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Zollernalbkreis

Außenhandel bekommt einen Dämpfer – auch im Zollernalbkreis

14.08.2019

von Pressemitteilung

Außenhandel bekommt einen Dämpfer – auch im Zollernalbkreis

© Volker Bitzer

Die heimische Industrie ist exportorientiert und hat im ersten Halbjahr Waren im Wert von 4,6 Milliarden Euro verkauft. Erstmals seit 2009 gehen die Exporte von Firmen aus dem Kammerbezirk zurück. Unser Bild ist im Hafen von Rotterdam entstanden.

Die IHK Reutlingen geht davon aus, dass der Außenhandel stagnieren wird. Auch die Exporte von Firmen aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalb gehen erstmals seit 2009 zurück.

Die regionalen Exporte sind im ersten Halbjahr 2019 um 1,5 Prozent gesunken. Das zeigen jüngste Zahlen des Statistischen Landesamtes. Demnach verkaufte die heimische Industrie in den ersten sechs Monaten Waren im Wert von fast 4,6 Milliarden Euro. Die Exporte von Firmen aus den Landkreisen Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis gehen erstmals seit 2009 zurück.

„Das ist noch keine Krise, aber ein Dämpfer“, kommentiert IHK-Präsident Christian O. Erbe die Entwicklung. Die gute Nachricht: Die regionale Exportquote, also der Anteil der Ausfuhren am Gesamtumsatz im verarbeitenden Gewerbe, hat sich im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 54 Prozent leicht erhöht.

Blick in die Landkreise

Das zeigt: Die Märkte außerhalb Deutschlands brechen derzeit noch nicht weg. „Der Handelskonflikt zwischen den USA und China und der drohende Brexit ohne Abkommen verunsichern die Unternehmen zunehmend. Die Firmen merken das bei den Aufträgen und bereiten sich zumindest auf stagnierende Geschäfte vor“, so Erbe.

Im Zehnjahresvergleich haben sich die Exporte in der Region Neckar-Alb verdoppelt, heißt es in der Pressemitteilung der Kammer. In den Landkreisen haben sich die Exportzahlen im ersten Halbjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unterschiedlich entwickelt.

Der Landkreis Tübingen konnte um 3,3 Prozent auf fast 650 Millionen Euro zulegen. In den Landkreisen Reutlingen und Zollernalb verzeichnen die Statistiker jeweils ein Minus von zwei Prozent. Im Kreis Reutlingen wurden annähernd 2,85 Milliarden Euro erreicht, im Zollernalbkreis knapp über eine Milliarde Euro.

USA und China liegen vorne

Laut der Exportstatistik des Statistischen Landesamtes bekleiden die USA, China und Frankreich die Spitzenplätze unter den wichtigsten Exportmärkten Baden-Württembergs. Es folgen die Schweiz und die Niederlande.

Großbritannien rangiert auf Rang sechs. Zuletzt hatte sich das Vereinte Königreich stabilisiert, so IHK-Außenwirtschaftsexperte Martin Fahling. „Der Dauer-Brexit hat dazu geführt, dass sich Unternehmen an den Zustand gewöhnt und eben weitergemacht haben. Ich befürchte, dass sich das ändern wird, wenn der ungeregelte Ausstieg der Briten aus der EU kommt“, fügt der IHK-Experte an.

Neue Märkte anpeilen

Deutlich verschlechtert habe sich das Türkei-Geschäft. Es verliert landesweit im Vergleich zum Vorjahr nochmals 22 Prozent. Fahling: „Regionale Unternehmen, die Waren in die Türkei liefern wollen, berichten von deutlich zunehmender Bürokratie in der Zollabwicklung. Für faktisch alle Waren müssen derzeit Ursprungszeugnisse beigebracht werden. Das hemmt den Handel.“

Die IHK-Experten raten den Unternehmen im Außenhandel, absehbar neue Ländermärkte in den Blick zu nehmen. „Darüber lässt sich der Ausfall einzelner Länder besser kompensieren“, so Martin Fahling.

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