichten Bernd Albrecht zahlreiche Nachrichten von Fans der Viper. Das ermutigte den gebürtigen Hechinger, das Fahrzeug wiederaufzubauen.

Tausende Kilometer ist er dabei zwischen dem schwäbischen Hirrlingen - wo Albrecht inzwischen lebt - und einer Werkstatt im rheinland-pfälzischen Mayen gependelt, um dem Viper-Spezialisten zu helfen. Fehlende oder zu ersetzende Teile hat sich Albrecht dabei über Spenden oder Partnerschaften organisiert.

„Wir fahren für einen guten Zweck und verdienen damit kein Geld. Das kommunizieren wir auch unseren Partnern und Unterstützern“, erklärt der Teamchef, der mit seinen Auftritten auf dem Nürburgring auf die Stiftung skate-aid von Titus Dittmann aufmerksam machen möchte.

Dass es bei einem solchen Projekt nicht ganz ohne finanzielle Mittel geht, ist kein Geheimnis. Daher hat Albrecht zusätzlich die Onlineplattform „Road to green Hell“ ins Leben gerufen.

Dort konnten Anhänger des „grünen Biests“ Fanartikel kaufen und wurden im Gegenzug mit dem Namen auf dem Fahrzeug verewigt. „Dass die Plattform so gut ankam, hätte ich nicht für möglich gehalten. Ich freue mich über jeden Unterstützer und bin sehr dankbar, dass die Viper eine solche Fanbase genießen kann“, so der 48-Jährige.

„Grünes Biest“ nimmt erste Hürde

Und so stand die Viper auch 2019 wieder beim 24-Stunden-Rennen am Start. Das Ziel: ankommen. Das gelang der Mannschaft. Ernst wurde es erstmals am Donnerstag, als das erste Training und auch das erste Qualifying auf dem Programm stand. Die Viper meisterte die erste Bewährungsprobe nach dem Neuaufbau bravourös.

Im zweiten Qualifying am Freitag fuhr das Team dann die schnell-ste Rundenzeit und sicherte sich so den Startplatz 75 in einem Feld von 158 Fahrzeugen und Rang zwei in der Klasse alternative Treibstoffe (kurz: AT). Damit war das erste Ziel, die Quali zu überstehen und einen guten Startplatz rausfahren, geschafft.

„Die in diesem Jahr neu zusammengestellte Truppe funktionierte von Anfang an sehr gut und bereitete das ‚grüne Biest‘ für jeden Einsatz hervorragend vor“, berichtet Albrecht.

Auf ersten Schreck folgt Schockmoment

Bei sommerlichen Temperaturen startete dann am Samstagnachmittag die 47. Auflage des Langstreckenklassikers im Herzen der Vulkaneifel. Trotz vieler Unfälle und Ausfälle konnte sich die Mannschaft um Teamchef Albrecht aus allen Reibereien raushalten und spulte zuverlässig Runde um Runde ab.

Dann eine Schrecksekunde: Ein Mitglied der Mannschaft meldete zwischendrin selbst einen Unfall an das Team. Zurück in der Box, wurde das Fahrzeug jedoch schnell „verarztet“.

Doch es sollte noch ein größerer Schockmoment folgen. Im Bereich Breidscheid blieb die Viper liegen. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Insgesamt vier Stunden warteten die Mechaniker in der Box auf das Eintreffen des „grünen Biests“.

Ziel erreicht

Der dichte Verkehr um den Nürburgring sorgte erst für verspätetes Eintreffen des Abschleppwagens und dann für eine mehr als zögerliche Fahrt ins Fahrerlager. Um kurz nach Mitternacht traf das Auto in der Box ein. Bereits 50 Minuten später konnte die Viper wieder weiterfahren und rollte schlussendlich nach 24 Stunden über die Ziellinie. Es ist unglaublich! Noch vor einem Jahr hätte ich das nicht für möglich gehalten“, jubelte Albrecht.

Rang 100 in der Gesamtwertung und Platz drei in der AT-Klasse standen am Ende zu Buche. Das Ergebnis spielte bei Albrecht und seinem Team aber keine große Rolle.