Albstadt

Am Braunhardsberg: Truchtelfinger Rossentalschüler packen bei Pflegeaktion kräftig mit an

20.04.2021

Von Dagmar Stuhrmann

Am Braunhardsberg: Truchtelfinger Rossentalschüler packen bei Pflegeaktion kräftig mit an

© Dagmar Stuhrmann

Die erste Aufgabe, die Schüler und Forstwirt-Azubis gemeinsam zu lösen hatten: Einen Steg übers Bächle bauen, damit das Auto samt Anhänger zurücksetzen kann.

Am frühen Dienstagvormittag ging es los: Sieben Schüler der Truchtelfinger Rossentalschule und ihre Lehrer Rupert Unmuth und Katja Kanz machten sich auf den Weg zum Treffpunkt beim Heiligbrünnle. Dort warteten bereits Revierleiter Wolfgang Bitzer, Eugen Seyboldt von der Forstabteilung der Stadt Albstadt, und drei Forstwirt-Azubis mit ihren Ausbildungsleitern Eckhard Hotz und Uwe Sommer auf die fleißigen Helfer von der Rossentalschule. Zusammen machten sie sich ans Werk. Die Aufgabe bestand darin, den Rundwanderweg am Braunhardsberg in einer gemeinsamen Kraftanstrengung instandzusetzen.

Der Weg wird viel frequentiert – dementsprechend ausgetreten ist er an manchen Stellen. „In Albstadt haben wir viele Premiumwanderwege, die auch entsprechend viele Gäste herziehen“, sagt Wolfgang Bitzer, „aber nicht nur diese Premiumwanderwege sollen in einem Premiumzustand sein.“ Die restlichen Wege eben auch: „Wir wollen natürlich auch für die einheimische Bevölkerung alle anderen Wege instandhalten.“

Auf freiwillige Helfer angewiesen

„Tourismus ist für Albstadt ein wichtiger Punkt“, bestätigt auch Eugen Seyboldt. Die Unterhaltung der Wanderwege ist ein wesentlicher Aspekt im Paket. „Da wir das aber mit unserer Mannschaft nicht allein schaffen, sind wir auf freiwillige Helfer angewiesen.“ Mit Schulen und Vereinen gebe es Gemeinschaftsprojekte. Herausragend dabei ist beispielsweise auch der Landschaftspflegetag, der regelmäßig im Herbst stattfindet und bei dem sich zahlreiche freiwillige Helfer einbringen.

Am Braunhardsberg: Truchtelfinger Rossentalschüler packen bei Pflegeaktion kräftig mit an

© Dagmar Stuhrmann

Kooperationsprojekt: Schüler der Rossentalschule mit ihren Lehrern sowie Eugen Seyboldt (Zweiter von rechts) und Wolfgang Bitzer (rechts).

Matschige Abschnitte, wie sie etwa vermehrt auf dem Braunhardsberg-Rundweg festzustellen sind, stellen eine Gefahr für Wanderer und Spaziergänger dar. Abhilfe schafft eine Ladung grober Kalksplit, der die Trittfestigkeit des Wegs verbessert. Ausgerüstet mit Schaufeln und Schubkarre, nahmen die Schüler, unterstützt von den angehenden Forstwirten, die Sache in Angriff. Die Forstausbildungsgruppe des städtischen Forstbetriebs Albstadt hatte das Material zuvor antransportiert, das dann auf dem Rundweg verarbeitet werden musste.

Schülergruppe sammelt dienstags Müll an den Straßen

Die Schüler und ihre Lehrer kamen dabei ganz schön ins Schwitzen. Als kleines Dankeschön gab’s nach vollbrachter Arbeit ein von der Stadt Albstadt beigesteuertes Vesper. Die Schülergruppe ist außerdem regelmäßig dienstags unterwegs und sammelt Müll. Dies geschieht überwiegend entlang der Straßen im Bereich Neuweiler/Degerfeld. „Man glaubt nicht, welche Mengen an Abfall bei diesen Aktionen zusammenkommen“, sagt Wolfgang Bitzer.

Größte Ausbildungsstelle im Kreis

Kooperationen wie diese, bei der die Forstausbildungsgruppe tatkräftige Unterstützung von den Rossentalschülern bekommt, sind für die Forstabteilung keine Seltenheit. Drei der acht Forstwirt-Azubis – Max Thiele, Markus Schleicher und Pirmin Heinzelmann –, die die Stadt Albstadt momentan ausbildet, waren am Dienstag dabei. „Albstadt ist im Kreis die größte Ausbildungsstelle“, berichtet Wolfgang Bitzer. Eine kleinere gebe es in Burladingen.

Aktive Nachwuchswerbung

Die Forstwirtausbildung findet regen Zulauf. Drei Jahre dauert die Ausbildung, für die man einen Hauptschulabschluss braucht. Im Falle einer bereits absolvierten Berufsausbildung oder eines höheren Schulabschlusses kann die Ausbildungszeit auch auf zwei Jahre verkürzt werden. „Wir warten nicht ab, bis einer zu uns kommt, sondern wir gehen aktiv auf mögliche Interessenten zu“, erzählen Wolfgang Bitzer und Eugen Seyboldt. Mit Erfolg: „In den letzten Jahren haben wir immer gute Leute bekommen.“

Ausbildungsbotschafter gehen in die Schulen

Zwei der Azubis fungieren als Ausbildungsbotschafter. Sie gehen in die Schulen und stellen dort das Berufsbild vor, das ein breitgefächertes ist. Die Instandsetzung von Wegen ist eher ein Randbereich der Forstwirtausbildung. Das Hauptaugenmerk liegt auf den forstlichen Aufgaben wie Holzernte, Kulturbegründung und -pflege, Jungbestandspflege und vieles mehr. Für die Zukunft zeichnen Bitzer und Seyboldt ein optimistisches Bild, was den Forstwirtenachwuchs angeht: Forstwirt ist ein Beruf mit Zukunft – davon sind sie überzeugt. Natur, Ökologie, der nachwachsende Rohstoff Holz, Klimaneutralität, der Wald und seine Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion: all das sind Themen, die an Bedeutung gewonnen haben und in den kommenden Jahren noch mehr hinzugewinnen werden.

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