Zollernalbkreis

AquaEye soll bei Badeunfällen helfen: DRK-Wasserwacht nun mit Sonargerät ausgerüstet

01.03.2024

von Pressemitteilung, Benno Haile

AquaEye soll bei Badeunfällen helfen: DRK-Wasserwacht nun mit Sonargerät ausgerüstet

© DRK Zollernalb

Die DRK-Wasserwacht hat ein AquaEye-Sonargerät angeschafft, das bei Wasserrettungen zum Einsatz kommen soll. Pascal Springer (hinten Mitte), der Leiter der Wasserwacht, hält das kompakte Gerät in den Händen.

Als Reaktion auf den tödlichen Badeunfall im Schömberger Stausee im vergangenen Sommer hat die DRK-Wasserwacht ihre Ausrüstung um ein innovatives Sonargerät erweitert, das Such- und Rettungszeiten drastisch reduzieren soll.

Wie das DRK Zollernalb mitteilt, habe die Wasserwacht in Reaktion auf den Rettungseinsatz im Stausee Schömberg im vergangenen Sommer, bei dem eine in Not geratene Person erst nach einiger Zeit durch die Hilfe von Rettungstauchern der Feuerwehr aus Nachbarkreisen gefunden wurde, ihre Ausrüstung durch ein innovatives AquaEye-Gerät erweitert. Diese Anschaffung dient dazu, die Such- und Rettungszeiten bei Wasserunfällen zu verkürzen.

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Die Chancen, Leben zu retten, verbessern sich

Das AquaEye ist ein innovatives, handliches Sonargerät, welches den Rettungskräften ermöglicht, Personen unter Wasser schnell zu lokalisieren und somit die Rettungszeiten drastisch zu reduzieren.

„Diese Technologie stellt eine wesentliche Verbesserung unserer Fähigkeit dar, Leben zu retten. Insbesondere unter den herausfordernden Bedingungen, die Stauseen und ähnliche Gewässer darstellen“, sagte Pascal Springer, Leiter der Wasserwacht Zollernalb. Die Wasserwacht in Bayern, die das Gerät bereits verwendet, habe gute Erfahrungen damit gemacht.

So funktioniert das Gerät

Das rund 1,4 Kilogramm schwere Gerät ist bei der Wasserwacht in Balingen zentral zwischen den vier Badeseen im Zollernalbkreis stationiert. Wie Springer auf ZAK-Anfrage erklärt, habe das AquaEye eine Reichweite von bis zu 50 Metern. Bei der Verwendung stehe man im hüfttiefen Wasser und suche dann mit dem Gerät einen Zielbereich ab.

AquaEye soll bei Badeunfällen helfen: DRK-Wasserwacht nun mit Sonargerät ausgerüstet

© AquaEye

Das AquaEye wir im hüfttiefen Wasser stehend verwendet.

Hat das Gerät etwas gefunden, wird das auf einem Display angezeigt: „Es kann auch unterscheiden, ob es sich um einen Gegenstand wie etwa einen Baumstumpf oder einen Menschen handelt.“ Dabei hilft auch eine Künstliche Intelligenz im Gerät: „Die Auswertung basiert auf Muskelerkennung.“

Laut Herstellerangaben könne auf diese Weise eine Wasserfläche von 8000 Quadratmetern in 5 Minuten abgesucht werden. „Das ist schon eine Hausnummer – Was man da an Zeit bräuchte, um solch einen Bereich abzutauchen ...“, erklärt Springer.

Suche nach der Nadel im Heuhaufen entfällt

Beim tödlichen Badeunfall im vergangenen Sommer hatten Rettungsschwimmer von Wasserwacht und DLRG das Wasser systematisch durchkämmt und waren an einer Menschenkette in kurzen Abständen abgetaucht, um den Vermissten zu finden. Doch bei dem trüben Wasser war das eine Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Erst als Rettungstaucher aus den Nachbarkreisen eintrafen, konnte der Mann geborgen werden.

„Mit dem Sonargerät hätte man ihn genau lokalisieren können – Menschen gehen ja nicht wie ein Stein an den Grund unter, sondern schweben im Wasser“, erklärt Springer. Um eine Person aus dem Wasser zu holen, brauche es nicht zwingend Rettungstaucher – „Das schaffen dann auch Schwimmer“ – um die Person zu finden dagegen meist schon. Zumindest bisher.

Mit dem AquaEye könne eine Einsatzkraft die gesuchte Person lokalisieren und über die Angaben am Display des Geräts eine zweite Einsatzkraft genau an die richtige Stelle und die entsprechende Wassertiefe schicken.

Alle Einsatzkräfte werden am Gerät geschult

Um das Sonar-Gerät so effizient wie möglich einzusetzen, führt die Wasserrettung des DRK Zollernalb derzeit eine Einweisung aller Einsatzkräfte in die Handhabung des Gerätes durch. „Unser Ziel ist es, dass alle unsere Einsatzkräfte die Funktionsweise und den Einsatz von AquaEye beherrschen.“

Wichtig bei der Verwendung sei auch, auf eventuelle „Lichtschatten“ zu aufzupassen: „Wenn man an einer Kante steht, wird der Bereich dahinter vom Sonar nicht erfasst. Man muss also auch auf die topographischen Gegebenheiten vor Ort achten.“ Das Gerät solle so schnell wie möglich in Rettungseinsätzen genutzt werden, so Springer weiter.

„Meilenstein in der Wasserrettung“

„Die Anschaffung ist ein weiterer Meilenstein im Bereich der Wasserrettung“, erklärte DRK-Kreisverbandsvorsitzender Heiko Lebherz. Durch die enge Zusammenarbeit mit der DLRG und den Feuerwehren stärke das AquaEye auch organisationsübergreifend die Wasserrettung.

Die Wasserwacht dankt der Stiftung Mensch und allen Unterstützern, die diese wichtige Erweiterung der Rettungsausrüstung ermöglicht haben.

Über die Wasserwacht Zollernalb

Seit ihrer Gründung Anfang 2022 hat sich die Wasserwacht des DRK Zollernalb als wichtiger Teil der Wasserrettung im Zollernalbkreis etabliert. Die kontinuierliche Weiterbildung aller Einsatzkräfte und die Integration modernster Technologien wie dem AquaEye unterstreichen das Engagement der Wasserwacht die Wasserrettung im Landkreis weiter voranzubringen, heißt es in der DRK-Pressemitteilung.

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