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Radsport

Alles andere als einfach: Beim Bike-Marathon machte Sascha Weber die verkorkste EM vergessen

16.07.2019

Von Marcus Arndt

Alles andere als einfach: Beim Bike-Marathon machte Sascha Weber die verkorkste EM vergessen

© Moschkon

Sascha Weber freute sich über seinen Sieg in Albstadt.

Der Albstadt Bike-Marathon begeistert nach wie vor – sowohl auf als auch neben der Strecke. Bei der 25. Auflage setzte sich Sascha Weber durch, distanzierte den Schweizer Michael Stünzi im Sprint.

Ohne Helfer kam der Saarländer – dafür mit gewaltigem Frust nach der Marathon-EM im norwegischen Kvam. Eine Defekt-Orgie stoppte den 31-Jährigen, welcher danach erst einmal drei Tage Urlaub machte.

„Um den Kopf frei zu bekommen“, wie es Weber formuliert, welcher beim Klassiker auf der Schwäbischen Alb erfolgreich gegen die Enttäuschung bei den Europameisterschaften und die Übermacht aus dem Texpa-Simplon-Team ankämpfte.

Allein gegen Texpa-Simplon

Das Team aus Würzburg dominierte den „Bike“, arbeitete akribisch zusammen. Doch der mehrfache Deutsche Meister, der auf den 83 Kilometern mit einem 29er-Schnitt unterwegs war, triumphierte am Ende. „Verdient“, da waren sich die Protagonisten auf und neben der Strecke einig.

„Wir haben ganz schön an der Kurbel gedreht“, sagt Weber lapidar, um nach einer kurzen Pause doch konkreter zu werden: „Es waren immer wieder zwei Konkurrenten dabei, ich wollte aber meine Energie nicht verschleudern. Am Ende haben sie von mir die Quittung für ihre taktischen Spielchen bekommen . . .“


In 2:54:46 Stunden absolvierte er den „Bike“. Der war nach den starken Regenfällen in den vergangenen Tagen alles andere als einfach. „Wir kommen fast einzeln im Ziel an . . .“, betont der Sieger von 2019, „das sagt schon alles über die Strecke aus.“

Anspruchsvolle Abfahrten

Diese verlangte nicht nur den Profis alles ab, war auf dem teilweise tiefen Boden mit starkem Gegenwind auf dem Degerfeld und der Langenwand bei der Jubiläumsveranstaltung nicht rekordtauglich.

Auch die Abfahrten am „Schnabel“ und „im Kessel“ hatten es in sich. Nichtsdestotrotz genoss Stünzi (Texpa-Simplon/2:54:49) seine Premiere. Der Eidgenosse zieht ein durchweg positives Fazit: „Die Stimmung entlang der Strecke war klasse – und wenn man aufs Podest fährt, ist es immer super.“ Der 26-Jährige duellierte sich mit Weber auf den letzten Metern, unterlag dem sprintstarken Saarländer aber knapp.


An dritter Stelle reihte sich der Darmstädter Lomas Wefing (2:55:20) ein, der, ehe es in Richtung Ziel in der Ebinger Marktstraße ging, abreißen lassen musste. Als Vierter finishte der zweimalige Albstadt-Sieger Markus Kaufmann – mit knapp eineinhalb Minuten Rückstand auf Weber. „Die anderen waren einfach zu stark für mich. Ich war mit meiner ersten Saisonhälfte überhaupt nicht zufrieden und habe in den vergangenen Wochen viel trainiert. Deshalb hatte ich nicht die schnellsten Beine“, erklärt der zweimalige Deutsche Marathon-Meister aus Meckenbeuren.


Der verzichtet ganz bewusst auf einen Start bei der Transalp, die am Sonntag im Zillertal mit der Etappe nach Brixen begonnen hat. „Wir haben keine konkurrenzfähige Teamkonstellation zusammenbekommen, mit der wir wirklich hätten gewinnen können“, gesteht Kaufmann ein, „das Podest wäre vielleicht drin gewesen, aber wenn man bei solch einem Rennen startet, will man auch gewinnen. Da wären wir nicht stark genug gewesen.“ In Albstadt sorgte der Oberschwabe mit seinen Kollegen aus dem Texpa-Simplon-Team für Spannung an der Spitze und Qualität im Starterfeld.

Ordentliche Starterzahlen

1932 Pedaleure erreichten bei sehr schwierigen Bedingungen das Ziel – 199 weniger als im Vorjahr.

„Wir sind hochzufrieden“, bilanziert OK-Chef Raimund Kiuaka, „auch wenn am Samstag nicht alle, die sich angemeldet haben, gekommen sind. Viele dachten wohl, dass der Kurs nicht fahrbar ist. Das war aber überhaupt nicht der Fall. Viele haben uns nach dem Rennen gesagt, dass sie es sich nach den Regenfällen der vergangenen Tage viel schlimmer vorgestellt hatten. Das zeigt uns, dass wir eine gute Vorarbeit geleistet haben.“

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